Zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften wurde ein 56-jähriger Mann aus einer Umlandgemeinde nun vom Amtsgericht Villingen verurteilt. Der Mann hatte auf seinem Computer und auf diversen Speichermedien Tausende Fotos und etliche Videos von Kindern und Jugendlichen gespeichert. Einige davon stellte er über das Internet der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das Bild- und Videomaterial zeige laut Anklage der Staatsanwaltschaft „Kinder und Jugendliche, meist Jungen im Altern zwischen zehn und 14 Jahren, in unnatürlichen Körperhaltungen mit eindeutig sexuellem Hintergrund“.

Bereits 2015 wurde bei dem Angeklagten eine Durchsuchung gemacht und dabei kinderpornografisches Material sichergestellt. „Offensichtlich wurde dabei nicht alles mitgenommen“, so die Verteidigerin. Der Angeklagte könne im Nachhinein nicht mehr verifizieren, welches Material bereits damals existierte und welches seither neu hinzugekommen ist. Damals wurde der Mann bereits zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Der Angeklagte, der aufgrund einer Erkrankung seit über 20 Jahren erwerbsunfähig ist, räumte die ihm zur Last gelegten Tatvorwürfe vollumfänglich ein. Wie die Verteidigerin sagte, besitze der Beschuldigte heute keinerlei technischen, internetfähigen Geräte mehr, „und aufgrund seiner finanziellen Situation auch nicht die Möglichkeit, solche zu beschaffen“, was eine Wiederholung solcher Taten ausschließe. Der Mann wolle sich zudem auch freiwillig in eine Therapie begeben. „Dies wurde bei der letzten Verurteilung nicht angeraten“, wunderte sich die Verteidigerin.

Richter Bäumler machte keinen Hehl daraus, was er von solchen Taten hält. „Es sind scheußliche Vergehen, weil hier Kinder und Jugendliche zu Schaden kommen.“ Er machte dem Angeklagten unmissverständlich klar, was ihn bei einer erneuten Tat erwartet. „Beim dritten Mal sind sie drin.“ Er sagte auch, was solche Täter im Gefängnis erwarte: „Die Insassen im Gefängnis teilen meine Ansicht.“

Die Strafe wurde für eine Bewährungsdauer von fünf Jahren ausgesetzt. Zudem muss der Angeklagte 1000 Euro an ein Kinderhospiz bezahlen und sich in Therapie begeben.