Die Stadt hat Johannes Probst für seine Verdienste um die Gesundheit der St. Georgener Bürger beim Neujahrsempfang die Bürgermedaille verliehen. Die Auszeichnung kam mit zweijähriger Verzögerung aufgrund eines pandemiebedingt fehlenden feierlichen Anlasses.

Bürgermeister Michael Rieger würdigte den Mediziner dafür, „dass er bereits vor Jahrzehnten hingeschaut und hingehört hat, was den St. Georgener Bürgern guttun könnte.“ Und dafür, dass er sich dann dafür eingesetzt habe, die Lebens- und Gesundheitssituation in St. Georgen zu verbessern.

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Als Initiator der Gesundheitswoche sei es Probst fast drei Jahrzehnte lang gelungen, Mediziner und Therapeuten für Fachvorträge nach St. Georgen zu bekommen, die ein enormes Spektrum abdeckten. Dank der Initiative von Johannes Probst wurde St. Georgen auch Modellkommune der Landesinitiative „Gesund aufwachsen und leben in Baden-Württemberg“.

Zehn Jahre lang einziger Notarzt

Von 1985 bis 1995 war er einziger Notarzt in St. Georgen, er war 30 Jahre Bereitschaftsarzt des Rotkreuz-Ortsvereins und zeitweilig auch dessen Vorsitzender. Ebenso war er Vorsitzender des vereinsmäßigen Zusammenschlusses der St. Georgener Ärzte als Prosanamed.

Julia Bergis (von links), Hertha-Maria Potschaske und Boris Burcza treten in große Fußstapfen: Sie haben die Praxis von Johannes Probst ...
Julia Bergis (von links), Hertha-Maria Potschaske und Boris Burcza treten in große Fußstapfen: Sie haben die Praxis von Johannes Probst übernommen. | Bild: Ganter, Patrick

Bei der Nachbesetzung offener Arztpraxen sei Probst stets maßgeblich behilflich gewesen. „Dank Ihnen haben wir wieder eine Frauenärztin und einen Augenarzt“, würdigte Rieger die Leistung. Auch war Probst Leiter der Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung und Gründer der Notfallpraxis am Schwarzwald-Baar-Klinikum.

Probst sitze nicht da und warte, dass sich die Zeit wandele. „Er nimmt die Dinge in die Hand und handelt. Ohne solches Bürgerengagement würde unsere Gesellschaft nicht so funktionieren, wie sie es tut“, sagte Rieger.

Warum der Geehrte bescheiden reagiert

Der Geehrte selbst wiegelte ab. „Sie ehren den Falschen“, begann er seine Dankesrede und lenkte den Fokus auf seine Frau Charlotte, sein gesamtes Praxisteam und seine Medizinerkollegen, die ihn in all den Jahren intensiv unterstützt haben. „Für mich war das Tun Belohnung und Belobigung genug“, sagte er bescheiden, fast schon demütig.

Johannes Probst bleibt in seiner Dankesrede bescheiden.
Johannes Probst bleibt in seiner Dankesrede bescheiden. | Bild: Sprich, Roland

Die Entwicklung der Gesellschaft sei nicht das Handeln eines Einzelnen. „Wir als Bürger der Stadt sind es, die das Bild einer Stadt prägen“, sagte Probst. Der Arzt rief jeden Einzelnen dazu auf, sich für andere einzusetzen – mit Blick auf die zunehmende Vereinzelung und Vereinsamung von Menschen.

Probst sah die Verleihung der Bürgermedaille somit weniger als Verdienst für sein eigenes Handeln, sondern als Ansporn für andere an, sich ebenfalls bürgerschaftlich zu engagieren.