Ohne einen offiziellen Rektor geht die Wehrer Gemeinschaftsschule (GMS) ins neue Schuljahr. Vor der Schule liegt ein Jahr des Umbruchs: Während die zehnte Klasse als vorerst letzter Jahrgang der Walther-von-Klingen-Realschule den Abschluss macht, wird gleichzeitig die neue Klasse fünf der letzte Jahrgang sein, der die Wehrer Gemeinschaftsschule beginnt. Ab dem Schuljahr 2019/20 soll die Schule wieder Realschule sein und Jahr für Jahr nach oben wachsen. Bis 2023/24 werden also wieder beide Schulformen unter einem Dach unterrichtet.

Über den Antrag der Stadt Wehr vom April auf Umwandlung der GMS zu einer Realschule ist noch nicht entschieden, wie eine Sprecherin des Kultusministeriums auf Anfrage mitteilt. Was zunächst nach einer reiner Formsache aussah, entwickelte sich seit April zu einer komplexen Verwaltungsangelegenheit. Das Kultusministerium verlangte nämlich von der Stadt Wehr eine Sicherheit, dass Wehrer Eltern ihre Kinder künftig auch an einer Gemeinschaftsschule unterrichten lassen können. Dazu bedurfte es einer interkommunalen Vereinbarung mit einer der Nachbarstädte.

In Frage kam hier nur Schopfheim, weil die Bad Säckinger Schulen schon jetzt räumlich an ihre Grenzen stoßen. Der Vertrag zwischen Wehr und Schopfheim wurde zwar im Juli geschlossen, da beide Städte aber in unterschiedlichen Landkreisen liegen, muss die Kommunalaufsicht im Regierungspräsidium den Vertrag noch absegnen, bevor das Kultusministerium über den eigentlichen Antrag der Stadt entscheidet. Wegen der Ferienzeit verzögerte sich der Ablauf zusätzlich.

Folgen hat die Verzögerung nun für die Schule: Weil amtlich noch nicht über die künftige Schulform entschieden ist, liegt auch die Ausschreibung der vakanten Rektorenstelle auf Eis. Im April hatte Schulamtsdirektor Hans-Joachim Friedemann noch eine Aussicht auf eine zeitnahe Ausschreibung gestellt. Von Seiten des Kultusministeriums heißt es, dass eine Entscheidung im September unwahrscheinlich sei.

Bitter für die Schule: Sowohl die Rektorenstelle als auch die Konrektorenstelle sind aktuell unbesetzt. Zwar gibt es ein mehrköpfiges Leitungsgremium, ein Kopf, der die Schule nach innen und außen repräsentiert, fehlt aber. Anfragen unserer Zeitung zum Schuljahresstart blieben unbeantwortet, stattdessen verwiesen die Verantwortlichen an das Schulamt. Dort hieß es, die aktuellen Zahlen und Daten zum Schuljahresbeginn lägen erst zum Ende der Woche vor.