Mit einem erneuten Brief an die baden-württembergische Landesregierung hat Oberbürgermeister Bernd Häusler am Mittwoch für Aufsehen gesorgt. In dem Schreiben an den Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha fordert der Rathauschef: Singen soll bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie eine Modellstadt nach dem Tübinger Beispiel werden. „Als Einkaufs- und Kulturstadt an der Schweizer Grenze würde sich Singen bestens als Modellstadt eignen. Aufgrund mehrerer Besonderheiten würde unsere Stadt den Modellversuch deutlich bereichern“, schreibt Häusler. In dem Projekt sieht Häusler eine große Chance und einen Schritt in Richtung Normalität, denn die Zukunft der Innenstädte stehe auf dem Spiel.

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Singen verfüge laut dem Singener Oberbürgermeister über eine umfangreiche städtische Teststrategie mit sieben Testzentren sowie einem Drive-In-Angebot in der Südstadt durch einen privaten Anbieter. „Dieses Angebot wollen wir durch ein mobiles Testangebot mithilfe unseres Stadtbusses weiter ergänzen“, so Häusler weiter. Zudem würden neben Tests an Schulen und Kitas vermehrt auch Tests von Firmen vorgenommen.

Grenznähe ist ein wichtiger Punkt

Gerade mit Blick auf die Schweizer Nachbarn sei Singen für einen Modellversuch bestens geeignet, betont Häusler. So würde seiner Einschätzung nach eine Einkaufszentralität von 200 und die Ansiedlung des Cano im letzten Jahr eine deutliche Sprache sprechen.

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Demografisch liege Singen bestens, um auch eine weitere Strategie in der Praxis zu testen: So könnten wichtige Erkenntnisse, wie ein Grenzverkehr mit einem Tagespass in der Praxis funktionieren könnte, gewonnen werden. „Sicherlich wäre es sinnvoll, wenn der Modellversuch auch ein modernes Einkaufszentrum, wie unseres, das direkt in der Innenstadt am Bahnhof gelegen ist, einschließen würde“, so Häusler in dem Schreiben weiter.

OB Bernd Häusler: „Als Einkaufs- und Kulturstadt an der Schweizer Grenze würde sich Singen bestens als Modellstadt eignen.“
OB Bernd Häusler: „Als Einkaufs- und Kulturstadt an der Schweizer Grenze würde sich Singen bestens als Modellstadt eignen.“ | Bild: Tesche, Sabine

Zuletzt schlage der Singener Rathauschef in seinem Brief an die Landesregierung auch nach bayrischem Vorbild vor, dass außer einer Stadt wie Tübingen mit einer niedrigen Inzidenz auch Städte zwischen 100 und 200 in einem Modellprojekt erprobt werden sollen. Und eines ist OB Häusler dabei besonders wichtig: Ich könnte jetzt ein Klagelied anstimmen. Doch stattdessen will ich mit anpacken und mithelfen gemeinsam aus der Krise zu kommen.“

Tübingen testet seit knapp einer Woche die Normalität

Tübingen ist aktuell die in Baden-Württemberg einzige Modellstadt, die die Teilnahme an verschiedenen Gastronomie-, Kultur- oder Einkaufsangeboten mit einem negativen Corona-Testergebnis ermöglicht. So ist es in Tübingen unter anderem aktuell erlaubt, außengastronomische und kulturelle Angebote wie etwa Kinos zu besuchen – jedoch ebenfalls nur für Menschen, die ein tagesaktuelles negatives Schnelltestergebnis vorweisen können und unter Einhaltung der AHA-Regeln.