Die Corona-Krise, der Ukraine-Krieg und eine angespannte Liefersituation: Das macht vielen Unternehmen zu schaffen. Auch bei der Sick AG in Donaueschingen? Zumindest gibt es Gerüchte, dass dort Kurzarbeit droht. Doch wie sieht es wirklich aus? Wir haben nachgefragt.

„Momentan können wir sagen, dass sich glücklicherweise nur vereinzelt bestimmte Lieferungen verzögern und unsere Auftragsbücher weiterhin prall gefüllt sind“, sagt Bernd Cordes, Senior Vice President bei der Sick AG. Das Unternehmen habe nur wenige Lieferanten aus der betroffenen Region. Deshalb rechne man nicht damit, dass die ohnehin angespannte Liefersituation durch das aktuelle Geschehen zusätzlich beeinträchtigt werde.

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Kurzarbeit droht nicht

Die flexiblen Arbeitszeitmodelle des Unternehmens würden es zulassen, um individuell auf die Bedürfnisse einzelner Mitarbeiter einzugehen. „Sollten Produktionslinien in Donaueschingen nicht beliefert werden können, prüfen wir, ob Schichten reduziert werden müssen“, so Cordes weiter.

Bernd Cordes, Senior Vice President
Bernd Cordes, Senior Vice President | Bild: Sick

Frei werdenden Kapazitäten würden in einem solchen Fall auf andere Produktionslinien umverteilt werden. Kurzarbeit könne man durch diese flexiblen Arbeitszeitmodelle und eine vorausschauende Planung aller Voraussicht nach ausschließen.

Umsatz bleibt stabil

Zu Beginn des Krieges teilte das Unternehmen mit, alle nationalen und internationalen Geschäftsaktivitäten zu stoppen, die mit Russland und Belarus in Verbindung stehen.

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„Das gilt weiterhin“, so Cordes. Die Konsequenz aus den Sanktionen gegen Russland sei die Reduzierung des Sick-Vertriebsteams vor Ort gewesen. Außerdem habe man Lieferungen nach Russland und Belarus sowie der Geschäftsbetrieb vor Ort auf ein Minimum reduziert. Auf den Gesamtumsatz des Konzerns habe das aber keine größeren Auswirkungen.

Lage weiterhin im Blick

Obwohl die Sick AG ihre Produktions- und Lieferkette nicht akut gefährdet sieht, beobachtet das Unternehmen speziell die Auswirkungen auf den Frachtmarkt in Richtung Osten inklusive China sehr genau. „Wir beobachten aktuell und regelmäßig den Status der Einschränkungen und bewerten eingehend, ob und wie wir handeln werden“, erklärt Cordes. Zukünftig soll ein Kernteam weiterhin als lokaler Ansprechpartner agieren.

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Um einen unmittelbaren Einblick in die Lage vor Ort zu gewinnen, stehe man in einem engen Austausch mit Vertriebsgesellschaften und Partnern in der Ukraine, Russland und weiteren europäischen Ländern. „Generell steht es für uns außer Frage, dass wir gesetzeskonform gemäß den Sanktionen handeln.“

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