Zehn Stunden und 17 Entwürfe: Doch am Ende ist sich das Preisgericht einig, welches der beste Entwurf für die Donaueschinger Realschule ist. Obwohl im Gemeinderat ja oft über die Kosten für das Großprojekt diskutiert wird, standen diese nicht im Fokus für die Bewertung. Denn im Gegensatz zu einem Bau auf der grünen Wiese muss sich im neuen Stadtviertel „Am Buchberg“ die Realschule auch städtebaulich einfügen. Und die Topografie macht es durch ihre Hanglage auch nicht einfacher.

Schon zu Beginn der Haushaltsberatungen zeichnet sich ab: Am Neubau der Realschule, aktuell noch mit 28 Millionen Euro geschätzt, wird nicht gerüttelt. Der Anbau an das gelbe Rathaus ist eher unwahrscheinlich. Allerdings soll hier etwas investiert werden, damit es nicht mehr in die Büros regnet. Bilder: Stadtverwaltung/Roland Sigwart
Schon zu Beginn der Haushaltsberatungen zeichnet sich ab: Am Neubau der Realschule, aktuell noch mit 28 Millionen Euro geschätzt, wird nicht gerüttelt. Der Anbau an das gelbe Rathaus ist eher unwahrscheinlich. Allerdings soll hier etwas investiert werden, damit es nicht mehr in die Büros regnet. Bilder: Stadtverwaltung/Roland Sigwart | Bild: Stadtverwaltung

„Es gab viele unterschiedliche Lösungsansätze, die in ihrer Angemessenheit und in ihrem Ausdruck sehr unterschiedlich waren“, sagt Mathias Hähnig, Architekt in Tübingen und Vorsitzender des Preisgerichtes. Allerdings könne man durchgängig von einer sehr hohen Qualität sprechen. In verschiedenen Wertungsgängen sei die Zahl der Entwürfe auf vier Arbeiten reduziert worden. Und darunter wurde dann in großer Einigung auch der erste Preis festgelegt.

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Oberbürgermeister Pauly spricht in diesem Zusammenhang von einer „pfiffigen Lösung“, denn die Planer aus Ludwigshafen kommen mit einem sehr kompakten Gebäude aus. Das sorgt auch dafür, dass das Gebäude kleiner wird und dass Teile des Grundstücks noch anders nutzbar sind. „Große Freiflächen sind für Schulen immer sehr wichtig“, erklärt Hähnig.

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Während andere Entwürfe auch gerne einmal fünf Geschosse präsentierten, sind es beim Sieger nur drei Stockwerke. Im Erdgeschoss sollen in einem „fließenden Grundriss“ der Gemeinschaftsbereich und das Foyer, die Mensa, sowie der Musik- und Bewegungsbereich untergebracht werden. „Die Schule grenzt sich damit nicht aus, sondern sie reagiert auf den öffentlichen Raum“, erklärt Hähnig. Und das Konzept ermögliche es auch, den Bereich für eine externe Nutzung zugänglich zu machen.

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Die Cluster, in dem jeder Jahrgang die für ihn nötigen Räume in einem eigenen Bereich vorfinden wird, sind in den beiden Stockwerken darüber angeordnet. Die Planer kommen dafür auch ohne großen Erschließungsflächen – wie beispielsweise langen Gänge – aus und reduzieren somit nicht nur die Größe des Schulgebäudes, sondern auch die Kosten. Einschnitte, die laut Planer den Baukörper rhythmisieren, sorgen auch dafür, dass in den Lernbereichen genügen Licht zur Verfügung steht.

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Die Cluster selbst bestehen aus jeweils fünf Klassenräumen, zwei Gruppenräumen und einem Rückzugsort. Außerdem gibt es immer eine Teamstation mit Lehrmitteln, eigenen Sanitäranlagen und einen Garderobenbereich. Der Lernbereich soll so gestaltet werden, dass auch die Klassen- und Gruppenräume einsehbar sind, um die Aufsichtspflicht gewährleisten zu können.

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Und dann gibt es noch die Turnhalle. Diese soll im Verhältnis zum Schulgebäude leicht gedreht werden und sich parallel zum Bürgerpark ausrichten. Dadurch soll ein offener Schulcampus entstehen, der sich nach außen öffnet und gleichzeitig im Zentrum eine geschützt Pausenfläche bietet. „So entsteht eine schöne Aufenthaltsqualität“, erklärt der Tübinger Architekt. Außerdem kommt hier auch die Topografie des Geländes zum Tragen. Während die Sporthalle auf dem Höhenniveau des Parks das Bindeglied zwischen Schule und Außenraum darstellt, liegt der Eingangsbereich mit Bewirtung und Tribüne auf Höhe des Schulhofes.

Und wie geht es nun weiter?

„Als Nächstes werden wir die Bietergespräche führen“, so Stadtbaumeister Christian Unkel. Dann wird anhand einer Bietermatrix entschieden, welches Büro beauftragt wird. Erst dann werden die Planungen über- und eine erste Kostenschätzung erarbeitet. Es kann also durchaus noch eine Weile dauern, bis eine konkrete Zahl für den Realschul-Neubau genannt werden kann. Bislang war immer von 30 Millionen Euro gesprochen worden.

Doch der OB gibt schon Entwarnung

„Dieser Entwurf liegt auch im wirtschaftlichen Bereich“, erklärt er. Durch Kennzahlen und die fachkundigen Einschätzungen könnte man das jetzt schon sagen. „Auch wenn das Finanzielle bei der Auswahl nicht das Hauptaugenmerk war.“ Trotzdem sei es natürlich erfreulich, dass der „klare Sieger“ auch preislich punkten könne.

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