Der Klimawandel hat im baden-württembergischen Wald unübersehbar seine Spuren hinterlassen. Sichtbar wird dies auch in der Region. Die Waldwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die gute Nachricht ist, Waldbesitzer stehen mit dem Problem nicht alleine da, es gibt Hilfe vom Forst und vom Land zum Erhalt des Waldes.

Den Wald fit für die Zukunft machen

Zusammen mit Vertretern aus Forst Politik und der Gemeinde Herrischried präsentierte der Landesminister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk (CDU), am Donnerstagnachmittag mitten im Herrischrieder Wald Ergebnisse aus dem Projekt „Modellgebiet Südschwarzwald“ sowie Strategien zur Umsetzung und Weiterentwicklung, um die Waldschäden zu bewältigen und den Wald fit für die Zukunft zu machen.

Den heimischen Wald im Blick hatte das Projekt „Modellgebiet Südschwarzwald“. Die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine ...
Den heimischen Wald im Blick hatte das Projekt „Modellgebiet Südschwarzwald“. Die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller, Landesminister Peter Hauk, Bürgermeister Christian Dröse, Marcus Lingenfelder und Anja Peck, Leiterin Forstdirektion Freiburg (von links vorne), bei einer ergebnisorientierten Waldbegehung im Herrischrieder Wald. | Bild: Charlotte Fröse

„Wir werden alles tun, um den Waldumbau hinzubekommen“, betonte Peter Hauk. Er mahnte aber auch, dass der jetzige Zustand erst der Anfang eines lang anhaltenden Veränderungsprozesses der Wälder sei. Auch zukünftig werde davon auszugehen sein, dass die Wälder durch die klimatischen Veränderungen weiterhin gestresst und beeinträchtigt würden.

Ob es mit dem Wald in 20 Jahren besser werde oder nicht, liege zum großen Teil auch in den Händen jedes Waldbesitzers, die jedoch nicht alleine dastünden, sagte Hauk. Hilfe zur Bewältigung des Problems gibt es sowohl im Bereich der Beratung durch den Forst wie die der finanziellen Förderung durch das Land.

Eine Hauptaufgabe liege in der Wiederbewaldung der abgeholzten Waldflächen, betonte Armin Jacob von der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg. Er stellte zusammen mit Markus Rothmund, Amtsleiter des Kreisforstamtes Waldshut, einen Praxisleitfaden für die Wiederbewaldung vor. Herausgegeben wurde der Leitfaden, der auch eine Liste von Baumarten enthält, die in den unterschiedlichen Regionen geeignet sind, von der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg.

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Großes Augenmerk wird bei der Wiederbewaldung auf eine risikoangepasste Mischung der Baumarten gelegt. Hilfestellung bei der Wiederbewaldung geben die Fachleute vom Forst auf Landkreis- und Gemeindeebenen. Die Waldbesitzer können zudem auf eine finanzielle Förderung zählen. Minister Peter Hauk der dazu aufrief, Förderung zu beantragen, sagte: „Am Geld soll es nicht liegen.“

Im Fördertopf stehen noch Mittel bereit

Der Fördertopf für dieses sei noch nicht ausgeschöpft und auch im nächsten Jahr würden Mittel zur Verfügung stehen, betonte der Minister. Jörg Gantzer, Erster Landesbeamter des Landkreises, berichtete, dass seit 2019 mehr als sechs Millionen Euro Fördergelder im Landkreis ausbezahlt wurden. Diese Summe entspricht zirka 20 Prozent der Gesamtfördersumme im Land Baden-Württemberg.

Das Modellprojekt ist zwar abgeschlossen, aber es geht weiter. Auch andere Regionen können von den gesammelten Erkenntnissen profitieren. Mit Blick in die Zukunft stellte Marcus Lingenfelder von der baden-württembergischen Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt ein Satelliten gestütztes Borkenkäfer Warnsystem vor.

Der Borkenkäfer sei weiterhin aktiv, berichtete Markus Rothmund. Abhängig ist die Häufigkeit vor allem vom Klima. Die derzeitige Trockenheit wirke sich positiv auf die Käferpopulation aus.

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