Das dominante Thema dieser Tage ist die Ausbreitung des Coronavirus. Diese Krise ist nicht nur für das gesundheitliche Wohl der Menschen ein Problem, sie trifft auch viele Wirtschaftszweige hart. Das reicht inzwischen auch bis in den Schwarzwald-Baar-Kreis. Hier ziehen Unternehmen Konsequenzen aus den einbrechenden Umsätzen und Auftragslagen und melden Kurzarbeit an. So etwa IMS Gear in Donaueschingen, Ebm-Papst in St. Georgen oder Continental in Villingen-Schwenningen.

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Kurzarbeit seit April

Seit dem 1. April gibt es nun rückwirkend auch Kurzarbeit beim Dögginger Farben- und Lackhersteller Freilacke. Das Unternehmen zählt zu den größten auf der Baar und beschäftigt insgesamt 600 Mitarbeiter. Von der Kurzarbeit betroffen ist ein Großteil, etwas über 500, schätzt Freilacke-Marketingleiter Oliver Zanner. Zuvor habe man sich mit dem Betriebsrat abgestimmt und es sei auch eine entsprechende Betriebsvereinbarung getroffen wurden.

Die Geschäftsführer des Dögginger Unternehmens Rainer Frei (von links) und Hans-Peter Frei vor dem im Juni 2019 in Betrieb genommenen neuen Firmengebäude.
Die Geschäftsführer des Dögginger Unternehmens Rainer Frei (von links) und Hans-Peter Frei vor dem im Juni 2019 in Betrieb genommenen neuen Firmengebäude. | Bild: Simon, Guy

Rückgängiger Umsatz

Grund für die Einführung der Kurzarbeit seien auch bei Freilacke rückgängige Umsatzzahlen. Ausgenommen seien lediglich spezielle Projektteams. „Sie beschäftigen sich mit der Einführung unseres neuen ERP-Systems, die zum 2. Juni erfolgen soll. Diese Ressourcen benötigen wir, um das System pünktlich und prozesssicher starten zu können“, erklärt Zanner.

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Flexibel reagieren können

Die Kurzarbeit sei für den maximal möglichen Zeitraum von zwölf Monaten angemeldet. Aber „wir wollen flexibel reagieren. Es gibt ein Krisenteam bei uns, das täglich tagt und die aktuelle Auftragslage und Situation beurteilt. Wenn unsere Kunden wieder regelmäßig bestellen, dann können und werden wir schnell umschalten“, sagt Zanner.

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Arbeitsplätze sichern

Wie er betont, gelten die seit April geltenden Maßnahmen vor allem der Sicherung der Arbeitsplätze. „Es gibt keine Überlegungen der Geschäftsleitung, in dieser Situation Personal abzubauen. Wir bereiten uns jetzt darauf vor, die schwierige Zeit gemeinsam zu überbrücken. Wenn sich die Auftragslage wieder verbessert, werden alle Mitarbeiter schnell wieder gebraucht.“

Ausmaß, das überrascht

Von der Geschwindigkeit, in der sich das Coronavirus über China bis zu uns in die Region ausbreiten konnte, sei man auch bei Freilacke überrascht gewesen: „Das hört man auch von Kollegen in anderen Unternehmen. Alle waren von den Ausmaßen sehr überrascht“, sagt Zanner. Wichtig sei es in einer solchen Situation, flexibel reagieren zu können. „War man vielleicht anfangs über die Absage verschiedener Fachmessen verärgert, so wurde aber bei der weltweiten Entwicklung schnell klar, dass die Neuterminierungen dieser Massenveranstaltungen richtig waren.“

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Wo es möglich ist, arbeite man bei Freilacke mittlerweile auch im Home-Office: „Hierzu haben wir die passende IT-Infrastruktur und können so problemlos in Teams arbeiten“. Ansonsten habe man im Betrieb dafür gesorgt, die Risiken möglichst weit zu streuen: „In den Bereichen Logistik und Entwicklung haben wir beispielsweise Schichtmodelle eingeführt, die unabhängig voneinander arbeiten. Bei der Produktion arbeiten wir ohnehin schon in Schichten“.

Große Leistung

„Was viele Menschen in unserer Gesellschaft in der aktuellen Situation leisten, um Versorgung, Gesundheit und Wirtschaft am Laufen zu halten, ist beeindruckend! Wir alle sind angehalten unsere regionalen Unternehmen und Einzelhändler zu unterstützen, um jetzt und nach der Krise, lokale Wirtschaftskraft sicherzustellen.“ so Zanner.