Die Sanierung des Bräunlinger Narrenbrunnens verzögert sich. Eigentlich war vorgesehen, dass bis zum Straßenmusiksonntag am 28. August der neu sanierte Brunnen präsentiert werden kann. Doch zwei Versuche der beauftragten Spezialfirma die Kalkablagerungen am Brunnen mit Trockeneis zu beseitigen scheiterten. Die Gefahr, dadurch den Bronzemantel des Brunnens zu beschädigen, war zu groß.

Wie geht es nun weiter?

Mit neuen Verfahren, darunter eventuell mit Glasfaser, soll nun versucht werden den Narrenbrunnen von den gut sichtbaren Kalkablagerungen zu befreien. Immerhin: Die Sanierungskosten von rund 9000 Euro sind gesichert, da die Stadt Bräunlingen wegen der Bedeutung des Narrenbrunnens für die Bräunlinger Kulturlandschaft, einen einmaligen Zuschuss von 4.500 Euro übernimmt. Die zweite Hälfte der Gesamtkosten wird von einem Zunftmitglied gespendet. Die Arbeiten im Umfeld des Brunnens, vor allem die Pflasterarbeiten, übernimmt die Narrenzunft in Eigenleistung.

Bernhard Wintermantel aus Hüfingen, der 2004 den Brunnen konzipiert und bei der Aufstellung beteiligt war, sah bei der Trockeneissanierung die Gefahr einer Beschädigung. „Die gut sichtbare Kalkschicht am Brunnen ist einfach zu hart, um sie mit Trockeneis wegzubekommen“, sagt er. Man müsse ein Mittel haben, der den Kalkbelag annimmt, aber den Bronzebestand des Narrenbrunnens nicht angreift oder gar beschädigt.

Die Kalkablagerungen sind sehr deutlich auf dem Guss zu sehen.
Die Kalkablagerungen sind sehr deutlich auf dem Guss zu sehen. | Bild: Dagobert Maier

Sanierung wird „nicht so einfach“

„Der Brunnen wurde von mir aus Wachs hergestellt und danach von der Firma Strassacker gegossen“. Wachs sei eine wichtige Stufe im Gussverfahren. Zurzeit würden intensive Überlegungen angestellt, wie mit anderen oder auch neuen Varianten versucht werden kann die Kalkablagerungen zu lösen und zu beseitigen ohne den Bronzeguss anzugreifen oder gar zu beschädigen. „Das wird nicht einfach“, so Wintermantel, auch weil der Narrenbrunnen relativ groß sei.

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Die Suche nach einem geeigneten Verfahren laufe noch, sodass noch nicht festgelegt werden könne, bis wann der Narrenbrunnen wieder im alten Glanz erstrahlen werde, so Wintermantel. Der Narrenbrunnen besteht aus Guss, der im Regelfall eine Patina, eine Schutzschicht, braucht, die normalerweise rund alle zehn Jahre erneuert werden sollte. Diese schützt das Metall gegen die Schadstoffe in der Luft und im Regen.

Der 2004 erstellte Narrenbrunnen muss saniert werden.
Der 2004 erstellte Narrenbrunnen muss saniert werden. | Bild: Dagobert Maier

Ohne Schutzschicht würde der Bestand nach und nach beschädigt, was man schon an einigen Stellen am Brunnen durch die Verfärbungen sehen kann. Es besteht dringender Handlungsbedarf, damit sich die Zersetzungen nicht weiter fortsetzen. Die Kunstgießerei Strassacker hat den Zustand begutachtet und eine schnelle Sanierung empfohlen, damit nicht noch weitere Schäden entstehen.

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Das sagt die Narrenzunft

„Die notwendige Sanierung des von vielen bestaunten Narrenbrunnens beim Zunfthaus kommt für die Narrenzunft zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, da sich die Narrenzunft derzeit in einer sehr schwierigen Finanzlage befindet“, so Zunftmeister Matthias Reichmann. Deshalb waren er und die Narrenräte sehr froh, dass die Stadt Bräunlingen und ein Zunftmitglied die Sanierungskosten übernehmen. Die Frage, mit welcher Methode die Sanierung gelingt, ist allerdings noch unbeantwortet.