Es ist ein kleines Logistik-Zentrum am Gottmannplatz: Jedes Jahr bewegt die Konstanzer Tafel rund 200 Tonnen an Lebensmitteln. Sie nimmt diese als Spenden von Geschäften entgegen, welche die Waren los werden wollen. Oftmals fliegt ein ganzes Netz voller Orangen aus dem Regal oder dem Lager, weil eine Frucht im Beutel faul ist.

Im Tafelladen am Gottmannplatz stehen ehrenamtliche Helfer bereit, um die guten Waren von den ungenießbaren zu trennen, und die einwandfreien Lebensmittel günstig an Bedürftige abzugeben. Doch jetzt bangt die Konstanzer Tafel um ihr wichtigstes Hilfsmittel: den Transporter mit Kühlabteil.

Der Transporter hat fast 200 000 Kilometer auf dem Tacho, die Reparaturen häufen sich. Die Sache ist für den vor 14 Jahren gegründeten Tafelladen klar: Er benötigt einen neuen Transporter, und viele Spender, die helfen, die etwa 40 000 Euro dafür aufzubringen.

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Günstige Lebensmittel für Bedürftige

Vom Warenverkauf allein kann sich der Tafelladen nicht tragen. Denn die Produkte hier werden besonders günstig an registrierte Kunden abgegeben. Dazu gehören arme Menschen, die Arbeitslosengeld II, Grundsicherung, Sozialhilfe oder Bafög beziehen, Geringverdiener und Niedrigrentner.

Als Faustregel gilt: Wer den Konstanzer Sozialpass bezieht, kann auch bei der Tafel einkaufen. Im Tafelladen kosten beispielsweise der Beutel Kartoffeln oder Tomaten 30 Cent und die Tüte Äpfel 20 Cent. Rund 300 Einkaufspässe habe die Tafel ausgegeben, sagt Cheforganisatorin Anita Hoffmann. Dahinter stünden rund 1200 Menschen, die von den günstigen Waren profitierten.

Helfer halten die Kosten niedrig

Rund 50 ehrenamtliche Helfer tragen dazu bei, die Kosten niedrig zu halten. Zu Buche schlagen aber die Monatsmiete in der Höhe von rund 1000 Euro kalt, der Lohn für eine Vollzeitkraft als Fahrer und eine Halbtagskraft als Helferin.

„Man muss schauen, dass man das alles gestemmt bekommt“, sagt Anita Hoffmann. Bei den Touren habe es sich bewährt, auf eine feste Kraft zu setzen. Schließlich könne nicht jeder zu festen Zeiten solch einen Transporter sicher fahren.

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Tafel sucht noch nach ehrenamtlichen Helfern

Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfern aber würde es den Tafelladen nicht geben. Für Montag und Donnerstag in der Zeit zwischen 9 und 14 Uhr sucht die Tafel noch Menschen, die freiwillig anpacken wollen.

Vor allem am Donnerstag häuften sich die Waren, sagt Anita Hoffmann. Dies bedeutet: Es gibt besonders viele Kisten zu schleppen und besonders viele Waren auf ihre Verkaufsfähigkeit zu prüfen, besonders viel Gemüse zu putzen und ansprechend in die Verkaufsregale zu sortieren.

Gretel Scholl-Leifert kommt, wie sie selbst sagt, aus einem Schreibtisch-Job. Seit sie im Ruhestand ist, gehört sie zu den freiwilligen Helferinnen. Über ihre Einsätze sagt sie: „Danach bin ich immer ganz schön müde. Es ist körperlich anstrengend.“ Dennoch trage sie gern zum Bestehen des Tafelladens bei.

Lebensmittel landen ohne Helfer in der Tonne

Ohne ihn würden die Sachen im Müll landen. Gerhard Kramer ist der Mann für die schweren Kisten. Seit 2006 engagiert er sich für den Tafelladen und scheut sich nicht, schwer zu tragen. Er hilft aber auch im Büro und beim Putzen des Gemüses für den Verkauf. Flott schafft er mit dem Messer. „Vor 50 Jahren war ich mal Koch“, sagt er auf Nachfragen, warum er sich so geschickt am Messer anstellt. „Gemüsemachen, das verlernt man nicht.“

Auch Trockenwaren sind begehrt

Wer den Tafelladen mit Waren unterstützen will, kann dies auch tun. Trockenwaren wie ungeöffnete Packungen von Reis, Mehl und Nudeln sind immer gesucht, ebenso Flaschen mit Öl und Päckchen mit Kaffee oder Kakao.

Alle Folgen der Serie „Wir helfen mit“ finden Sie gesammelt auf dieser Seite.

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