Heiraten liegt in Wehr wieder im Trend: Das Standesamt Wehr konnte im vergangenen Jahr einen leichten Anstieg bei den Eheschließungen verzeichnen. Nach der aktuellen Statistik wurden im Wehrer Rathaus im vergangenen Jahr 67 Ehen geschlossen – drei mehr als im Vorjahr. Darunter waren – wie im Vorjahr – auch zwei gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften, die ihre Verbindung nach dem neuen Recht in eine Ehe umwandeln ließen.

Diese seit Oktober 2017 mögliche „Ehe für alle“ wurde bislang in Wehr nur von bereits Verpartnerten beantragt. Den insgesamt 67 Eheschließungen stehen 80 Fällen der Auflösung einer Ehe gegenüber. Diese wird von Standesamt entweder nach dem Tod eines der Ehegatten oder nach Scheidung beurkundet.

Die Galerie des Alten Schlosses in Wehr wird von Heiratswilligen verstärkt nachgefragt. Bild: Archiv
Die Galerie des Alten Schlosses in Wehr wird von Heiratswilligen verstärkt nachgefragt. Bild: Archiv

„Es freut uns besonders, dass Wehr als Trauungsort nicht nur bei den Wehrer Bürgern beliebt ist, sondern mittlerweile auch im Umkreis“, so die Wehrer Standesbeamtin Simone Oßwald. Insbesondere die Möglichkeit, dass sich Paare in der Galerie des Alten Schlosses das Ja-Wort geben, wird immer häufiger genutzt. 2018 waren es doppelt so viele wie im Vorjahr. „Der Ausbau unserer Trauorte mit der Widmung der Galerie im Alten Schloss hat sich im Jahr 2018 als weise Entscheidung erwiesen“, so Standesbeamtin Simone Oßwald. Die Größe und die Beschaffenheit dieses schönen Saales mit den wechselnden Ausstellungen habe sich bereits per Mund-Propaganda bei den Heiratswilligen herumgesprochen.

Als beliebtester Trauort bei den Brautpaaren gilt jedoch weiterhin der Trausaal im Neuen Schloss: Durch den festlichen und barocken Stil bietet er zweifellos das festlichste Ambiente in den Räumen der Stadt Wehr. Auf Platz 2 folgt die Galerie des Alten Schlosses. Dieser Raum ist besonders geeignet für größere Hochzeiten mit vielen Gästen. Ein besonderer Höhepunkt der Trauzeremonie dürfte hier wohl der Einzug der Braut über den Glasaufzug sein. Der räumlich kleinste Trauraum in Wehr ist das Trauzimmer in Öflingen, dies wurde im vergangenen Jahr nur von einem einzigen Paar gewünscht.

Aber auch Hochzeiten unter freiem Himmel sind in Wehr möglich

„Aufgrund des tollen Sommers und des goldenen Herbstes konnten im Pavillon der Burgruine Werrach, von Wehrern auch liebevoll Schlössle genannt, fünf Hochzeiten stattfinden, sogar noch Mitte Oktober“, berichtet die Standesbeamtin. Und selbst ihr Dienstzimmer – die pragmatischste Lösung für Heiratswillige – wurde insgesamt drei Mal für Eheschließungen genutzt.

Beliebtester Tag für Eheschließungen ist der Samstag – auch wenn dies für die Standesbeamtin Überstunden bedeutet. Knapp die Hälfte der Ehen wurden an diesem Tag geschlossen, insgesamt allerdings etwas weniger als noch 2017.

Das Standesamt Wehr in Zahlen

  • Sterbefälle: Im Jahr 2018 verstarben mit 57 Menschen in Wehr mehr Personen als im Vorjahr. 2017 waren 53 Todesfälle in Wehr zu verzeichnen. Festzustellen ist hierbei, dass vermehrt Wehrer Einwohner außerhalb von Wehr, in den umliegenden Krankenhäusern bzw. in der Schweiz versterben.
  • Geburten: Obwohl Wehr schon lange kein eigenes Krankenhaus mehr hat, konnte sich das Standesamt Wehr 2018 über zwei Beurkundungen einer Geburt in Wehr erfreuen. Zwei neue „Wehrer“ Erdenbürger haben in Wehr das Licht der Welt erblickt. „Darüber freuen wir uns ganz besonders“, so Simone Oßwald. Im Vorjahr konnte nur eine Wehrer Geburt beurkundet werden.
  • Sonstiges: Die Statitistik des Wehrer Standesamt weist folgende Zahlen aus: 243 ausgestellte Eheurkunden und Registerausdrucke; 111 ausgestellte Geburtsurkunden und Registerausdrucke, 464 ausgestellte Sterbeurkunden, 23 Vaterschaftsanerkennungen und 111 Kirchenaustritte – dies sind 21 mehr als im Vorjahr.