Die Initiative kritisierte das Veranstaltungshaus als überdimensioniertes Prestigeobjekt. Burchardt sei Initiator und Protagonist des „geldverschlingenden Molochs“. Es war eines von vielen Themen beim Bürgerempfang. Ein Überblick.

OB Uli Burchardt würdigt beim Bürgerempfang das ehrenamtliche Engagement wie das der Feuerwehr. Er ehrt stellvertretend (von links) die Zugführer Heiko Auer, Michael Müllner, Arthur Merk, Sven Reutter, Winfried Romer, Daniel Schropp, Rudolf Matthias, Dietmar Berger, Matthias Hirt, Kommandant Bernd Roth und sein Stellvertreter Hans-Jürgen Oexl.
OB Uli Burchardt würdigt beim Bürgerempfang das ehrenamtliche Engagement wie das der Feuerwehr. Er ehrt stellvertretend (von links) die Zugführer Heiko Auer, Michael Müllner, Arthur Merk, Sven Reutter, Winfried Romer, Daniel Schropp, Rudolf Matthias, Dietmar Berger, Matthias Hirt, Kommandant Bernd Roth und sein Stellvertreter Hans-Jürgen Oexl. | Bild: Scherrer, Aurelia
  • Bodenseeforum: Ohne auf die Protestaktion vor dem Bodenseeforum Bezug zu nehmen, konterte Oberbürgermeister Burchardt in seiner Ansprache vor den etwa 800 Bürgern im Saal. Immer wieder werde das Haus durch die Mühle gedreht und mal „addiert, multipliziert und skandalisiert“. Fakt sei: Im Jahr 2017 habe das Bodenseeforum ein Defizit in Höhe von 2,4 Millionen Euro und 2018 in Höhe von 1,5 Millionen Euro geschrieben. Diese Zahlen müssten im Gesamtkontext gesehen werden. Der städtische Doppelhaushalt habe ein Volumen von 1,4 Milliarden Euro, von denen 19 Millionen Euro jährlich in den Kulturbereich flössen. Trotz der durch das Bodenseeforum verursachten Defizite habe niemand verzichten müssen. Zudem habe das Veranstaltungshaus Einnahmen über Plan generiert. Burchardt ist weiterhin davon überzeugt, dass es „richtig und wichtig für Konstanz ist“, denn es sei ein Stück Infrastruktur, Daseinsvorsorge und Zukunftsinvestition. Im Frühjahr dieses Jahres würden die Optionen diskutiert und im Sommer werde der Gemeinderat eine Entscheidung treffen, wie es mit dem Bodenseeforum weitergehen soll. Er erwartet eine Kehrtwende.
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  • Wohnen: „Wohnen ist ein zutiefst soziales Thema“, sagte der Oberbürgermeister. Ein zukunftsentscheidendes Thema, denn Wohnraum sei Grundlage, um Fachkräfte zu bekommen. Im Handlungsprogramm Wohnen wurde festgelegt, dass bis zum Jahr 2035 rund 8000 Wohnungen entstehen sollen. Die Hälfte sei bereits realisiert. Weitere Neubaugebiete seien in Arbeit. Zum kritisierten Bauprojekt auf dem Vincentius-Areal merkte Burchardt an, die Stadt habe das Gelände bewusst an einen zahlungskräftigen Investor verkauft, um mit dem Erlös den Klinik-Neubau mitzufinanzieren. Voraussichtlich im Jahr 2025 könne am Hafner das erste Haus gebaut werden, auf dem Siemensareal in der Bücklestraße im Jahr 2021. In den kommenden Jahren könne in Ruhe diskutiert werden, ob und wie Konstanz weiter wachsen soll.
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  • Verkehr: Ein komplexes Thema, das komplexer Lösungen bedarf, wertete der OB. Im Jahr 2016 habe es an sechs Tagen „totale Staus“ gegeben, 2017 an drei und 2018 an einem Tag. Aktuell sei die Situation lediglich durch die Arbeit der Verkehrskadetten in den Griff zu bekommen. Es sei ein digitales Verkehrsmanagement in Planung, das je nach Verkehrsaufkommen entsprechend umleite. Mit der Sanierung des Rheinsteigs sei im vergangenen Jahr der erste Schritt zur Realisierung des C-Konzeptes abgeschlossen worden. Als nächstes würden der Bahnhofplatz sowie der Sternenplatz mit Spanierstraße in Angriff genommen.
  • Stadtbusse: „Im ersten Halbjahr wird der entfernungsabhängige Kurzstreckentarif getestet“, kündigte Burchardt an. Das System basiere auf den Einsatz von Smartphones nach dem Prinzip: Einsteigen, aussteigen, automatisch bezahlen.
  • Kinderbetreuung: 2007 hat der Ausbau der Kinderbetreuung für die unter Dreijährigen begonnen. In dieser Zeit sei die Zahl der Plätze von 188 auf 688 gestiegen – 150 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher, 9 Millionen Euro Personalkosten, 33 Millionen Euro für den Ausbau, skizzierte Burchardt. Dieses Thema „hat höchste Priorität“, stellte er fest. Dieser Ausbau solle solange vorangetrieben werden, „bis jedes Kind, das einen Platz braucht, auch einen bekommt“.
  • Bildung: Die Gemeinschaftsschule sei ein Erfolg. Jetzt folge für 8 Millionen Euro der Neubau der Oberstufe. Im Fokus lägen zudem Sanierung und Ausbau der Geschwister-Scholl-Schule für rund 24 Millionen Euro.
  • Ehrenamt: Ohne bürgerschaftliches Engagement funktioniere keine Stadt. Vereine bekommen bereits eine finanzielle Förderung. Neu ist das mit 100 000 Euro dotierte Bürgerbudget. Bürger können Projekte vorschlagen und darüber abstimmen. Im kommenden Jahr werde dieses Budget erstmals ausgeschüttet. Ferner stellt die Stadt Konstanz nunmehr den Vereinen 50 000 Euro für Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung.
  • Rückblick: Oberbürgermeister Uli Burchardt blickte mit einer Bilderschau, vorwiegend mit Selbstportraits, auf das Jahr 2018 zurück. Die wichtigsten Themen: Eröffnung Klinik-Neubau mit Vincentius, Planungsbeginn für das Neubauquartier Brückenkopf Nord gegenüber Bodenseeforum, Eröffnung Z-Brücke in Petershausen, Inbetriebnahme des Fahradmietsystems Konrad, Eröffnung des umgestalteten Rheinsteigs, Ende des Konziljubiläums, Eröffnung Fahrradstraße, Richtfest Hauptfeuerwache Steinstraße, Eröffnung Nabu Bodenseezentrum und Klinikbrand.