Wer eine Realschule neu baut, der muss vieles beachten. Pädagogisch-räumliches Konzept, die Kosten und vieles mehr. Und auch der Donaueschinger liebstes Thema – der Verkehr – darf nicht außer acht gelassen werden. Denn schließlich müssen all die Schüler und Lehrer ja nicht nur dort die Herausforderungen des Schulalltages bewältigen, sie müssen auch irgendwie hin- und wieder wegkommen.

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Und so heißt es im räumlich-pädagogischen Konzept zu schön: "Für Schulen sind die Ankomm- und Abfahrsituationen zunehmend wichtig. Am neuen Standort ist mit Blick auf die Erfordernisse der Nahmobilität die verkehrliche Infrastruktur aus Erschließung, Stellplätzen und Haltestellen planerisch frühzeitig zu berücksichtigen." Und da Donaueschinger Stadträte sich der Brisanz des Themas Verkehr durchaus bewusst sind, wird das Thema schon diskutiert – noch bevor die Finanzierung des Schulneubaus geklärt ist.

Punkt Nummer eins sind die Parkplätze

26 Stück Parkplätze sind vorgesehen. So wird es zumindest den Büros mitgeteilt, die sich für die Planungen interessieren. Das sind laut Dirk Anhorn, der den Realschulneubau betreut, genau so viele, wie baurechtlich vorgeschrieben sind. "Und in der Regel macht man nur so viele, wie baurechtlich gefordert sind."

Doch ist damit das Parkchaos nicht vorprogrammiert?

"26 Stellplätze für das ganze Gebäude – das sollten wir den Anwohnern wirklich nicht zumuten", sagt SPD-Stadtrat Peter Rögele, der aus seiner Zeit an der Eichendorffschule weiß, wo von er spricht. Und auch CDU-Stadtrat Mario Mosbacher sieht das ähnlich: "Das funktioniert vielleicht in großen Städten. Aber bei uns nicht. Ein Parkplatz pro Lehrer ist nicht zu hoch gegriffen, da viele nicht in Donaueschingen wohnen", sagt der Schulleiter des Fürstenberg-Gymnasiums. Es müsste auch berücksichtigt werden, dass in der geplanten Sporthalle am Wochenende außerschulische Veranstaltungen stattfinden sollen. "Wenn bei uns am Wochenende ein Fußballturnier in der Sporthalle ist, dann habe ich aber locker 100 Autos auf dem Schulgelände", erklärt Mosbacher. Und das Fürstenberg-Gymnasium habe immerhin noch den Vorteil, dass auch im angrenzenden Wohngebiet geparkt werden könnte.

Thema Nummer 2 ist die Anlieferung der Kinder

"Wir sollten unbedingt verhindern, dass Eltern auf das Gelände fahren, wenn sie ihre Kinder in die Schule bringen oder abholen", sagt Konrad Hall. Deswegen hätte der CDU-Fraktionssprecher gerne einen extra Bereich, wo Autos halten können, damit die Schüler aussteigen könnten. Außerdem sollte man den Busverkehr und den Individualverkehr trennen. Seine Idee: an der Friedhofstraße sollen die Busse halten und an der Villinger Straße soll ein Bereich für die Elterntaxis geschaffen werden. Ein Vorschlag, der bei der GUB-Stadträtin Alexandra Riedmaier gefallen findet. Sie wohnt an der aktuellen Realschule und könnte viele Szenarien schildern, die sich ereignen, wenn Eltern ihre Kinder in die Schule fahren. "Wir sollten einen Abschiedskussbereich einrichten, den Eltern anfahren können, ohne danach wenden zu müssen", so Riedmaier.

Bus-Kinder sollen den kürzeren Weg erhalten

Grünen-Stadtrat Uwe Kaminski findet zwar grundsätzlich Halls Idee gut – doch mit einer anderen Aufteilung. Wenn schon, dann sollten doch die Kinder, die mit dem Bus kommen, weniger laufen müssen. Daher sollten die Busse an der Villinger Straße halten, wo es näher zum Schuleingang ist. Und die Eltern-Halte-Zone dann in der Friedhofsstraße, damit die Kinder, die in die Schule fahren, sich auch noch ein bisschen bewegen müssen.

Eltern sollen Kinder an der Haustüre verabschieden

Gar nichts davon hält allerdings Michael Blaurock: "Verabschiedungen jeglicher emotionaler Art gehören an die Haustüre", sagt der Grünen Fraktionssprecher Michael Blaurock. Man sollte es nicht auch noch fördern, dass die Kinder in die Schule gefahren werden. "Sonst brauchen wir neben einer Anfahrtszone auch noch eine Abholzone."

28 Millionen Euro für die neue Realschule

Seit 2016 gibt es für die Realschule ein räumlich-pädagogische Konzept, das nun in die Realität umgesetzt werden soll.

 

  • Das Konzept: Ursprünglich war das Konzept auf eine Vierzügigkeit der Schule ausgerichtet worden. Allerdings sprechen die Schülerzahlen eher von einer Fünfzügigkeit der Schule in den kommenden Jahren. Daher hat das zuständige Büro die Planungen noch einmal überarbeitet.
  • Das Schulhaus: Im neuen Stadtviertel "Am Buchberg" soll die Realschule mit einer Fläche von rund 5300 Quadratmeter gebaut werden. Dafür steht ein Grundstück oberhalb des ehemaligen Exerzierplatzes mit 10 200 Quadratmetern zur Verfügung. Zentrum der Schule soll die 300 Quadratmeter große Mensa werden. Hinzu kommen rund 1200 Quadratmeter für den Fachunterricht – hier Die größte Fläche nehmen die Lern- und Unterrichtsbereiche ein, die mit 3100 Quadratmeter vorgesehen werden.
  • Die Lern- und Unterrichtsbereiche: Klassenzimmer, wie sie im alten Schulhaus zu finden sind, wird es an der neuen Realschule nicht mehr geben. Die Klassenstufen werden in sogenannten Lernclustern zusammengefasst. Jede Klasse erhält einen Lernbereich mit 66 Quadratmetern, dazwischen sind Gruppenräume untergebracht, die 24 und 33 Quadratmeter haben sollen. Außerdem erhält jedes Cluster einen Rückzugsbereich und eine Team-Station, in denen die Lehrer in ihrer unterrichtsfreien Zeit arbeiten können. All diese Räume sind um einen offenen Lernbereich angeordnet, der ebenfalls zum Cluster gehört. Für die jeweiligen Klassenstufen soll dann das Ganztagesangebot in Rhythmisierter Form über den ganzen Tag hinweg auch im Cluster stattfinden.
  • Drei-Feld-Sporthalle: Neben der Realschule soll auch eine neue Drei-Feld-Sporthalle entstehen. Neben den acht Stunden pro Tag, an denen die Schule die Halle für den Unterricht genutzt wird, soll sie aber auch für eine außerschulische Nutzung zur Verfügung stellen und beispielsweise von Vereinen oder für Veranstaltungen genutzt werden und deshalb auch separat erschlossen werden.
  • Der Wettbewerb: Wie das Schulhaus, die Drei-Feld-Sporthalle und das Außengelände aussehen sollen, wird in einem Wettbewerb entschieden. 20 Büros sollen ihre Planungen präsentieren und ein Preisgericht soll dann Ende November diesen Jahres einen Entwurf auswählen, der realisiert wird. Dazu gibt es verschiedene Kategorien, die beurteilt werden: Neben dem eigentlichen Entwurf wird auch die Nachhaltigkeit und die Wirtschaftlichkeit ebenso eine Rolle spielen, wie die Entwicklungsmöglichkeit des Entwurfes, um ihn auch im Nachhinein noch anpassen zu können.
  • Die Kosten: Deutlich wird in den Wettbewerbsunterlagen darauf hingewiesen, dass die Kosten von 28 Millionen Euro für den Neubau unbedingt eingehalten werden müssen. Wie die Realschule finanziert wird, steht noch nicht fest. Es gibt verschiedene Modelle, unter anderem dass Schulden gemacht werden sollen, oder dass die Konversions- und Entwicklungsgesellschaft Bauherrin wird und so das Gebäude nicht über den Haushalt finanziert werden müsste. Die Diskussion darüber wird am 30. April im Gemeinderat geführt werden.

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