Die Corona-Krise hat für einschneidenden Veränderungen im Alltag gesorgt. Angesichts zahlreicher Video- und Telefonkonferenzen und des Schulunterrichts über das Internet zeigt sich, wie wichtig eine gute digitale Infrastruktur ist. Im Schwarzwald-Baar-Kreis arbeitet seit 2014 der Zweckverband Breitbandversorgung für ein flächendeckendes Glasfasernetz. Doch was hat sich seitdem getan und wie wirkt sich die Corona-Krise auf den Ausbau aus?

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Wie ist der derzeitige Stand?

„In den vergangenen vier Jahren konnten Baumaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von 77,3 Millionen Euro fertiggestellt werden“, sagt Katrin Merklinger, Pressesprecherin des Zweckverbands.

Katrin Merklinger.
Katrin Merklinger. | Bild: Sigwart, Roland

Darunter der erste Bauabschnitt im Bad Dürrheimer Kernort, Maßnahmen in den Donaueschinger Ortsteilen Neudingen und Grüningen sowie in Furtwangen der Kernort Neukirch und der Katzensteig. Auch in Gütenbach, Hüfingen, Mönchweiler und Triberg hat der Zweckverband Ortsnetze fertiggestellt und in Betrieb genommen.

Im Herbst 2016 kommen Vertreter der Gemeindeverwaltung, des Zweckverbands und der Bauunternehmen zum Spatenstich in Erdmannsweiler zusammen.
Im Herbst 2016 kommen Vertreter der Gemeindeverwaltung, des Zweckverbands und der Bauunternehmen zum Spatenstich in Erdmannsweiler zusammen. | Bild: Putschbach, Cornelia

Projekte mit 10,3 Millionen Euro befinden sich aktuell in Bau und weitere Maßnahmen mit Investitionen von 21,3 Millionen Euro sollen laut Plan im ersten Halbjahr 2020 starten. „Im Jahr 2020 befinden sich weitere Projekte in Höhe von 16,7 Millionen Euro in der Vorbereitungs- beziehungsweise Anlaufphase.“

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Wie viele Hausanschlüsse wurden verlegt?

Bis Ende 2019 schloss der Zweckverband 10 399 Verträge für sogenannte FTTB-Anschlüsse ab, berichtet Katrin Merklinger. Bei FTTB (Fiber to the building) werden die Glasfasern bis ins Gebäude verlegt.

Wirkt sich Corona auf den Zeitplan aus?

Bislang nicht: „Bis jetzt können noch alle Baumaßnahmen planmäßig durchgeführt werden“, sagt Pressesprecherin Merklinger. Bemerkbar macht sich die Pandemie aber dadurch, dass einige ausländische Angestellte der Baufirmen Probleme haben, nach Deutschland einzureisen.

Glasfasern.
Glasfasern. | Bild: Julian Stratenschulte

Die Befürchtung des Zweckverbands, dass die Hausbewohner die Arbeiter aus Furcht vor dem Virus nicht mehr in die Wohnungen lassen, hat sich derweil nicht bestätigt. „Dies ist nur bei einigen wenigen der Eigentümer im ganzen Schwarzwald-Baar-Kreis bisher der Fall gewesen.“ Für diese versucht der Zweckverband eine Lösung zu finden, um die Bauarbeiten später durchführen zu können.

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Wie sieht es ansonsten mit dem Zeitplan aus?

Ursprüngliches Ziel bei der Gründung des Zweckverbands war der Anschluss aller Gebäude bis 2025. Dieses Ziel wackelt aber. Laut Katrin Merklinger mussten aufgrund von Änderungen bei den Förderungen einige Projekte deutlich später begonnen werden als geplant. „Das hat den Zeitplan schon erheblich beeinflusst.“ Dennoch ist der Landkreis, was den Breitbandausbau angeht, einer der führenden Landkreise in Baden-Württemberg.

Im Februar 2020 freuen sich über die offizielle Inbetriebnahme des Glasfasernetzes in den Außenbezirken von Unterkirnach Marina Stiegeler vom Netzbetreiber Stiegeler IT (von links), Ralf Scherer von der Gemeindeverwaltung Unterkirnach, Bürgermeister Andreas Braun und Katrin Merklinger vom Zweckverband Breitbandversorgung.
Im Februar 2020 freuen sich über die offizielle Inbetriebnahme des Glasfasernetzes in den Außenbezirken von Unterkirnach Marina Stiegeler vom Netzbetreiber Stiegeler IT (von links), Ralf Scherer von der Gemeindeverwaltung Unterkirnach, Bürgermeister Andreas Braun und Katrin Merklinger vom Zweckverband Breitbandversorgung. | Bild: Putschbach, Cornelia

Wie sieht die Arbeit des Zweckverbands danach aus?

Auch nachdem alle Gebäude im Landkreis mit Glasfasern versorgt sind, wird der Zweckverband weiterarbeiten. „Er beschäftigt sich schon heute mit neuen wichtigen Themen, die im Zusammenhang mit der Breitbandversorgung und der Digitalisierung stehen“, so Merklinger. Etwa den Mobilfunkausbau und die Erschließung von Funkmasten mit Glasfasern.

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Am laufenden 5G-Pilotprojekt ist der Zweckverband als eines von rund 60 geförderten Konzeptprojekten mit den Schwerpunkthemen Forstwirtschaft und Altenpflege beteiligt. Zudem arbeitet der Zweckverband am Aufbau von sogenannten 5G-Campusnetzen für heimische Unternehmen.

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