Der Beginn der Umsetzung des neuen Nahverkehrsplans des Landkreises im Dezember des kommenden Jahres rückt immer näher. Deshalb gilt es, an verschiedenen Stellen noch Nachjustierungen vorzunehmen. So auch in Mönchweiler, wo die Frage der Anbindung des Gewerbegebiets Egert zu klären war. Der Gemeinderat entschied sich jetzt, vorerst keine Buslinie durch das Gewerbegebiet fahren zu lassen, weil der Bedarf derzeit zu gering sei. Auch an der übrigen Linienführung in Mönchweiler wird sich nichts ändern.

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  • Problem der Tarifzonen: Ganz deutlich machten die Gemeinderäte einmal mehr ihren Unmut über die Tarifgestaltung der Anbindung von Mönchweiler nach Villingen. Weil hier aktuell zwei Zonen durchfahren werden müssen, kostet die Einzelfahrt 3,50 Euro. Dauchingen, ebenso eine eigenständige Gemeinde wie Mönchweiler, liege in derselben Zone wie Villingen-Schwenningen. Der Fahrpreis ins Oberzentrum beträgt von Dauchingen aus deshalb nur 2,30 Euro. Im Idealfall, so Gemeinderat Andreas Staiger, würden die Zonen so angepasst, dass Mönchweiler auf der Zonengrenze liege.
Der Standort der Bushaltestelle Hindenburgstraße muss überdacht werden, berichtet Bürgermeister Rudolf Fluck. Bild: Cornelia Putschbach
Der Standort der Bushaltestelle Hindenburgstraße muss überdacht werden, berichtet Bürgermeister Rudolf Fluck. Bild: Cornelia Putschbach
  • Mönchweiler liegt an Nebenachse: Noch ein weiteres mögliches Problem ist Andreas Staiger beim Studium des neuen Nahverkehrsplans aufgefallen. Die rege frequentierte Linie 660 von Villingen über Mönchweiler nach Königsfeld ist nur als Nebenachse eingestuft. Aktuell sei das für die Taktung zwar kein Problem, so der Gemeinderat. Wenn aber irgendwann, zum Beispiel zur Senkung der Kosten des Nahverkehrs, die Taktung pauschal aller Nebenlinien merklich reduziert würde, sei eben auch die Linie 660 betroffen. Er appellierte deshalb an die Gemeindeverwaltung, sich schon jetzt für eine Einstufung der Linie als Hauptachse einzusetzen.
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  • Linienführung unverändert: Bereits im Jahr 2017 wurde durch den Landkreis ein Entwurf zum Nahverkehrsplan vorgelegt. Die damals angedachte neue Streckenführung über die Albert-Schweitzer-Straße wurde nach einer im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatsitzung im Juni 2017 durchgeführten Demonstrationsfahrt mit einem Gelenkbus auf Grund verschiedener Faktoren, wie 30er Zonen, enge Straßenführung, zusätzliche Lärmbelästigung und auch Gefällestrecke, verworfen. Allerdings müssen die jetzigen Standorte der Haltestellen in der Hindenburgstraße im Bereich des Löwen grundsätzlich überdacht werden, da die jetzigen Standorte so nicht zu halten sein werden, berichtet Bürgermeister Rudolf Fluck. Er betont aber ausdrücklich: „An der Linienführung wird sich nichts ändern.“
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  • Wohngebiete gut angeschlossen: Bei einem jüngst geführten abschließenden Abstimmungsgespräch mit dem Landratsamt seien zudem weitere Punkte abgeklärt worden, berichtet Bürgermeister Fluck. So sind die Wohngebiete in Mönchweiler durch die bestehenden Haltestellen gut erschlossen. Lediglich das Gewerbegebiet westlich der Bundesstraße liegt nicht im 500-Meter-Radius eines zumutbaren Fußwegs zu einer Haltestelle. Es gebe die Möglichkeit, die Linie 655 aus Niedereschach und Obereschach bis in das Gewerbegebiet zu führen. Die Linie könnte dort zwei zusätzliche Haltestellen bedienen.
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  • Bedarf für das Gewerbegebiet: Ursprünglich war dies in Zusammenhang mit einer Buslinie zum geplanten Ringzug-Haltepunkt Peterzell-Schoren geplant. Von diesem hätten dann die Fahrgäste in das Industriegebiet aufgenommen werden können. Die Ringzugerweiterung wird allerdings erst wesentlich später, nämlich frühestens gegen Ende der Vertragslaufzeit der Busverkehre, realisiert. Damit ist fraglich, ob die Linie 655 aus Richtung Niedereschach bei Beginn der Verkehrskonzepte in eineinhalb Jahren überhaupt Fahrgäste für das Industriegebiet befördern würde, weil vermutlich eher ein geringerer Teil das Beschäftigen entlang des Linienwegs wohnt. Aktuell nutzen laut einer Umfrage der Gemeinde Mönchweiler bei den örtlichen Gewerbebetrieben nur 18 Arbeitnehmer überhaupt den Nahverkehr. Zudem würde eine Anschlussherstellung an der Haltestelle am Weiherdamm in Mönchweiler auf die Linie 660 Villingen-Königsfeld zeitlich schwierig, da die Linie 655 insbesondere im Bereich Schabenhausen, aber auch für die Gemeinschaftsschule Mönchweiler stark zeitlich eingebunden wird und wenig Flexibilität für weitere Belange aufweist. Der Gemeinderat war sich deshalb einig, dass eine Anbindung des Gewerbegebiets auch später noch, bei einer Umsetzung der Ringzug-Erweiterung, erfolgen könnte.