Während im Rest der Republik diskutiert wird, mit wie vielen Personen aus wie vielen Haushalten man Weihnachten feiern darf, sind die Stadt Radolfzell und das Heimattage 2021-Planungsteam rund um Projektleiterin Christine Braun und Nina Hanstein, Geschäftsführerin der Tourismus- und Stadtmarketing GmbH, bereits längst im neuen Jahr angelangt.

Das Jahr der Heimattage in der Stadt steht quasi vor der Tür. Zeit bei einigen Veranstaltungen Nägel mit Köpfen zu machen, auch wenn die Lage sehr unbeständig sei, wie Hanstein während einem Video-Interview erklärte.

„Ich möchte nicht sagen, wir sind entspannt, aber die panischen Momente haben wir hinter uns.“Nina Hanstein, Geschäftsführerin TSR
„Ich möchte nicht sagen, wir sind entspannt, aber die panischen Momente haben wir hinter uns.“Nina Hanstein, Geschäftsführerin TSR | Bild: Kuhnle und Knödler

Es gebe nicht nur einen Kalender, in dem die einzelnen Veranstaltungen festgehalten seien, sondern auch einen Kalender, bis zu welchem Datum man sich für eine der verschiedenen Varianten der Durchführung entscheiden müsse. Hanstein und Braun haben trotz verschärfter Corona-Maßnahmen und deutlichen Einschränkungen in dem Veranstaltungsbereich noch immer gute Laune, wenn es um die Heimattage 2021 in Radolfzell geht.

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„Wir versuchen alle mitzunehmen und positiv zu bleiben“, sagt Projektleiterin Braun. Nina Hanstein äußert sich gewohnt pragmatisch: „Ich möchte nicht sagen, wir sind entspannt, aber die panischen Momente haben wir hinter uns“. So sieht der aktuelle Stand der Planung der Heimattage 2021 aus:

Digitaler Neujahresempfang

Der traditionelle Neujahresempfang im Milchwerk sollte der Auftakt des besonderen Jahrs in Radolfzell werden. Nun findet er nicht als Publikumsveranstaltung statt, sondern wird im Vorfeld auf Video aufgezeichnet und anschließend am 17. Januar um 9.30 Uhr auf der Homepage der Stadt veröffentlich. Gedreht werden soll laut Hanstein noch im Dezember, OB Martin Staab will seine Rede im leeren Milchwerk verlesen.

„Gerade für Vereine und Ehrenamtliche ist es nicht leicht, solch ein Hygienekonzept umzusetzen.“Christine Braun, Projektleiterin Heimattage
„Gerade für Vereine und Ehrenamtliche ist es nicht leicht, solch ein Hygienekonzept umzusetzen.“Christine Braun, Projektleiterin Heimattage | Bild: Matthias Güntert

„Zuerst wollten wir einfach weniger Besucher ins Milchwerk lassen, doch nun steht fest, dass wir eigentlich niemanden dazu einladen können“, sagt Hanstein. Mit dem Video-Neujahresempfang habe man aber eine gute Möglichkeit, alle Bürger zu erreichen, die sich dafür interessieren.

Übergabe der Heimattage-Fahne durch Ministerpräsident Kretschmann

Eigentlich ein erster Höhepunkt in dem Heimattage-Jahr, doch auch dieser Termin wird komplett digital stattfinden. Also zumindest für alle Bürgerinnen und Bürger. Die Übergabe durch den MP an OB Martin Staab wird in Stuttgart durch eine Video-Produktionsfirma aufgenommen und dann ebenfalls auf der Homepage der Stadt veröffentlicht.

Ortsteil-Projekte müssen überarbeitet werden

Christine Braun freut sich besonders über den Rückhalt aus den Ortsteilen. „Die Bereitschaft, etwas umzuplanen, ist auf jeden Fall da“, sagt sie. Allerdings habe man bereits zwei Veranstaltungen aus Liggeringen komplett auf 2022 verschieben müssen. Zum einen das Seenarrentreffen. Hier traf die Narrenvereinigung Hegau-Bodensee die Entscheidung für die Liggeringer Moofanger, das Seenarrentreffen für 2021 abzusagen und auf 2022 zu verschieben.

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Das zweite Liggeringer Ortsteilprojekt „Liggeringen Rock & Wind 4.0“ hat der Musikverein nach reiflicher Überlegung abgesagt. Die Abstandsregeln für 54 Musiker auf der Bühne sei kaum umzusetzen. Mit einer Beschränkung der Besucherzahlen sei die Veranstaltung kaum rentabel durchzuführen. Der Verein wolle das Konzert eventuell 2022 nachholen.

Doch Ortsvorsteher Hermann Leiz wolle Liggeringen bei den Heimattagen nicht außen vor lassen und plane bereits eine neue Veranstaltung, berichten Braun und Hanstein. Im Mai solle es mehrere kleinere Veranstaltungen zum Thema „Heimat auf dem Bodanrück“ geben.

„Gerade in den Ortsteilen ist es für die Vereine und Ehrenamtliche nicht leicht, solch ein Hygienekonzept umzusetzen“, betont Christine Braun den Einsatz in den Ortsteilen. Alle anderen Projekte aus den Ortsteilen können trotz Pandemie mit entsprechendem Konzept stattfinden.

Narrenreise nur noch als Video

Auch diese Veranstaltung war ursprünglich als eine der ersten im Jahr geplant und wird wie der Neujahresempfang und die Übergabe der Fahne als Video-Projekt umgesetzt. Es hänge davon ab, wann es die Corona-Regeln wieder zulassen.

Die Dreharbeiten dazu beginnen im Januar oder erst im Februar. „Je nach dem, wie sich alles entwickelt, verschieben wir die Drehtage, wenn es sein muss“, sagt Hanstein. Man könne zwar vieles nicht spontan entscheiden und planen, aber bei diesem Videoprojekt würde es nicht auf den Tag genau ankommen.

Ausstellungen in Museum und Villa Bosch sind unproblematisch

In der Villa Bosch und im Stadtmuseum lassen sich Besucherzahlen bestens regulieren und den Abstand einhalten, sodass davon auszugehen ist, dass die Ausstellungen im Rahmen der Heimattage stattfinden können. Diese sind die Sonderausstellung „Trachten leben“ im Museum ab dem 20. März 2021 und die Ausstellung Heimatprojekt mit der Universität Konstanz unter dem Titel „Patchwork Heimat“ ab dem 28. März 2021.

Hoffen aufs Frühjahr und den Impfstoff

Für die Veranstaltungen im zweiten Quartal behalte man nach wie vor mehrere Durchführungsoptionen im Blick, sagt die Geschäftsführerin der Tourismus- und Stadtmarketing GmbH. Den Trachtentag Ende April und den Baden-Württemberg-Tag Anfang Mai könne man als Online-Veranstaltung durchführen oder eben mit so vielen Besuchern, wie zu dieser Zeit gestattet sind.

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Und auch für die Veranstaltungen im Sommer und Herbst 2021 habe man coronokonforme Konzepte in der Schublade. Auch wenn die leise Hoffnung mitschwingt, sie gar nicht nutzen zu müssen. „Ich freu mich ehrlich gesagt schon auf den Tag, an dem die ganzen Einschränkungen aufgehoben werden“, sagt Nina Hanstein.

Am Budget der Heimattage ändert auch Corona nichts. „Wir können nur das Geld ausgeben, welches wir haben“, erklärt Christine Braun. Die Kosten für die Durchführung einer Veranstaltung fallen zwar weg, dafür müsse man die Video-Produktionsfirma bezahlen.

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