Sport gehörte für Erich Merz seit seinen Kindertagen zum Leben. In den 40er Jahren begann er als Turner im Stadt-Turnverein (StTV) Singen, 2020 jährte sich seine Mitgliedschaft zum 80. Mal. Der Fechtsport wurde für Erich Merz zu seiner wahren Leidenschaft: „Ich gehe auf die 91 Jahre zu, habe bis 70 Jahre aktiv gefochten und erst mit 75 Jahren den Degen aus der Hand gelegt“, fügt er mit Stolz hinzu, dass er das älteste Mitglied im StTV sei. Bedingt durch Corona wurde er vom Vorsitzender Hans-Peter Storz gemeinsam mit Beate Steinmann und Heinz Schnieder geehrt, die seit 50 Jahren Mitglied im StTV sind.

Ein Ur-Stadtturnvereinler

Als Ur-Singener erinnert sich Erich Merz an die Nachkriegsjahre, als nach Turnen auch wieder Mannschaftssport möglich wurde. „Nach Fußball und Tischtennis bin ich beim Fechten gelandet“, erzählt Merz, dass dieser Sport ihn schon beim Zuschauen im Fernsehen begeistert habe. Dazu brauche es Konzentration, Disziplin, Schnelligkeit und Ausdauer weiß er aus eigener Erfahrung und später dann als einer der Abteilungsleiter, unter deren Training die Nachwuchsfechter bei regionalen wie auch überregionalen Wettkämpfen vordere Plätze belegten.

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Beate Steinmann aus Rielasingen ging sportlich einen ganz anderen Weg. Als Siebenjährige turnte sie im TV Rielasingen und wechselte 1972 als Jugendliche in die Handballabteilung des StTV. „Mit anderen gemeinsam in einer Mannschaft zu spielen, hat mich fasziniert“, sagt Beate Steinmann. Mehr als zehn Jahre lang spielte sie Handball, war später auch im Vorstand und trainierte die Jugendmannschaft. „Die Damenmannschaft hat sich sogar bis in die Oberliga gespielt und war erfolgreicher als die Herrenmannschaft“, denkt sie an die vielen Wochenenden, wo sie Samstag und Sonntag auf Turnieren war. Dann standen Familie und Kinder im Vordergrund. Um fit zu bleiben, wechselte Beate Steinmann in die Gymnastikgruppe, wo sie noch heute mitmacht.

Heinz Schnieder aus Hilzingen kam als Turner über seinen Beruf beim Zoll zum Mannschaftssport. Er spielte schon Handball in der Zollmannschaft, bevor er 1972 nach Singen kam. „Ein Kollege hatte mir schon gesagt, ‚wenn du nach Singen kommst, gehst du als erstes in den StTV‘, und das tat ich auch“, erzählt Heinz Schnieder, der später auch die Jugend trainierte. Wie Erich Merz und Beate Steinmann fühlt er sich auch nach 50 Jahren noch eng mit dem StTV verbunden. Heinz Schnieder spricht für alle drei, wenn er sagt: „Man opfert viel Zeit, aber es erfüllt einen wenn man sieht, dass der Einsatz ankommt.“ Die Mitglieder würden ehrenamtlich ohne finanziellen Gewinn etwas für die Gesellschaft tun, hebt er auch den finanziellen Aspekt hervor.

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Für Hans-Peter Storz ist die Ehrung ein wichtiges Element der Wertschätzung: „Der StTV ist den vielen langjährigen Mitgliedern dankbar für ihren Einsatz, sie bilden den Sockel des Vereins“, sagt der Vorsitzende. Um den Mitgliedern weitgehend entgegen zukommen, würde der StTV heute die Aufwendungen teilweise mittragen, die Beförderung zu Turnieren übernehme dann der Verein.