Noch keine Entscheidung brachte am Sonntag der erste Wahlgang, wer die nächsten acht Jahre Villingen-Schwenningen als Oberbürgermeister regieren wird. Allerdings herrschte bei der Auszählung gestern Abend Spannung bis zu letzt. Denn Kandidat Jürgen Roth (CDU), Bürgermeister aus der Nachbargemeinde Tuningen, hat die Hürde einer absoluten Mehrheit nur hauchdünn um 1,9 Prozent der Stimmen verfehlt. Nun geht es in 14 Tagen in die Stichwahl: Dann gewinnt der Kandidat, der die einfache Mehrheit der Stimmen hat.

Zahlreiche Besucher verfolgen bei der SÜDKURIER-Wahlparty gespannt die Zwischenergebnisse der Auszählung.
Zahlreiche Besucher verfolgen bei der SÜDKURIER-Wahlparty gespannt die Zwischenergebnisse der Auszählung. | Bild: Hans-Jürgen Götz

Jürgen Roth, der vom CDU-Stadtverband unterstützt wird, äußerte sich gestern sehr zufrieden mit seinem Wahlergebnis von 48,1 Prozent der Stimmen, auch wenn ihm der Sieg im ersten Wahlgang knapp verwehrt wurde. Er werde "demütig bleiben" und in den nächsten zwei Wochen darum kämpfen, sein gutes Ergebnis zu halten oder zu verbessern, sagte er bei der SÜDKURIER-Wahlparty in der Neuen Tonhalle. Dort verfolgten zahlreiche Bürger die von Redaktionsleiter Norbert Trippl und von Politik-Professor Uli Eith kommentierten Wahlergebnisse.

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Enttäuscht war Roths stärkster Rivale Jörg Röber. Der 38-jährige Leiter des Oberbürgermeister-Referats im Villinger Rathaus gab zu, er hätte sich "ein paar Prozent mehr erwartet". Enttäuschend empfand er auch die niedrige Wahlbeteiligung. "Vermutlich gingen viele davon aus, dass es einen zweiten Wahlgang geben wird und sind heute nicht wählen gegangen", mutmaßte der von SPD und Grünen unterstützte Kandidat." Er zeigte sich aber erleichtert, dass es einen zweiten Wahlgang gibt. "Jetzt heißt es für mich, noch mal richtig Gas zu geben."

Die Wahlergebnisse finden Sie hier im SÜDKURIER-Wahlportal

Erstaunt hat viele Beobachter das schwache Abschneiden Röbers in Schwenningen. Dort hat er nur 29 Prozent der Stimmen bekommen, in Villingen dagegen über 40 Prozent. Erstaunlich deshalb, weil Noch-OB Rupert Kubon, der wie Röber bei seinen Wahlkämpfen von SPD und Grünen unterstützt wurde, seine Wahlen 2002 und 2010 stets durch die Unterstützung der Schwenninger Wähler gewonnen hatte. Eine Erklärung dafür gab Stadträtin Renate Breuning bei der SÜDKURIER-Wahlparty ab. "Röber ist für die Politik von Kubon in Schwenningen abgestraft worden“, urteilte die CDU-Fraktionsvorsitzende. „Das deutliche Ergebnis für Roth ist eine deutliche Abkehr von Rupert Kubon."

Marina Kloiber-Jung, die Betriebsleiterin des städtischen Bauhofs, kam auf 12,2 Prozent der Stimmen. Die 36-Jährige zeigte sich keineswegs entmutigt und kündigte an, sie werde in die Stichwahl gehen. Die anderen Kandidaten spielten nur eine untergeordnete Rolle. Gaetano Cristilli (52), Betreiber eines Fitness-Studios, kam auf 2,2 Prozent. Er kündigte seinen Rückzug aus der Wahl an. Cem Yazici, der singende Wirt aus Schwenningen, brachte es auf 1,5 Prozent der Stimmen, will aber dennoch in die Stichwahl gehen. Ebenfalls weitermachen will Dauerkandidatin Fridi Miller aus Sindelfingen, die nur 0,5 Prozent der Stimmen erhielt. Enttäuschend war die Wahlbeteiligung. Nur 42,3 Prozent der Wähler gingen an die Urnen.