Der Narrenbrunnen der Narrenzunft Bräunlingen muss dringend saniert werden. Die aufwendige Kupferarbeit befindet sich direkt vor dem Zunfthaus der Narren. Er ist dort nicht nur ein Hingucker, sondern gar eine kleine Attraktion an der Straßenecke.

Der Narrenbrunnen besteht aus Kupferguss, der im Regelfall eine Patina – also eine Schutzschicht – braucht, die normalerweise rund alle zehn Jahre erneuert werden sollte. Diese schützt das Metall gegen die Schadstoffe in der Luft und dem Regen. Sonst würde das Kupfer beschädigt, was jedoch schon an einigen Stellen am Brunnen durch Verfärbungen zu sehen ist.

„Die Sanierung kommt natürlich zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt.“Matthias Reichmann, Zunftmeister
„Die Sanierung kommt natürlich zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt.“Matthias Reichmann, Zunftmeister | Bild: Dagobert Maier

Ohne Zweifel besteht deshalb dringender Handlungsbedarf, damit die Zersetzungen nicht weiter fortschreiten. Die Kunstgießerei Strassacker hat den Zustand begutachtet und eine schnelle Sanierung empfohlen, damit nicht noch weitere Schäden entstehen. Die Firma soll auch mit der Sanierung beauftragt werden. Bleibt noch die Frage der Kosten.

Die Kosten für die reine Brunnensanierung werde nach ersten Schätzungen bei ungefähr 9000 Euro liegen. Ein Batzen, der zu einem ungünstigen Zeitpunkt aufschlägt: „Die Sanierung des von vielen bestaunten Narrenbrunnens beim Zunfthaus kommt natürlich zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, da sich die Narrenzunft aktuell in einer sehr angespannten Finanzlage befindet“, sagt Zunftmeister Matthias Reichmann.

Bei der Bräunlinger Brunnenwanderung im Jahr Sommer 2017 wird der Narrenbrunnen von den Teilnehmern bestaunt.
Bei der Bräunlinger Brunnenwanderung im Jahr Sommer 2017 wird der Narrenbrunnen von den Teilnehmern bestaunt. | Bild: Christina Rademacher

Die Zunft hat noch mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen. Keine Feste bedeutete auch: keine Einnahmen.

Mit Zuversicht

Zunftmeister Matthias Reichmann gibt sich dennoch zuversichtlich, dass diese Kosten auch über Spenden und Zuschüsse finanziert werden können. Nach den Narrenzunftplanungen soll die Brunnensanierung, wenn die Genehmigungen vorliegen und die Finanzierung steht, bis zum Straßenmusiksonntag Ende August 2022 erledigt sein. Für die Sanierung muss der Brunnen eingehaust werden.

Die Kosten für die notwendige Auffrischung der Bepflasterung im Brunnenrandbereich und dem blauen Meerfluss, kann die Narrenzunft Bräunlingen übernehmen. In dem Fall wird allerdings der Einsatz der Mitglieder notwendig und vieles wird mit Eigenleistungen erbracht werden müssen.

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Der Brunnen stellt das Bräunlinger Narrenschiff dar, das nicht seetauglich war und am Zunfthaus gestrandet ist. Es symbolisiert neben dem mittelalterlichen Narrenschiff von Sebastian Brant, auch die örtliche Fasnet mit all ihren Ausprägungen.

Bräunlingen im Brunnen

In den Gegenständen finden sich alle Bräunlinger Narrentypen wieder. Die Wasserrinne ist dem Verlauf der Blaumeerstraße nachgebildet. Steinbänke und -platten stehen für die angrenzenden Bebauungen. Pflasterstreifen für die abgehenden Straßen und Gässchen.

Mit vielen Details geschmückt: Hexenmasken, Hansellarven, Trommeln und auch Kopfbedeckungen sind mit in den Brunnen eingebaut.
Mit vielen Details geschmückt: Hexenmasken, Hansellarven, Trommeln und auch Kopfbedeckungen sind mit in den Brunnen eingebaut. | Bild: Dagobert Maier

Der Brunnen wurde vom Hüfinger Künstler Bernhard Wintermantel geschaffen, in der Kunstgießerei Strassacker in Süßen in Bronze gegossen und von der Narrenzunft Eintracht Bräunlingen finanziert. 2004 wurde er aufgestellt, wobei Spenden von Privatpersonen, der Geschäftswelt und auch der Stadt Bräunlingen mithalfen, das Ganze zu realisieren.

Narrenbrunnen entsteht

Einen Narrenbrunnen zu schaffen, das war schon früher ein vielfach geäußerter Wunsch. Realität wurde das schließlich im Jahr 2004. Damals wurde die Idee in die Tat umgesetzt. Der Brunnen kostete 230.000 Mark und die Anlage 80.000 Mark. 125.000 Mark konnten damals über Spenden wieder reingeholt werden. Ein Brunnen sollte entstehen, der die ganze Bandbreite der Bräunlinger Fasnet darstellt.

Die Legende

Zu diesem Kunstwerk wird erzählt, dass vor vielen Jahren ein Schiff voller Narren führungslos durch das Blaue Meer trieb – und so landete das Narrenschiff auf einer Steinklippe und wurde später auf den Eckpfeiler des Zunfthauses geworfen. Die Narren konnten sich gerade noch retten.

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Das gestrandete Schiff liegt nun auf der Klippe, so wie es damals verlassen wurde. Die Narren freuten sich über ihre Rettung aus dem Meer und so ließen sie sich auf dem Felsen ihres Unglückes nieder und errichteten dort ihre Heimat. Dies gehört mit zur Historie der Bräunlinger Narrenzunft.