Die 48-jährige Bürgermeister-Dauerkandidatin Fridi Miller, aus Sindelfingen, will sich auch bei der OB-Wahl in Villingen-Schwenningen bewerben. Auf Nachfrage des SÜDKURIER bestätigt sie am Mittwoch: "Ich bewerbe mich auf jede Wahl, also natürlich auch in Villingen-Schwenningen." Aktuell habe sie Bewerbungen laufen bei 100 Bürgermeisterwahlen, acht OB-Wahlen und einer Landtagswahl. "Nächste Woche bewerbe ich mich in Pforzheim für das Amt des Bürgermeisters für Soziales und Jugend."

Spätestens seit der Bürgermeisterwahl in Niedereschach ist Miller auch im Landkreis bekannt. Damals holte sie 0,5 Prozent. Das entsprach 14 Stimmen. Zu den offiziellen Kandidatenvorstellungen kommt Miller in der Regel nicht, mitunter strebt sie juristische Verfahren gegen die Kommunen nach der Wahl an. Aktuell will sie die Wahl in Weinheim wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Datenschutzgrundverordnung anfechten. Auf die Frage, was sie mit den ganzen Bewerbungen bezwecken wolle, antwortet Miller: "Mir geht es um die Kinder- und Menschenrechte."

Ob Miller überhaupt eine zur Wahl zugelassene Bewerbung abgeben können wird, ist fraglich. Laut dem Kommunalwahlgesetz in der Landesnorm Baden-Württemberg, müssen Bewerbungen, um bei der Bürgermeisterwahl zugelassen werden zu können, in Gemeinden mit bis zu 100 000 Einwohnern von 100 wahlberechtigten Personen unterzeichnet werden. Ein Wahlberechtigter kann dabei nicht mehrere Bewerbungen unterzeichnen.

Kandidatin macht Freiburger OB zum Amtsverweser

Fridi Miller ist es auch, die aktuell mit einer angekündigten Klage vor dem Verwaltungsgericht dafür sorgt, dass der frisch gewählte Freiburger OB Martin Horn voraussichtlich erstmal nur als "Amtsverweser" tätig werden kann. Das heißt insbesondere, dass er kein Stimmrecht im Gemeinderat haben wird. Ihr Ziel sei es laut eigenem Bekunden, wie die Schwäbische Zeitung berichtet, mit diesem Mittel landesweit Verwaltungen lahmzulegen.