Die Sozialstation St. Beatrix hat ihre Patienten und die Personen im betreuten Wohnen schon mehrfach über Trickbetrüger informiert, die am Telefon oder an der Haustür versuchen, Geld abzuzocken. Dass so etwas direkt vor Ort einmal passiert – damit hätte wohl niemand gerechnet: „Es ist das erste Mal in der Einrichtung“, sagt die Geschäftsführerin der Sozialstation, Renate Wittenberg. Mit einer besonders dreisten Masche hat der Täter dabei zugeschlagen.

Was ist passiert?

Ein bislang unbekannter Mann hat am Samstag, 26. November, gegen 15 Uhr bei einer Frau geklingelt, die im betreuten Wohnen lebt. Der Unbekannte habe sich laut Polizei gegenüber der 81-Jährigen als Mitarbeiter des Finanzamtes ausgegeben.

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Unter dem Vorwand, dass die Frau angeblich eine Rechnung nicht bezahlt habe und er dieses Geld nun persönlich bei ihr abholen müsse, forderte er die Bewohnerin auf, ihm Geld auszuhändigen. Als sie das Geld schließlich holen wollte, folgte der Täter der Dame, nahm mehrere hundert Euro Bargeld entgegen und verließ schnellen Fußes die Wohnung.

So soll der Betrüger aussehen

Der Polizei liegt zu dem Betrüger die folgende Personenbeschreibung vor: Es soll sich um einen zirka 50 Jahre alten Mann mit hageren Gesicht, hellem Teint und kurzen dunklen Haaren handeln. Der Täter trug ein blaues Oberteil, eine dunkle Hose und eine grüne OP-Maske. Er sprach akzentfreies Deutsch.

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Die Kriminalpolizei Tuttlingen hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Personen, die Hinweise zu dem unbekannten Betrüger geben können oder ebenfalls auf diese Art und Weise angesprochen worden sind, sich unter der Telefonnummer 07461/9410 zu melden.

Präventionsarbeit geleistet

In der Sozialstation ist man sich der Problematik mit solchen Fällen bewusst und hat bereits Präventionsarbeit betrieben: „Wir hatten schon vor dem Vorfall die Polizei bei uns, die über solche Fälle informiert hat. Und den Bewohnern erklärt hat, worauf dabei zu achten ist“, erklärt Geschäftsführerin Wittenberg. Im Nachgang des Vorfalls Ende November habe man mit einem Informationsschrieb darüber aufgeklärt, mit welcher Masche gerade jemand unterwegs sei.

Renate Wittenberg, Geschäftsführerin Sozialstation St. Beatrix.
Renate Wittenberg, Geschäftsführerin Sozialstation St. Beatrix. | Bild: Paul Haug

Und eine weitere Konsequenz wird der dreiste Auftritt des angeblichen Fiskus-Mitarbeiters noch haben: „Wir werden das Haus zukünftig mit Kameras überwachen lassen“, erklärt Wittenberg, „wir wollen das sinnvoll und im möglichen Rahmen machen.“

Was die Polizei rät

Lassen Sie Fremde nicht gutgläubig in ihre Wohnung. Seien Sie wachsam, wenn ein Unbekannter versucht Sie zum Einlass zu überreden. Wenn ein Fremder bei Ihnen klingelt und die Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen fordert, schließen Sie die Tür und rufen Sie die Polizei!