Verwaltungsgebäude weniger heizen, Einrichtungen wenn nötig komplett schließen, Notfallpläne erstellen – das rät der Deutsche Städte- und Gemeindebund angesichts gedrosselter Gaslieferungen den Kommunen bundesweit.

Wie bereiten sich die Städte im Kreis darauf vor? Eine kleine Umfrage und die Erkenntnis: Einen kleinen Beitrag leistet jeder schon.

Villingen-Schwenningen

Bei den Stadtwerken Villingen-Schwenningen liefen in den vergangenen Wochen zum Teil die Telefone heiß. „Viele Gewerbekunden wollen wissen, wie es weitergeht, wenn die Gaslieferungen weiter zurückgehen“, sagt Oliver Bauer, Pressesprecher der Stadtwerke.

Und was sagen Sie ihnen dann, Herr Bauer? „Man muss vorbereitet sein, aber nicht absurd panisch.“

Das gilt für Gewerbekunden und Privatpersonen gleichermaßen. „Niemand muss zu Hause Angst haben, dass es im November kalt wird“, sagt Bauer.

Auch jetzt nicht, wo nun die Alarmstufe im Gas-Notfallplan der Bundesregierung gilt.

Der Notfallplan Gas

Wie die Bundesregierung haben auch die Stadtwerke einen Notfallplan. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet – anders als Städte und Kommunen. In diesem Notfallplan gibt es sogenannte „geschützte Kunden“. „Das sind Privathaushalte aber zum Beispiel auf Gefängnisse, Altenheime und Krankenhäuser“, sagt Bauer.

Dort würde, im Falle einer Rationierung, das Gas nicht gedrosselt werden. „Wo es gedrosselt werden würde“, sagt Bauer, „wäre in der Industrie und in Freizeiteinrichtungen“. Zum Beispiel Hallenbäder.

Aber auch für die Industrie gilt: „Wir stellen ja nicht einfach ab. Es geht um eine Reduzierung und das würde man gemeinsam mit dem Kunden abstimmen.“

„Niemand muss zu Hause Angst haben, dass es im November kalt wird.“
Oliver Bauer, Pressesprecher Stadtwerke Villingen-Schwenningen

Es gibt einen genauen Plan, in dem verzeichnet ist, wie die Verteilung läuft, wenn eine bestimmte Menge Gas ankommt.

Ob dieser Notfallplan tatsächlich einmal eingesetzt werden wird? „Wir hoffen nicht“, sagt Bauer. Ausschließen kann er es freilich inzwischen nicht mehr.

Donaueschingen

„Ein Notfallplan wurde in Donaueschingen bislang nicht erstellt“, so Jennifer Schwörer, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt. Der Aufruf zum Energiesparen werde jedoch konsequent umgesetzt.

Angesichts der sich verschärfenden Situation wurden beispielsweise die Mitarbeiter erneut auf die Energierichtlinie hingewiesen, so Schwörer. Beispielsweise die Heizkörper nach Feierabend oder zum Wochenende herunterzudrehen. Oder Luftreiniger und Lüftungsanlagen auszuschalten, sobald kein Bedarf besteht. „Auch kleine Maßnahmen können bereits Erfolge erzielen.“

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Auch werden die Heiz-Zeiten in allen städtischen Gebäuden regelmäßig geprüft und angepasst. „In den Sommermonaten, wie bei den derzeitigen Temperaturen, ist die Heizung in einigen Gebäuden ganz ausgeschaltet.“ Die städtischen Freibäder sind solar beheizt.

Eine Preiserhöhung bei den Energieversorgern der Stadt sei bislang nicht bekannt. Konkrete Zahlen zum Energieverbrauch und den Kosten nennt die Stadt auf Nachfrage nicht.

St. Georgen

Auch in der Bergstadt gibt es keinen Notfallplan. „Wir haben das Thema intern bereits in der Diskussion, wie wir kurzfristig nichtinvestiv Energiekosten in öffentlichen Gebäuden einsparen können“, sagt Bürgermeister Michael Rieger.

Dabei sei beispielsweise auch eine Absenkung der Temperatur in öffentlichen Gebäuden angedacht. „Da sind wir gerade in Vorbereitung auf die kühlere Jahreszeit“, sagt Rieger. Generell werden aber schon jetzt am Wochenende im Rathaus die Temperaturen heruntergefahren. Im Sommer werde gar nicht geheizt.

Und im Hallenbad wurde die Wassertemperatur bereits um ein Grad gesenkt.

2.300 Megawattstunden Gas bezieht die Stadt St. Georgen jährlich für die städtischen Gebäude. In der Abrechnung für das Jahr 2021 lagen die Kosten bei der Nahwärmeversorgung für das Rathaus beispielsweise bei rund 39.000 Euro.

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Die Gesamtkosten der Nahwärmeversorgung lagen 2021 laut Bürgermeister Rieger um 70 Prozent höher als im Jahr 2020.

Und für das Jahr 2022 rechnet der Bürgermeister nochmals mit einer deutlichen Erhöhung. Zum einen wegen gestiegener Preise aber auch wegen eines erhöhten Verbrauchs im Winter aufgrund der Coronamaßnahmen – beispielsweise durch regelmäßiges Lüften.

Seit Jahren sei man außerdem bereits dabei, Gebäude zu dämmen, alte Heizungen auszutauschen und auf LED umzurüsten. „Aber alles auf einmal geht leider nicht“, so Rieger.

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