15 Männer, drei Frauen, eine Altersspanne zwischen 22 und 72 Jahren und zwei Kandidaten, die in den Hüfinger Stadtteilen leben: Mit einer engagierten Truppe mit einem breiten Interessen- und Erfahrungsgebiet zieht der liberal-unabhängige Dreierbund aus FW, FDP und UWV in den Hüfinger Kommunalwahlkampf. Sich für Hüfingen engagieren: Das sagten alle Kandidaten; genauere Vorhaben entwickelten sich meist aus Beruf, kommunalpolitischer Erfahrung und ehrenamtlicher Tätigkeit.

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So erwähnten Jürgen Belke wie Beate Schmitz über die Jahre mehrfache Verpflichtungen in Elternvertretungen von Kindergarten bis zur weiterführenden Schule. Der stellvertretende Jugendleiter des FC Hüfingen, Bernd Siegert, möchte sich für die Jugend und die Vereine einsetzen. "Miteinander und nicht gegeneinander", brachte "Vereinsmensch" Ernst Sulzmann als wünschenswerte Form des Handelns ein. Von der Lust, weiter zu gestalten, sprach Joachim Seidel. Der Ruheständler und ehrenamtliche Leiter des Stadtmuseums verfolgt die Devise, "der Stadt etwas zu geben und in die Gemeinde einzufügen".

Ralf Ettwein möchte erneut in den Gemeinderat.
Ralf Ettwein möchte erneut in den Gemeinderat. | Bild: Roland Sigwart

Einzelinteressen ausgewogen behandeln und nachhaltige Entscheidungen treffen: Das wünscht sich Ralf Breuniger, sollte er in den Gemeinderat gewählt werden. Künftig werde man mehr aufs Geld schauen müssen, ließ Adolf Baumann, der sich selbst als Sachpolitiker klassifizierte, eine Änderung des bisherigen Politikstils erkennen. Starke Finanzen für ein agiles Hüfingen: So nannte Stephan Happle den besonderen Stellenwert einer soliden Finanzpolitik. Happle lebt in Hausen vor Wald. Adolf Baumann wohnt in Mundelfingen. Mit Milena Bossick, die aus Behla stammt, und Ralf Ettwein, der dort seine Firma führt, ist ein weiterer Stadtteil unter den Dreierbund-Kandidaten präsent.

Pascale Marquardt, hier mit Ehefrau Gosia und Töchterchen Lena.
Pascale Marquardt, hier mit Ehefrau Gosia und Töchterchen Lena. | Bild: Roger Müller

Markus Keller, mit reichlich Gemeinderatserfahrung in Blumberg ausgestattet, möchte sich ums Thema Windkraft kümmern. Indem er sich mit naturwissenschaftlichen Argumenten gegen die derzeitig praktizierte Energiewende aufstellt, hält er sich an FDP-Positionen. Peter Hübsch möchte sich dafür stark machen, dass der Stadt im Hauptstraßenbereich eine Verkehrsberuhigung verpasst wird. Aber auch bezahlbarer Wohnraum und Industrieflächen, die sich insbesondere für kleine Betriebe und Mittelständler eignen, stehen auf seiner Agenda. Gemeinsame Lösungen für die Stadt wünscht Feuerwehr-Gesamtkommandant Martin Weiß. Auch er möchte die Finanzen in Schach halten und sich überdies für Jugend und Soziales einsetzen.

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Milena Bossick, Ralf Ettwein und Pascale Marquardt waren bei der Nominierungsversammlung verhindert.

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Kuriose Erfahrungen sammelte Adolf Baumann in diesem Jahr, als es darum ging, Hüfinger fürs Kandidieren auf der Gemeinschaftsliste zu begeistern. Der FDP-Politiker, seit 1975 politisch aktiv, gab zu, bis vor zwei Wochen sei die Kandidatensuche schlicht "eine Katastrophe" gewesen. Aber dann habe es offenbar einen Ruck geben. Leute, bei denen er zweimal vergeblich angeklopft habe und die ihn mit unbestimmten Aussagen vertröstet hatten, hätten sich plötzlich von selbst bei ihm oder den anderen Werbern gemeldet. "Plötzlich waren dann doch die Neugierde und das Interesse an Politik da", freute sich Baumann. Ausdauer und Beharrlichkeit hätten am Ende eben doch zum gewünschten Ergebnis geführt: eine komplette Liste, die mit einem breiten Alters- und Berufsspektrum für die Hüfinger Wähler interessant sein dürfte. "Da ist Einiges möglich." Mit drei Frauen auf ihrer Liste reihen sich FW/FDP/UWV in etwa dort ein, wo sich auch die christdemokratischen Mitbewerber mit ebenfalls drei Kandidatinnen verorten lassen. "Natürlich wären mehr Frauen wünschenswert", räumte Baumann ein.

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Guten Mutes gehe die Gruppe deshalb in den Kommunalwahlkampf. 2014 eroberte das Dreierbündnis vier Sitze. Alle Mandatsträger kandidieren erneut. So seien ein bis zwei zusätzliche Sitze am Ratstisch durchaus vorstellbar, gibt Baumann eine Marschroute vor, die sich nicht auf die Verteidigung der vier gegenwärtigen Gemeinderatssitze beschränken möchte.

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Zufriedenstellend sei die Arbeit der Fraktion in der abgelaufenen Sitzungsperiode verlaufen. "Es hat funktioniert, wir haben etwas bewegt und unser politisches Gewicht am Ratstisch vernünftig zum Ausdruck gebracht." Das dieses zu Zeiten der Unechten Teilortswahl noch schwerer wog, räumte Baumann, seit 1982 im Gemeinderat und seit 1992 Fraktionssprecher, ein. Bei den Wahlen 2009 konnte die damals erstmals mit der UWV antretende Gruppe sechs der 23 Mandate erobern. Fünf Jahre später brachte eine ähnliche Gesamtzahl an Stimmen nur vier von 18 Ratssitzen.

Gewählt wird am 26. Mai. Noch am Nominierungsabend haben sich die Kandidaten auf Organisatorisches und Programmatisches verständigt. Die Programmatik soll im Team gemeinsam vorbereitet und beschlossen werden. Spezialisten unter den Kandidaten, die sich in ihre Themen eingearbeitet haben, sollen dabei die Entscheidungsgrundlage liefern und die Diskussion moderieren. Aktualisiert wird die Internetseite des Wählerbündnisses, neu angelegt wird eine Facebook-Seite. Intern vernetzen sich die Kandidaten in einer WhatsApp-Gruppe.