"Ojemine, zum Spiel der Deutschen gegen Mexiko möchte ich mich lieber nicht äußern", sagt Gräfin Diana schmunzelnd. "Viel lieber schaue ich nach vorne. Am Samstag wird es nur einen Sieger geben: Sverige!", ruft sie laut im Rosengarten der Mainau – und ein paar Touristen, die schon im 9 Uhr die herrliche Natur und die wärmenden Sonnenstrahlen genießen, winken ihr zustimmend zu. Schweden also – das steht für die 36-Jährige fest. "Unsere Abwehr ist so sicher und stabil, da werden es die Deutschen sehr schwer haben." Und da die Skandinavier in ihren Augen mindestens zwei Tore erzielen werden, steht ihr Tipp: "Wir gewinnen mit 2:1 und schießen die Deutschen damit aus dem Turnier."

Video: Andreas Schuler

Gräfin Diana besitzt zwei Staatsangehörigkeiten – die deutsche und die schwedische. Mit ihren Geschwistern spricht sie ganz gerne schwedisch, alle beherrschen die Sprache ihres Vaters Lennart Bernadotte perfekt. "Das ist dann eine gute Geheimsprache, wenn niemand mitbekommen soll, was wir sagen", erzählt sie lachend. Das Spiel am Samstag wird sie mit ihren zwei Söhnen und ihrem Ehemann daheim auf der Couch verfolgen – der Vater im Deutschland-, die Mutter im Schweden-Trikot. "Dazu bereite ich schwedische Spezialitäten zu: Köttbullar oder Punch", blickt sie voraus. Am Nachmittag tanzt sie auf der Mainau noch traditionell mit selbst geflochteten Blumenkränzen zum Beginn des Sommers – Mittsommer ist in Schweden fast noch wichtiger als Weihnachten. Gemeinsam feiern die Menschen den Beginn der schönsten Jahreszeit. Blumen, Hering, Schnaps und Tänze um die Midsommarstång dürfen auch auf der Mainau nicht fehlen. Damit lebt die die Tradition der Familie Bernadottes auch im Süden Deutschland weiter.

Bildunterschrift
Bildunterschrift | Bild: Andreas Schuler

Tanja Hock mag es da schon etwas ruhiger. Nicht, dass sie am Samstagabend die deutsche Elf nicht lautstark aus der Ferne unterstützen wolle. "Doch ich genieße solche Spiele auch etwas zurückhaltender", sagt die zweifache Mutter. Sie wird sich die aus deutscher Sicht so entscheidende Partie bei einem Freund zusammen mit vielen anderen Fans in eienr Halle in Wollmatingen anschauen. "Das Spiel gegen Mexiko habe ich daheim auf der Couch verfolgt – das hat ja kein Glück gebracht", erzählt sie lachend.

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Die 42-Jährige bezeichnet sich selbst als "typischen WM-Fußball-Fan. Alle vier Jahre und vielleicht auch noch dazwischen bei den Europameisterschaften interessiert mich Fußball so richtig". Im normalen Leben drückt sie Borussia Dortmund die Daumen. Seit 2012, als die Westfalen Meister und Pokalsieger wurden, "weil ich den Kloppi so toll finde. Seitdem bin ich Fan von Borussia Dortmund". Ihr Tipp für Samstagabend? "Wir müssen ja gewinnen, ansonsten sind wir ziemlich sicher draußen. Als denke ich, dass Deutschland mit 2:1 gewinnen wird. Es bleibt ja nichts anderes übrig."