80 Kilo Früchtetee, 700 Kilo Bananen und 200 Laugenstangen sowie 1000 Liter Iso-Getränk: Der Einkaufszettel von Hanjo Kollmer ist nicht gerade alltäglich, denn er kauft nicht in den üblichen Mengen ein, wenn er für den Schwarzwaldmarathon unterwegs ist, sondern in Massen. Schließlich müssen die Läufer für ihre Höchstleistungen bei Kräften bleiben und so müssen ausreichend Getränke und auch eine kleine Stärkung für zwischendurch vorhanden sein, wenn sich am zweiten Oktoberwochenende in Bräunlingen alles ums Laufen dreht.

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Ins kalte Wasser geworfen

Es ist das zweite Jahr, in dem Hanjo Kollmer der Versorgungschef der internationalen Laufveranstaltung ist. "Letztes Jahr bin ich etwas ins kalte Wasser geworfen worden", sagt Kollmer und lacht. Die Feuerteufe – ausgerechnet im Jubiläumsjahr – hat er jedoch mit Bravour gemeistert und so wird er auch in diesem Jahr wieder dafür sorgen, dass jeder der zehn Versorgungsstände, die entlang der Strecke von Vereinen betreut werden, ausreichend versorgt ist. Ohne die Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer vom TuS Bräunlingen, des Tennisclubs Hüfingen, des DRK Furtwangen, der Schlosshexen aus Donaueschingen, der Brändbachhupen aus Bräunlingen, des Skiclubs aus Buchenbach und Bräunlingen sowie des Radfahrvereins aus Unterbränd wäre die Versorgung der Läufer allerdings auch nicht möglich.

Tee ist der Renner

Ein bisschen ist es allerdings auch wetterabhängig, was bei den Läufern während des Rennens und beim Zieleinlauf besonders gefragt ist. "Der Tee geht vor allem weg, wenn es kalt ist. An den Versorgungsständen wird der Tee in Thermokochern warm gehalten", erklärt Kollmer. Doch so ganz kann man sich am Rennwochenende nie aufs Wetter einstellen. Das zweite Wochenende im Oktober ist oft wechselhaft. So gab es durchaus schon Veranstaltungen, da mussten die Läufer am höchsten Punkt durch den Schnee.

In anderen Jahren zeigte das Thermometer deutlich mehr als 20 Grad an. In dem Fall sind natürlich vor allem kühle Getränke gefragt – stilles Wasser und Apfelsaftschorle. Auch Cola kommt gut an. Beides in solchen Massen, dass es gleich mit dem Lastwagen angeliefert werden muss. Denn sonst wäre bei den mehr als 500 Kisten etliche Fahrten nötig, bis das Depot für den Schwarzwaldmarathon aufgefüllt ist.

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Banane muss sein

Früher wurden die Läufer lediglich mit Getränken versorgt. Doch irgendwann kamen auch Bananen und Laugenstangen dazu. Heute geht es nicht mehr ohne: "Wir wollten einmal bei einer Versorgungsstation die Bananen weglassen, das gab aber sofort Protest", erklärt der Versorgungschef. Und so gibt es die Bananen weiterhin an allen Stationen.

Verpackungen am Straßenrand

Was es allerdings nicht gibt, sind Energieriegel, die müssen die Läufer selbst mitbringen. "Energieriegel werden von Jahr zu Jahr mehr eingesetzt, aber meist nicht von den Läufern, die ganz vorne mitlaufen", erklärt Hanjo Kollmer. Doch woher weiß er das, wenn die Energieriegel gar nicht auf seiner Einkaufsliste stehen. Die Verpackungen, die die einzelnen Strecken säumen, sprechen ihre eigene Sprache. Dauerhaft bleibt dieser Unrat aber nicht liegen, denn nach dem Marathonwochenende zieht ein Trupp fleißiger Helfer los und beseitigt allen Unrat entlang der Strecke – meistens wesentlich mehr, als vom Marathon stammt. Aber Müll ist Müll. Egal, wer ihn nun verursacht hat. Und so wird alles eingesammelt, ohne noch dem Ursprung zu fragen.

Gigantische Tee-Lieferung

Als Versorgungschef erlebt man auch die eine oder andere Anekdote. Ein entsetztes Gesicht machte Hanjo Kollmers Frau, als sie dem Postboten die Türe öffnete und eine Teebestellung entgegennahm. "Ich trinke selbst gerne Tee und da der grüne Darjeeling teurer geworden ist, habe ich noch einmal bestellt." Das wusste auch seine Frau. Allerdings staunte sie dann doch nicht schlecht über die Größe des Paketes und befürchtet schon, nun Massen von grünem Darjeeling in Empfang zu nehmen. Das Missverständnis ließ sich aber schnell aufklären. Hanjo Kollmers hatte einfach den Teevorrat für den Schwarzwaldmarathon nach Hause bestellt. Die Darjeeling-Lieferung für den privaten Gebrauch fiel dann wesentlich kleiner aus.

Vom Bambinilauf bis zum Marathon: Am 13. und 14. Oktober dreht sich alles ums Laufen

Traditionell findet in Bräunlingen am zweiten Oktoberwochenende der internationale Schwarzwaldmarathon statt. Doch nicht nur die 42,195 Kilometer-Distanz wird angeboten. Von Schüler- und Jugendlauf, über Nordic Walking bis hin zum Halbmarathon findet am 13. und 14. Oktober jeder eine passende Herausforderung. Die Anmeldung ist noch bis zum Sonntag, 7. Oktober, möglich

Samstag, 13. Oktober,

  • 12 Uhr bis 18 Uhr: Startunterlagen-Ausgabe und Nachmeldungen
  • 12 Uhr bis 18 Uhr: Marathonsportmesse in der Stadthalle
  • 14 Uhr: Start 1,05-Kilometer-Schüler-/ Jugendlauf I
  • 14.20 Uhr: Start 1,75-Kilometer-Schüler-/ Jugendlauf II
  • 15 Uhr: Start Zehn-Kilometer-Lauf (Einzel-/ Firmen-/ Vereinslauf)
  • 15.05 Uhr: Start Zehn Kilometer Nordic Walking/ Walking
    (Die Zehn-Kilometer-Strecke hat Geländeabschnitte)
  • 15 Uhr bis 18 Uhr: Maultaschenparty in der Stadthalle
  • 15.30 Uhr: Siegerehrung Schülercup/Jugendlauf I und II
  • 17 Uhr: Siegerehrungen aller Zehn-Kilometer-Läufe
  • 17.05 Uhr: Zielschluss (Sollzeit zwei Stunden)
  • 18.30 Uhr: Gottesdienst (Kirche)

Sonntag, 14. Oktober

  • 7 Uhr bis 9.30 Uhr: Startunterlagen/Nachmeldungen
  • 9.30 Uhr: Start Marathon/Staffelmarathon
  • 10 Uhr: Start Halbmarathon
  • 10.10 Uhr: Gottesdienst (Kirche)
  • ca. 11.10 Uhr: Siegereinlauf Halbmarathon
  • ca. 12.00 Uhr: Siegereinlauf Marathon
  • ca. 14 Uhr: Siegerehrung Halbmarathon in der Stadthalle
  • ca. 14.30 Uhr: Start Bambinilauf an der Stadthalle
  • ca. 14.45 Uhr Siegerehrung Marathon in der Stadthalle
  • 15.30 Uhr Zielschluss (Sollzeit sechs Stunden)