Organisch soll Freilacke wachsen. Nach und nach den neu geschaffenen Raum mit Leben füllen – und mit Arbeit und Qualität. Platz genug gibt es jetzt dafür. Das Dögginger Unternehmen hat im Juli vergangenen Jahres Richtfest beim großen Neubau der Logistikhalle und der Pulverlackherstellung gefeiert. Mittlerweile sind die Gebäude in Betrieb. Das Lager bestückt, die Produktionsstraßen im Pulverlackbereich arbeiten.

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Das Lager bringt Versorgungssicherheit

Im Lager des Logistikbereiches bietet sich nunmehr Raum für 3500 Palettenstellplätze. „Bis jetzt sind wir aus allen Nähten geplatzt“, erklärt Rainer Frei, der gemeinsam mit seinem Cousin Hans-Peter Frei das Unternehmen führt. War viele noch extern gelagert, habe man jetzt alles im eigenen Haus untergebracht. Ordentlich Lagerkapazität sorgt auch für Versorgungssicherheit. Was allerdings betont wird: „Das Wachstum ist nicht Selbstzweck“, sagt Frei. Der Neubau und die weiteren anstehenden Umbauten, wie etwa im Verwaltungsbereich, seien dazu da, um die notwendigen Bedürfnisse des Unternehmens zu befriedigen.

Der neue Lagerbereich sorgt für eine Optimierung der Abläufe bei Freilacke. Hier werden fertige Produkte für die Lieferung an die Kunden ausgegeben und Rohstoffe eingelagert. Wir firmenintern etwas benötigt, wird es im oberen Bereich bereitgestellt.
Der neue Lagerbereich sorgt für eine Optimierung der Abläufe bei Freilacke. Hier werden fertige Produkte für die Lieferung an die Kunden ausgegeben und Rohstoffe eingelagert. Wir firmenintern etwas benötigt, wird es im oberen Bereich bereitgestellt. | Bild: Simon, Guy

Organische Entwicklung

Ausgelastet seien die neuen Bereiche allerdings noch nicht. Das soll sich gezielt entwickeln, nicht schnell und überhastet, sondern ordentlich. Organisch. „Dabei stehen auch die Produktionsprozesse im Fokus. Laufzeiten werden optimiert, hier und da wird angepasst und korrigiert. Das Ganze wird immer mehr und gut abgestimmt“, erklärt Hans-Peter Frei. „Wir wollen das gleich beim ersten Mal richtig machen.“

Ressourcen werden gespart

Die Kapazitäten habe man auch im Verwaltungstrakt erreicht. Das Gebäude an der Pforte des Unternehmens ist in den 1970er-Jahren entstanden, jetzt erhält es ein neues Stockwerk und weitere Anpassungen: „Es wird neue Bürokonzepte geben und natürlich auch eine energetische Sanierung“, so Rainer Frei. Nachdem der Neubau nun steht, gehe es in baulicher Hinsicht an die Aufgabe, den Bestand auf neuestes Niveau zu heben: „In der Entwicklung wird es über kurz oder lang auch eine Erweiterung geben. Jetzt sind aber erst mal kleinere Sachen dran, größere Projekte kommen erst wieder in der Zukunft“, erklärt Frei. Zudem arbeite man ressourcensparend. Altes werde erhalten, es werden keine neuen Flächen verbaut.

Das Dögginger Traditionsunternehmen Freilacke schafft sich mit neuen Gebäuden nach und nach den dringend benötigten Platz. Der neu hinzugekommene Teil befindet sich etwa in der Bildmitte. Neben dem Verwaltungsbau steht auch schon ein Kran. Auch hier wird es mehr Platz geben.
Das Dögginger Traditionsunternehmen Freilacke schafft sich mit neuen Gebäuden nach und nach den dringend benötigten Platz. Der neu hinzugekommene Teil befindet sich etwa in der Bildmitte. Neben dem Verwaltungsbau steht auch schon ein Kran. Auch hier wird es mehr Platz geben. | Bild: Freilacke

Planung wird intern gestemmt

Wichtig ist dem Unternehmen auch, dass die Planung intern abgewickelt wird, kein externer Dienstleister dafür hinzugezogen wird. So bleiben Wissen und Kompetenz im Betrieb, und können nach Bedarf wieder aus der Schublade gezogen werden. „Es war großes Thema bei uns inwieweit wir so etwas intern schaffen können“, sagt Hans-Peter Frei. Geplant habe man jetzt allerdings aus großer Flughöhe und stelle schon Synergie-Effekte fest. „Eine Gesamtkoordination mit allen Abteilungen war notwendig. Es war dann klar, dass wir auch einen Gesamtplan für die Maßnahmen brauchen.“

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Austausch mit den Nachbarn

Um ein solches Großprojekt über die Bühne zu bringen ist es in einer Ortschaft wie Döggingen auch notwendig, vorab mit den Nachbarn darüber zu sprechen: „Wir haben sie im Vorfeld gut informiert, was unsere Ziele angeht und auch Anwohner-Belange in die Planung mit aufgenommen“, so Hans-Peter Frei. Gerade der Sicherheits-Aspekt sei in Richtung der Nachbarn besonders wichtig. Im Bau habe es schon Lärmquellen, die man ausmerzen wolle. Dafür habe man viel Geld in die Hand genommen. Ziel sei es auch, dass die Mitarbeiter in den betroffenen Bereichen irgendwann auch keinen Gehörschutz mehr brauchen werden. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, gerade auch im Bezug auf die Anwohner“, sagt Rainer Frei.

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Anbindung an die Bahn

Hoffnung wird auch auf den Umbau direkt vor den Freilacke-Gebäuden gesetzt. Dort wird der Dögginger Bahnhof fit gemacht für die Elektrifizierung der Höllentalbahn und damit verbunden: eine wesentlich bessere Verbindung bis hin nach Freiburg. Im Dezember soll es dort soweit sein. „Das ist ein Glücksfall für uns. Welche Firma hat den direkt vor dem Gebäude eine solche Anbindung an Bus und Bahn?“, sagt Hans-Peter Frei. Man hoffe auf eine rege Nutzung des zukünftigen Angebotes. Daher wolle man auch die Arbeitszeiten entsprechend angleichen, sodass eine optimale Verbindung von Anfahrt und Arbeitsbeginn ermöglicht werden könne.