Stefan Bushuven warnt eindringlich. In der Hand hat der Oberarzt für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Hegau-Bodensee-Klinikum in Singen eine FFP-Atemmaske. FFP steht für „filtering face piece“ (filtrierendes Gesichtsteil). Er deutet mit dem Finger auf ein Ventil. „Durch dieses kleine Ventil kann die Atemluft entweichen“, erklärt er. Und genau hier besteht das Problem: das Ventil.

Maskenpflicht in Baden-Württemberg

Seit Montag gilt in Baden-Württemberg die Maskenpflicht, wenn eine Person einkaufen geht oder den öffentlichen Nahverkehr nutzt. Damit soll eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden. Um sich und andere zu schützen, tragen daher einige Menschen FFP-Masken – auch bekannt als Staubschutzmasken.

Eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP und Einweghandschuhe.
Eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP und Einweghandschuhe. | Bild: Christian Beutler

Aber: Diese Masken sind nicht sinnvoll, sagt Bushuven. Hat eine solche FFP-Maske ein Ventil, wird die ausströmende Atemluft nicht gefiltert. Eventuelle Bakterien oder Viren werden zielgerichtet in die Umgebung abgeleitet. Der Schutz der Anderen sei passé. Eine FFP-Maske ohne Ventil verursacht dieses Problem nicht.

Auch Einmalhandschuhe ist abzuraten

Auch eine andere Beobachtung des Gesundheitsexperten macht ihm Sorgen: Einige Menschen ziehen Nitrilhandschuhe beim Einkaufen an. Anstatt zu schützen, bergen die Einmalhandschuhe ein Risiko.

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Auf der Oberfläche der Handschuhe können sich Bakterien sammeln. Fasst der Träger Lebensmittel im Supermarkt an, kann er Keime übertragen. „Es ist eher ein Pseudoschutz“, sagt Bushuven. Sinnvoller sei das Händewaschen.

E-Learning-Programm für Hygienevorschriften

Aktuell arbeitet der Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) daran, ein E-Learning-Programm zu entwickeln. In diesem Programm sollen Menschen geschult werden, was wirklich Schutz bietet. Das Programm ist in der Testphase und soll bald auf der Homepage des GLKN und des Landrats­amtes Konstanz veröffentlicht werden.