Zur unendlichen Geschichte entwickelt sich die Lärmschutzwand an der Bundesstraße 27 auf Höhe des Wohngebiets „Auf Hohen“. Nachdem es vor zwei Monaten nach einer umsetzbaren Planung aussah, musste das Regierungsprojekt das Projekt wieder zurücksetzen. „Die Gestaltung mit Raumgitterelementen ist vom Tisch“, sagte Hartmut Trenz, Projektleiter des B 27-Ausbaus. In der Diskussion zwischen Bund und Land seien Änderungen in die Ursprungsplanung eingefügt worden, die die Ausführung deutlich verteuert hätten, so Trenz weiter. Im Kern sei es um technische Detailfragen gegangen.

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Neue Konstruktion ist geplant

Um den Anforderungen gerecht zu werden und den Kostenrahmen zu halten, wird jetzt eine neue Lärmschutz-Konstruktion geplant. „Bis Juni habe ich den Entwurf auf dem Tisch, dann kann ich den Auftrag ausschreiben“, beschreibt Trenz die Vorgehensweise. Etwa vier Wochen dürfte die Ausschreibungsphase dauern. Erleichtern würde die Submission, wenn Elemente der bisherigen Ausschreibung verwendet werden könnten.

Die Lärmschutzwand an der B 27-Umfahrung bei Behla. Hier soll noch für eine Begrünung gesorgt werden. Den Bewohnern erschien die Wand zu massiv.
Die Lärmschutzwand an der B 27-Umfahrung bei Behla. Hier soll noch für eine Begrünung gesorgt werden. Den Bewohnern erschien die Wand zu massiv. | Bild: Simon, Guy

Man geht von Einigung mit Stadt aus

Geplant wird, mit dem Ausbau Ende 2019 zu beginnen. Gelingt dies, wäre die Fertigstellung nicht gefährdet. Der ist mit dem 29. Mai 2020 gesetzt. Dann muss der Straßenbau im Ausbauabschnitt Süd fertig sein. „Die Signale lassen sich so deuten, dass das funktioniert“, gibt sich Trenz optimistisch. Über die Kosten lasse sich derzeit aber so wenig sagen wie über die Ausführung. Selbst die Höhe der Lärmschutzwand könne sich ändern: je nachdem, wie die „Soundplaner“ die geometrischen Formen neigen, die verbaut werden. Bezüglich des Kostenanteils der Stadt Hüfingen gehe man davon aus, dass man sich hier einverträglich mit der Stadt einigen werde.

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Kollmeier auf dem Laufenden

Auf SÜDKURIER-Anfrage zeigte sich Bürgermeister Michael Kollmeier auf dem Laufenden. Dass beim Regierungspräsidium ein in der Statik veränderter neuer Entwurf erstellt wird, um endlich zu einer Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums zu der Planung zu kommen, sei im Rathaus bekannt. Zuletzt habe Kollmeier seitens des Regierungspräsidiums die Information, dass der ursprüngliche Entwurf auch im dritten Versuch noch nicht die Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums erhalten habe.

Endlich zu einer akzeptablen Entscheidung kommen

Sobald das Regierungspräsidium einen neuen Entwurf vorlegt, werde dieser im Stadtrat beraten. „Ich persönlich halte auch die ursprüngliche Planung statisch für absolut in Ordnung, sonst hätten wohl kaum die Statiker des Regierungspräsidiums ihr OK gegeben“, so der Bürgermeister. Eine neue Planung sei nur akzeptabel, wenn sie zeitnah realisiert wird, gestalterisch in Ordnung geht, und den Kostenrahmen einhält. „Es liegt jetzt am Regierungspräsidium und am Bundesverkehrsministerium, endlich zu einer für die Bevölkerung an der B 27 akzeptablen Entscheidung zu kommen“, bewertet Kollmeier die Situation.

Verfahren nicht beschleunigt

Der Kostenanteil der Stadt steht seit 2018 bereit. 2017 hatten Stadt und Regierungspräsidium beschlossen, dass für die damals auf 3,3 Millionen Euro taxierte Maßnahme die Stadt ein Drittel der Kosten übernimmt. Was nicht passierte, war eine Beschleunigung des Verfahrens. Kollmeier hatte gehofft, mit einer Kostenübernahme den Lärmschutz für die Bürger möglichst frühzeitig zu bekommen. Was passierte, war das Gegenteil.

Richtung Jahresende 2018 versiegte der Informationsfluss aus den Ministerien zu stark, dass sich Kollmeier genötigt sah, bei der Einweihung der Umfahrung Behla der versammelten Polit-Prominenz seinen Unmut zu zeigen.