In einer Pressemitteilung geben die Cable 4 GmbH mit Hauptsitz in Karlsruhe und die Stiegeler Internet Service GmbH aus Schönau bekannt, dass sie als gleichberechtigte Partner die Cable 4 Südwest GmbH mit Sitz in Freiburg gegründet haben. Ziel der neuen Gesellschaft sei es, die Internetversorgung in rund 20.000 Mehrfamilienhäusern unter der Marke Cable 4 zukunftssicher und nachhaltig aufzustellen.

Dies betreffe vor allem die Objekte in den sich überschneidenden Versorgungsgebieten, zum Beispiel im Schwarzwald-Baar-Kreis, im Landkreis Waldshut oder auch im Breisgau-Hochschwarzwald. Als Sonderprojekt soll die neue Gesellschaft in St. Georgen auch rund 300 Familienheim-Kunden von Stiegeler übernehmen. Dort ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen bei der Versorgung gekommen, was zu Frust und Ärger bei Stiegeler-Kunden geführt hatte.

Netzprobleme

Kunden kritisierten auch die mangelnde Kommunikation und einen schlechten Kundenservice bei Problemen. Die Fehlersuche gestaltetet sich zudem schwierig. Denn: In den Häusern war Stiegeler-Technik für Telefon und Internet installiert sowie Technik des Telekommunikationsanbieters Cable 4 für das TV Signal.

Ein Konstrukt, das es Kunden und Anbietern nicht gerade einfach machte, schnell reagieren zu können und die richtigen Ansprechpartner zu finden. Nach mühsamer Fehlersuche konnte letztlich ein defektes Erdkabel als Ursache lokalisiert werden sowie zwei Wohnungsanschlüsse, die das gesamte Netz gestört hatten.

Marina Stiegeler
Marina Stiegeler | Bild: Kommert

Marina Stiegeler, Sprecherin der Stiegeler Internet Service GmbH, erklärt nun im Gespräch mit dem SÜDKURIER, dass diese Dreiecksbeziehung in den Familienheim Objekten immer wieder zu Problemen geführt habe, gerade im Bereich des Kundenservice und der Fehlersuche.

Die neue Gesellschaft soll viele dieser Umwege in der Abstimmung begradigen, die jeweilige Expertise beider Firmen zusammenführen und so der Wohnungswirtschaft einen Mehrwert bieten. „Alle Dienstleistungen sind dann in einer Hand gebündelt“, nennt Marina Stiegeler die wesentlichen Vorteile der neuen Gesellschaft.

Neues Angebot nach Kündigung

Für viele Mieter der Familienheim-Wohnungen in St. Georgen bedeutet das, dass bestehende Versorgungsverträge mit der Firma Stiegeler gekündigt werden. Entsprechende Schreiben sind in Vorbereitung und sollen kommende Woche zugestellt werden. Verträge enden demnach Ende August. „Etwas später werden die Mieter von Cable 4 ein neues Angebot erhalten“, so Marina Stiegeler.

Die darin enthaltenen Optionen seien bestehenden Tarifen sehr ähnlich. Wer sich für ein Anschlussvertrag entscheidet, wechsele Anfang September nahtlos zum neuen Anbieter Cable 4. „Die Rufnummer bleibt erhalten. Auch Router müssen nicht getauscht werden“, erklärt die Sprecherin. Das einzige, was Kunden machen müssten, sei ein Sendersuchlauf bei ihren TV-Geräten.

Kunden, die keinen Anschlussvertrag für den Glasfaseranschluss mehr wünschen, hätten die Möglichkeit, sich für einen Anbieter zu entscheiden, der Internet, Fernsehen und Telefon über Koaxialkabel anbietet. Extrem schnelle Internetverbindungen, wie Glasfaser sie ermöglicht, sind bei solchen DSL-Anschlüssen allerdings nicht möglich.

Kunden sind skeptisch

Aber bringt diese Umstellung wirklich eine Verbesserung mit sich? Technik und Dienstleister bleiben letztlich die selben. Diesen Gedanken kann Marina Stiegeler gut nachvollziehen, sie ist sich jedoch sicher, dass bereits durch die Bündelung des Angebots in einer Firma eine Verbesserung erreicht werde. Außerdem wolle Cable 4 die hausinternen Technik noch einmal optimieren.

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Das Glasfaserkabel endet bei den Familienheim-Objekten am Hausanschluss. Einzelne Wohnungen werden von dort aus über das bestehende Koaxialnetz versorgt, mit Hilfe der sogenannten DOCSIS-Technologie. DOCSIS steht für „Data Over Cable Service Interface Specification“, ein Standard zur Übertragung von Daten in Breitbandkabelnetzen, wie zum Beispiel das Fernseh-Koaxialkabelnetz. „Cable 4 hat damit viel mehr Erfahrung“, ist sich Marina Stiegeler sicher. Und diese Infrastruktur in den Häusern gehöre bereits der Cable 4.

Glasfaser-Ausbau vorantreiben

Ein weiteres Ziel der neuen Cable 4 Südwest ist der weitere Glasfaserausbau im Versorgungsgebiet. Bedeutet: Objekte, in denen Cable 4 bereits Dienste anbietet, sollen sukzessive an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Und wo bereits Glasfaser an den Gebäuden liegt, soll die Signallieferung bis zu jedem Haushalt durch passende Infrastruktur möglich gemacht werden.

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„Es bedarf dabei einer besonderen Herangehensweise, um die jeweils beste Lösung für das einzelne Objekt herauszufinden“, heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter: „Sowohl für individuelle Prozesse in der Kunden- und Endkundenbetreuung, wie zum Beispiel separate Hotlines, als auch bei technischen Lösungen.“

In FTTH-ausgebauten Objekten – FTTH ist die Abkürzung für „Fibre to the Home“ und bedeutet Glasfaser bis in die Wohnung – soll die freie Wahl zwischen zwei Anbietern bestehen: Cable 4 und Stiegeler. In diesen Genuss werden Mieter der Familienheim-Wohnungen in St. Georgen vorerst aber nicht kommen. Ein Ausbau bis in die einzelnen Wohnungen sei hier derzeit nicht geplant, so Marina Stiegeler.

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