Landrat Sven Hinterseh gefällt das: „Wir bestimmen unser Tempo selbst – diesen Slogan hat sich Netzbetreiber Stiegeler jetzt auf die Fahnen geschrieben. Tatsächlich ist es so, dass seit 1. Juli für normale Kunden doppelt so viel Downloadgeschwindigkeit möglich ist: 400 statt 200 Mbit (Upload: bis zu 160 Mbit).

Mbit drückt die Datenübertragungsrate aus und besagt, wie viele Daten pro Sekunde verarbeitet werden. Für immer mehr Familien in der Region eine echte Größe bei Haus und Hof. Sven Hinterseh drückt das so aus: „Kinder sind unsere besten Verbündeten bei unserem Glasfaser-Angebot. Sie nerven ihre Eltern zu Hause, wenn das Video oder Computerspiel auf dem Bildschirm ruckelt.“

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Haben Mama und Papa dann Glück, ist der Glasfasernetzanschluss schon da. Marina Stiegeler sagt: „Vor allem Gamer brauchen diese Geschwindigkeiten oder wer oft Videos ins Netz lädt.“ Felix Stiegeler: Wer schon mal ein schönes Fotobuch digital verteilen wollte, der weiß Bescheid.

Mit Glasfaser ist das ein Aufwand von Sekunden, konventionelle Anschlüsse ruckeln oder hängen sich gleich auf. Vor allem aber: Schnelles Internet sei der Standortvorteil heutzutage, betont der Landrat. Wer ein Architekturbüro daheim betreibt, der konnte seine datenreichen Pläne bislang nur mühsam versenden. Von Kleinbetrieben, die ihre geleasten CNC-Maschinen über Nacht vom Anbieter mit neuer Software bespielen lassen, ganz zu schweigen.

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„Die Gewerbegebiete sind fast alle am Glasfasernetz bei uns“, sagt Sven Hinterseh. Felix Stiegeler sagt: „Zu achtzig Prozent.“ Firmen brauchen den Anschluss, allein schon wegen der vielen Onlinearbeitsplätze in den Betrieben. Kommen dann noch Datenpakete oder andere Herausforderungen dazu, dann geht es nur noch mit Datenturbo. Felix Stiegeler bietet Firmen deshalb die Daten-Möglichkeit an, die gebraucht wird.

Die restlichen 20 Prozent der Gewerbegebiete warten. Der Ausbau hat zwischenzeitlich gestockt. Zuschussanträge stockten und dann gab es noch ganz profane Probleme: Nicht immer gibt es genügend Bauarbeiter, um die Glasfaser zu dem Haus (FTTH = fiber to the home) zu bringen. Und manchmal stocken diese Grabungen, weil sich im Straßenuntergrund ein heilloses Daten- und Rohre-Durcheinander unerwartet eröffnet.

Mit 250 Millionen Euro rechnet der Landkreis immer noch für das Gesamtprojekt zwischen Triberg und Blumberg. Ein Drittel davon sei als Zuschuss in Aussicht gestellt. 31 Millionen Euro gab es bislang vom Land, bei 100 Millionen Euro, die bislang in den Haushalten bereitgestellt seien, erklärt Sven Hinterseh, der das Projekt als vielfältig bedeutsame Infrastruktur-Maßnahme bewertet.