Dass eine Führung durch eine Ausstellung zu einem kunstreichen und zugleich kulinarischen Abend werden kann, erlebten die Besucher und Besucherinnen in der Fotoausstellung „Schaut her! Toni Schneiders“ im Kunstmuseum. „Ausstellungsführung trifft Brotzeit“ war das Motto des Abends, Stichwortgeber war die Fotografie „Brot“ aus dem Jahr 1970. Sie zeigt drei Brotscheiben, die ordentlich in eine Reihe gelegt, ohne jeden Belag auf einem Teller liegen. „Kunst, Brot und Zeit“ lautete es dann bei einem Brotsnack zum Abschluss des Abends.

Fotograf wollte mehr als dokumentieren

Toni Schneiders war einer der stilprägenden Erneuerer der deutschen Nachkriegsfotografie und Mitbegründer der Avantgardegruppe „fotoforum“. Als Reisefotograf entwarf er mit seinen Aufnahmen von Landschaften, Städten, Bauwerken und Menschen ein neues Bild von der Welt und dem Bodenseeraum. Bis zu seinem Tod 2006 lebte er in Lindau. Schneiders ging neue Wege: „Seine Bilder ragen aus dem Zeitkontext heraus, Toni Schneiders wollte mehr, als nur dokumentieren“, erläuterte Museumleiter Christoph Bauer.

Ihn habe das vorhandene Licht interessiert, die Form, die Linien, Strukturen, Licht- und Schattenspiele. In seinen Bildern spiegelt er die Realität in künstlerischer Form wider.

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Als Künstler sah sich Schneiders aber nicht, er war stolz auf seinen Beruf. Bei der ersten Ausstellung im Museum im Jahr 2006 hatte Bauer ihn noch erlebt. Als Künstler bezeichnet, habe er aber abgewinkt: „Ich bin kein Künstler, sondern Fotograf.“ Mutig und offen sei Schneiders auch den Menschen auf seinen Reisen begegnet, die ihn oft wochenlang in Länder rund um die Welt führten. „Seine Frau wusste nie, wann er zurückkommt“, zeichnete Bauer in seiner Führung auch ein Bild des Menschen Toni Schneiders.

Ausstellung noch bis 18. September zu sehen

Mit einem Brotsnack als Ausklang für die Gäste ging auch das Kunstmuseum einen neuen Weg. Und der wurde dankend angenommen und lud neben Genuss zu Austausch und Beisammensein. Die Ausstellung ist noch bis zum 18. September zu sehen.

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