Seit einigen Wochen dürfen Gäste wieder im Restaurant essen gehen. Wir haben in einigen St. Georgener Restaurantbetrieben nachgefragt, ob die Gäste das Angebot annehmen, welche Hürden Gäste überwinden müssen, bis sie Schnitzel und Co. genießen können. Und weshalb es in manchen Gaststuben länger dauert, bis das Essen serviert wird.

Wolfram Morat vom Gasthaus „Zur Stadt Frankfurt“ ist mit den vergangenen Wochen zufrieden. „Der Juli war ein guter Monat, vergleichbar mit einem normalen Monat ohne Corona. Und es zeichnet sich ab, dass der August auch gut werden wird.“

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Es sei in den vergangenen Tagen sogar vorgekommen, dass er Gäste abweisen musste, weil keine Plätze mehr frei waren. Vor allem am Wochenende. „Wir haben natürlich auch weniger Plätze verfügbar wegen der Abstandsregel.“ Er setzt darauf, dass die Gäste bei anhaltend sommerlichem Wetter auch die Terrasse nutzen.

Wolfram Morat vom Gasthaus „Zur Stadt Frankfurt“ – hier beim Kochen im Oktober vor dem langen Lockdown – bewirtet so viele Gäste wie in den Zeiten vor Corona.
Wolfram Morat vom Gasthaus „Zur Stadt Frankfurt“ – hier beim Kochen im Oktober vor dem langen Lockdown – bewirtet so viele Gäste wie in den Zeiten vor Corona. | Bild: Roland Sprich (Archiv)

Ein zusätzlicher Zeitaufwand sei die Kontaktnachverfolgung per Luca-App. „Für den Gast ist das einfacher, für den Wirt ist die Kontrolle aufwändiger.“ Zumal er darauf achten muss, dass sich jeder Gast am Tisch per Luca-App registriert.

Es fehlen Servicekräfte

Wenn die Sonne am Himmel steht, bedeutet das für das Personal im Restaurant „Seehaus“, dass es ein „heißer Tag“ wird. Nicht nur wegen der Temperaturen. „Bei schönem Wetter haben wir viele Gäste – aber beim Personal sind wir auf Sparflamme“, sagt Karin Szczygiol. Während der Lockdownphasen, hat sich ein großer Teil des Servicepersonals beruflich anderweitig orientieren müssen. „Uns fehlen sieben bis acht Servicefachkräfte“, sagt die Restaurantleiterin.

Betrieb braucht mehr Ruhetage

Deshalb ist es unvermeidlich, dass Gäste bei Hochbetrieb manchmal länger auf Essen und Getränke warten müssen. Um dem verbleibenden Personal entsprechende Auszeiten gönnen zu können, hat das Seehaus seit geraumer Zeit zwei Ruhetage. „Wir haben montags und dienstags geschlossen“, sagt Karin Szczygiol. Dies wiederum stoße bei einzelnen Gästen auf Unverständnis und erwecke den Eindruck, „dass wir es nicht nötig haben.“ Das Gegenteil sei der Fall, „aber wir müssen unseren Mitarbeitern ja auch Erholungsphasen gönnen.“

Sabine Grässlin vom Restaurant „Kippys“ – hier ein frühere Aufnahme – hat derzeit viele Feriengäste zu bedienen.
Sabine Grässlin vom Restaurant „Kippys“ – hier ein frühere Aufnahme – hat derzeit viele Feriengäste zu bedienen. | Bild: Roland Sprich (Archiv)

„Wir sind zufrieden“, bilanziert Sabine Grässlin vom „Kippys“. Zwar seien derzeit viele ihrer Stammgäste im Urlaub. „Aber dafür haben wir viele Feriengäste.“ Seit das Wetter schön ist und die Temperaturen steigen, würde auch der Betrieb im Bereich der Außengastronomie, also auf der Terrasse, spürbar zunehmen. Auch das Abholessen, das sie, ebenso wie andere Gastronomiebetriebe während der Lockdownphasen angeboten hat, würde weiterhin gut angenommen. „Da habe ich einige neue Gäste gewinnen können, die das jetzt beibehalten.“