Für die Vertreter der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft war im Prinzip schon vor der gleichnamigen Sitzung im Gottmadinger Rathaus alles klar. Auf der Tagesordnung stand die fünfte Änderung im Teilverwaltungsraum Gottmadingen. Übersetzt heißt das so viel wie, dass die Kollegen aus Gailingen und Büsingen, die mit den Gottmadingern beim Flächennutzungsplan in einem Boot sitzen, darüber mitzuentscheiden haben, wie Gottmadingen mit den eigenen Flächen umgeht.

Alle Gewerbeflächen sind belegt

Weil der 10 000-Einwohner-Gemeinde langsam der Platz für Gewerbeansiedlungen ausgeht, will sie neue Flächen bereitstellen. Denn die Gleichung lautet: Neue Firmen bringen neue Arbeitsplätze. Nun kann aber nicht jeder einfach eine Halle irgendwohin bauen. Außerdem hat man sich den Flächenfraß untersagt. Deshalb müssen die Interessen abgewogen werden. Das ist ein Prozess, der schnell in die Jahre gehen kann. So auch hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Drei Argumente sprechen gegen die Erweiterung vom Goldbühl

Bereits im April 2018 beschäftigte sich der Gemeinsame Ausschuss mit diesem Thema. Damals war der Flächenhunger allerdings noch viel größer. Ursprünglich sollte das Gewerbegebiet noch vor dem Kreisverkehr auf beiden Seiten der B 34 erweitert werden. Dagegen sprachen jedoch mehrere Argumente, wie Markus Töpfer in der jüngsten Sitzung erklärte: „Wir haben die Erweiterung des Gewerbegebietes Goldbühl um 6,3 Hektar zurückgestellt, weil es dort mehrere Probleme gibt.“ Dieser Bereich scheidet wegen seiner schlechten Bebaubarkeit aus und kann deshalb weiter landwirtschaftlich genutzt werden. Neben den Gründungsproblemen befinden sich dort auch noch Altlasten und ein Biotop.

Im Osten der Gemeinde ist noch ein Eckchen frei

Damit geht es jetzt nur noch um die Erweiterung des Industrieparks nach Osten hin. Auf der Karte präsentiert sich das Gelände im Bogen der Osttangente als weißes Dreieck, das am Waldrand endet. Wie das Regierungspräsidium bereits im Dezember 2019 in einer Stellungnahme mitgeteilt hatte, dürfen das unmittelbar östlich angrenzende Naturschutzgebiet „Grasseen“ und das FFH-Gebiet „Gottmadinger Eck“ nicht angetastet werden. Aber auch die jetzt ausgewiesene Erweiterungsfläche durfte bisher nicht bebaut werden, weil sie zum Landschaftsschutzgebiet Hegau gehörte. Auf Antrag der Gemeinde wurde sie mittlerweile vom Landschaftsschutzgebiet abgegrenzt und darf nun als Gewerbefläche verwendet werden.

Die Bürger haben sich mit ihrem Protest durchgesetzt

Nicht weiterverfolgt wird die Ausdehnung der Gewerbeflächen im Südosten von Gottmadingen. Diese Variante war auf große Ablehnung bei den Bürgern gestoßen. Um die Wirtschaft im Unterzentrum weiter entwickeln zu können, habe Gottmadingen einen jährlichen Bedarf an zwei bis drei Hektar Gewerbefläche, heißt es in der Sitzungsvorlage. Auch mit der neuen Fläche wird es also schnell wieder eng werden. Ein weiteres, kleines Gewerbegebiet mit vier Hektar ist bereits in Bietingen erschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren