Die erste Reaktion der Landespolitik auf die erneute Massenschlägerei in Singen am 29. März ist da: In einer Pressemitteilung spricht sich Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) für eine stärkere Polizeipräsenz in der Singener Innenstadt aus. Die Bereitschaftspolizei des Landes solle das Polizeirevier in Singen in Zukunft engmaschiger unterstützen.

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Wie die Stadtverwaltung Singen mitteilte, habe dazu bereits ein persönliches Gespräch zwischen Strobl und Oberbürgermeister Bernd Häusler stattgefunden. Auch der Bundestagsabgeordnete Andreas Jung (CDU) habe an diesem Gespräch teilgenommen. „Ich bin dem Innenminister und der Polizei dankbar für ihre Unterstützung“, wird OB Häusler darin zitiert. Er hatte in Folge der Massenschlägerei bereits eine verstärkte Polizeipräsenz in der Innenstadt gefordert.

Mehr Kameras für mehr Sicherheit

Auch im Gespräch mit dem SÜDKURIER hatte sich der Singener Rathauschef für weitere Schritte ausgesprochen. „Wir planen eine Videoüberwachung an zentralen Orten in unserer Innenstadt“, sagte Häusler jüngst. Vor allem im Bereich des Cano-Einkaufszentrums und um den Bahnhof samt Fußgängerzone könne er sich die verstärkte Nutzung von Kamera- und Videomaterial vorstellen, damit diese Bereiche für die Singener Bürger noch sicherer werden.

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Was eine Verstärkung des Polizeireviers in Singen durch die Bereitschaftspolizei des Landes bedeutet, erklärt Polizeipressesprecher Uwe Vincon auf SÜDKURIER-Nachfrage: „Daraus geht nicht hervor, dass das Polizeirevier in Singen auf einen Schlag doppelt so viele Polizisten hat.“ Vielmehr bedeute dies, dass über einen gewissen Zeitraum weitere Einheiten in Singen stationiert werden könnten. Etwa bei kritischen Situationen oder um für mehr Präsenz in der Hohentwiel-Stadt zu sorgen, so Vincon weiter.

Abschreckung durch mehr Präsenz

Vergleichbar sei dies etwa mit der Einsatzbereitschaft bei den sogenannten Montagsspaziergängern oder etwa im April 2020, als zusätzliche Polizisten zur Kontrolle der damals geltenden Hygienevorschriften nach Singen gesandt wurden. Auch die Reiterstaffel, die immer wieder am Radolfzeller Seeufer patrouillierte, sei Teil der Bereitschaftspolizei des Landes. „Die temporäre Aufstockung der Singener Polizei soll auch eine Art Abschreckungscharakter an den Tag legen“, so Polizeisprecher Vincon weiter.