Wer am späten Abend oder am Sonntagmorgen Lust auf Spiegel- oder Rühreier, ein Glas frische Milch oder Bergkäse und Wurstkonserven hat, braucht künftig auch bei leerem Kühlschrank auf diese Leckereien nicht zu verzichten. Eine Fahrt nach Bruggen zum neu installierten Automaten-Häusle der Familie Moßbrugger auf deren Hofgelände kann etliche dieser Wünsche erfüllen. Hier gibt es ganz neu nun Hofprodukte „to go“, also zum Mitnehmen. Und das 24 Stunden jeden Tag übers ganze Jahr.

Der Automat läuft

Erst seit wenigen Wochen ist das Automaten-Häusle eröffnet und läuft bereits wie geschmiert. Das kann Doris Moßbrugger bestätigen, zum einen weil sie die vielen Autofahrer anhalten sieht und zum anderen, weil sie den Automaten ständig „füttern“ muss, besonders an den Wochenenden. Schon der Aufbau der ländlichen „Einkaufs-Station“ wurde vielfach beäugt und wahrgenommen, denn diese liegt direkt neben der Verbindungsstraße von Bräunlingen nach Wolterdingen.

Hier rollt einiger Verkehr in Richtung Bregtal oder Tannheim und Villingen-Schwenningen vorbei. Und umgekehrt natürlich. Ein schneller Stop am Automaten sichert dem Kunden Milch, Eier, Butter, selbst gemachte Nudeln und Wurstkonserven alles direkt vom Hof. Das Sortiment wird durch ein paar Produkte wie Bergkäse und Camembert aus Göschweiler, verschiedene Joghurts, Schoki und Honig ergänzt.

Ansprechend und hell präsentiert sich das Automatenhäusle am Hof von Doris und Reinhold Moßbrugger in Bruggen. Rund um die Uhr sind hier Produkte vom Hof wie Eier, Milch und mehr zu haben. Seit dem ersten Tag werden die beiden Automaten sehr viel frequentiert.
Ansprechend und hell präsentiert sich das Automatenhäusle am Hof von Doris und Reinhold Moßbrugger in Bruggen. Rund um die Uhr sind hier Produkte vom Hof wie Eier, Milch und mehr zu haben. Seit dem ersten Tag werden die beiden Automaten sehr viel frequentiert. | Bild: Gabi Lendle

Zu jeder Zeit wird geklingelt

Seit neun Jahren betreibt Doris Moßbrugger einen Hofladen am heimischen Bauernhof in Bruggen. Und der wird viel und fleißig frequentiert, weil ihre Kunden das selbst gebackene Brot aus dem Holzofen sowie verschiedene Brötchen, Zopf, eine Kuchenauswahl, selbst gemachte Nudeln von Tochter Melanie sowie Wurstwaren, Gewürze, Honig und einmal im Monat Schweinefleisch vom Hof ihrer Tochter aus Biesingen zu schätzen wissen.

Vor allem die Eier der insgesamt 380 Freilandhühner, die gut sichtbar in unmittelbarer Nähe herumwuseln und herumscharren sind neben dem Brot der Verkaufsrenner. Weitere Grundnahrungsmittel wie Butter, Zucker und Salz, Rapsöl sind hier ebenfalls zu haben. An drei Tagen in der Woche ist der Laden geöffnet, doch die Menschen die vor allem auf der Suche nach Eier waren, klingelten zu jeder Zeit und hoffnungsvoll an der Haustür, wenn der Hofladen zu hatte.

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Die Idee mit dem Automaten

„Anfangs hielten sich die Haustürkunden noch im Rahmen, doch nach und nach wurde so viel bei uns geklingelt, dass es mitunter sehr nervig war“, gesteht Doris Moßbrugger. „Unser Sohn Markus hatte schließlich die Idee mit dem Automaten, der hier Abhilfe schaffen sollte. Anfangs habe ich mich noch dagegen gewehrt, doch inzwischen sind wir alle davon begeistert. Besonders mein Mann Reinhold ist richtig froh, weil niemand mehr zur Haustür kommen muss“, freut sich Moßbrugger.

Alles ganz einfach: Der neue Regiomat (links) mit Produkten vom Hof und mehr sowie der Brunimat mit frischer Milch von den eigenen Kühen sind sehr bedienerfreundlich. Doris Moßbrugger (rechts) freut sich, dass das Automatenhäusle so gut angenommen wird, Kundin Veronika Gatta freut sich über die frischen Freilandeier.
Alles ganz einfach: Der neue Regiomat (links) mit Produkten vom Hof und mehr sowie der Brunimat mit frischer Milch von den eigenen Kühen sind sehr bedienerfreundlich. Doris Moßbrugger (rechts) freut sich, dass das Automatenhäusle so gut angenommen wird, Kundin Veronika Gatta freut sich über die frischen Freilandeier. | Bild: Gabi Lendle

Große Investition

Allerdings war die Anschaffung eine recht große finanzielle Investition. „Das Holzhäusle haben wir gekauft, darin stehen nun die beiden Modernen: Der Regiomat mit den Waren und daneben der Milchautomat“, erklärt Moßbrugger. Der Miniladen ist beleuchtet.

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Das Hühnermobil

Seit einigen Monaten wurde die Hühnerschar durch ein Hühnermobil ergänzt. Das Federvieh umfasst inzwischen 380 Hühner, unterteilt in Gruppen mit viel Auslauf. Jede Gruppe hat auch einen oder mehrere Hähne, damit sie wirklich glücklich sind. „Die vielen Eier unserer freilaufenden Hühner sind sehr gefragt, im Automaten muss ich sie ständig auffüllen“, so Moßbrugger. Im Stall stehen noch 60 Milchkühe und deren Nachzucht. Also fließt die Milch auch reichlich, die man sich nun frisch aus dem Automaten lassen kann.

So funktioniert der Automat

Die Bedienung der beiden Automaten ist relativ simpel: Will man Milch kaufen und hat kein Gefäß dabei, gibt es Literflaschen aus Glas aus dem Automat für einen Euro. Man kann aber auch noch die gute alte Milchkanne mitbringen oder andere Gefäße, etwa auch Sprudelflaschen. Der Milchautomat berechnet in Liter-Einheiten, man kann auch mehrere Liter rauslassen. Der Wechsler nimmt Münzgeld sowie fünf-, zehn- oder zwanzig Euroscheine.