Der technische Dienst der Caritas hat nach den Plänen der Konstanzer Innenarchitektin Heike Rahmen mit viel Farbe sowie der neuen Anordnung der Warenannahme, Kassentheke, Verkaufsflächen und Umkleidekabinen ein neues Raumgefühl geschaffen. Der Charme des 260 Quadratmeter großen Industriebaus kommt nun zur Geltung, und es wirkt, als hätte das Kaufhaus viele Quadratmeter an Fläche gewonnen.

Aktuell gelten im Kaufhaus wegen der Infektionsgefahren durch das Coronavirus besondere Wege und Regelungen für die Kunden. Es dürfen maximal zehn Einkäufer gleichzeitig im Raum sein. Der Eingang und der Ausgang wurden getrennt. Deshalb betreten Kunden das Kaufhaus gleichsam durch den Hintereingang.

Von dort aus führt der Weg in einer Einbahn-Runde durch die Verkaufsflächen mit Büchern, Haushaltswaren, Kleidern, Kindersachen, Dekoartikeln und Möbeln. Der derzeitige Ausgang ist der eigentliche Eingang. Sobald die Corona-Maßnahmen aufgehoben sind, kommen die Kunden wie schon seit den 15 Jahren des Bestehens des Kaufhauses durch den gewohnten Eingang. Dann aber öffnen sich völlig neue Blicke in den Verkaufsraum.

Spenden müssen derzeit in „Quarantäne“

Eine frühere Wand, die den Eingangsbereich vom Vorraum trennte, ist verschwunden. Neu ist eine Extra-Theke, an der Bürger Dinge abgeben können, die sie Fairkauf spenden wollen. Diese bietet die Caritas dann im Kaufhaus günstig an – während der Corona-Zeit erst, nachdem sie einen Tag lang in Quarantäne waren.

Im sanierten Secondhand-Kaufhaus in der Gartenstraße gibt es eine neue Theke für die Annahme gespendeter Waren. Fairkaufleiter Andreas Huber zeigt, wie die Kollegen dort arbeiten.
Im sanierten Secondhand-Kaufhaus in der Gartenstraße gibt es eine neue Theke für die Annahme gespendeter Waren. Fairkaufleiter Andreas Huber zeigt, wie die Kollegen dort arbeiten. | Bild: Claudia Rindt

Jeder sei als Kunde willkommen, sagt Fairkaufleiter Andreas Huber. Wer hier einkaufe, müsse nicht bedürftig sein. Wer es sei, bekomme Rabatte. Früher lief die Warenannahme über die Theke, an der die Kunden auch die Waren bezahlten.

Die neue Kassentheke steht zentral im Verkaufsraum, und ist von zwei Seiten zugänglich, und vom Dienst der Warenannahme entlastet. Im Verkaufsraum strahlen die Wände in Rot, Gelbgrün und Weiß. Die Regale präsentieren sich in einem einheitlichen Design, und zwischen den Stellflächen haben die Kunden neu viel Platz, die Dinge zu betrachten.

1300 Bücher sind aktuell im Verkaufsraum

Vor allem die Bücherabteilung hat an Aufenthaltsqualität gewonnen. Sie steht jetzt zum großen Teil auf einem Podest, auf dem auch noch eine Kaffee-Theke als Begegnungsraum eingerichtet wird. Das Bücherangebot werde noch ausgebaut, sagt Fairkauf-Leiter Andreas Huber. Aktuell seien 1300 Bücher ausgestellt, in der alten Formation seien es mehr als 2000 gewesen. In der alten Aufstellung war der Platz zwischen den Regalen sehr eng. Dies hat sich nun geändert.

Alles parat für die Kunden: Der ehrenamtliche Mitarbeiter Max Clemens und die Beschäftigte Annette Spieler dekorieren die Waren auf dem Regal im Gebrauchtwaren-Kaufhaus Fairkauf. Es wurde eben saniert.
Alles parat für die Kunden: Der ehrenamtliche Mitarbeiter Max Clemens und die Beschäftigte Annette Spieler dekorieren die Waren auf dem Regal im Gebrauchtwaren-Kaufhaus Fairkauf. Es wurde eben saniert. | Bild: Claudia Rindt

Schon vor dem Umbau neu eingerichtet wurde vor dem Kaufhaus ein Ausstellungsraum für alte Möbel im neuen Design. Sie werden von Langzeitarbeitslosen in Radolfzell restauriert, und durch neue Anstriche aufgewertet. Aus alten Stoffen fertigen Langzeitarbeitslose auch lustige Figuren. Einige dieser Möbel und Stoffwerke sind auch in der Frühlingsausstellung auf der Insel Mainau zu sehen.

Beim Verkauf von Möbeln arbeitet Fairkauf an einer Neuerung. Oft gibt es mehr Möbel, als im Verkaufs- und Ausstellungsraum Platz haben. Fairkauf plant deshalb den Aufbau eines Online-Katalogs, in dem Fotos und Beschreibungen von Möbeln zu sehen sind, die in Einzelteilen zerlegt im Lager auf einen Käufer warten.

„Es ist eine wahnsinnig schwierige Zeit“

Die Corona-Krise, so sagt Andreas Huber, habe vor allem die Langzeitarbeitslosen bei Fairkauf schwer getroffen. Manche seien gerade dabei gewesen, sich durch die befristete Arbeit zu stabilisieren, dann sei sie ihnen schon wieder weggebrochen. Die Caritas habe einige Betroffene mit Telefongesprächen durch die Krisenzeit begleitet.

Die sowieso schon schwierige Lage der Langzeitarbeitslosen werden sich durch die Corona-Krise weiter verschärfen, davon geht Andreas Huber aus. „Es ist eine wahnsinnig schwierige Zeit.“

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