Mit großer Mehrheit hat sich der Gesamtelternbeirat der Blumberger Schulen gegen einen neuen Schulverbund von Realschule und Werkrealschule ausgesprochen. Bei der Abstimmung votierten 67 Prozent der Elternbeiräte gegen den Schulverbund, 10 Prozent enthielten sich und 23 Prozent stimmten für den Schulverbund. Das teilte die Gesamtelternbeiratsvorsitzende Petra Wölfle auf Anfrage mit.

Petra Wölfle, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Blumberger Schulen
Petra Wölfle, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Blumberger Schulen | Bild: Timo Link

Nachdem der Gemeinderat am 25. Juni fast geschlossen für den neuen Schulverbund und die Auflösung des Schulverbunds Grund- und Werkrealschule Eichberg gestimmt hatte, nur Stadtrat Hermann Zorbach hatte dagegen gestimmt, hatte Wölfle diese Woche zu zwei Sitzungen in die Stadthalle eingeladen.

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Am Dienstag erhielten alle Elternbeiräte Informationen von Sabine Rösner, Leiterin des Staatlichen Schulamts Donaueschingen, und von Blumbergs Bürgermeister Markus Keller. „Der Dienstag lief echt gut“, erklärte Petra Wölfle. Es seien viele Eltern anwesend gewesen. Nach den Informationen durch die Schulamtsleiterin und den Bürgermeister gab es eine freie Fragen und Diskussionsrunde. „Diese wurde von den Eltern sehr gut angenommen und genutzt.“ Nachdem keine Fragen mehr kamen, seien die „Gäste“ gegangen und nur die Eltern für die Abstimmung geblieben.

Sabine Rösner, Leiterin des Staatlichen Schulamts Donaueschingen Bild: Schulamt
Sabine Rösner, Leiterin des Staatlichen Schulamts Donaueschingen Bild: Schulamt | Bild: SK

Die Abstimmung hätten sie geheim durchgeführt. Dabei hätten von allen Elternbeiräten 67 Prozent gegen den Schulverbund gestimmt, zehn Prozent hätten sich enthalten und 23 Prozent hätten für den Schulverbund gestimmt.

In der Sitzung des Gesamtelternbeirats am Mittwoch „haben wir uns darauf geeinigt, das Abstimmungsergebnis der Eltern als das gültige Ergebnis zu übernehmen.“

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Gegen den neuen Schulverbund hatten sich auch die Blumberger Schulleiter ausgesprochen, unter anderem auch aus Sorge, dass dann Klassen von Realschule und Werkrealschule gemischt werden und dadurch das Niveau der Realschule leiden könnte.

Gemeinderat wollte den Schulverbund zum zum 1. August

Der Gemeinderat wollte den Schulverbund schon zum 1. August dieses Jahres. Zum zeitlichen Ablauf, wann dieser Schulverbund in Kraft treten könnte, sagte die Schulamtsleiterin Sabine Rösner: Es könnte sein, dass die offizielle Genehmigung während des Schuljahrs 2020/21 kommt, „das heißt aber nicht, dass wir zum Halbjahr alles umsetzen.“ Dafür, so erklärte Rösner, werde man sehen, „dass man einen günstigen Zeitpunkt nimmt“ und die tatsächliche Einrichtung des neuen Schulverbunds „zum neuen Schuljahr macht.“ Für die Schulen und ihre Verantwortlichen bedeute dies, sie hätten „in Ruhe Zeit, ab September einen Plan zu machen.“

Pädagogische Begleitung

Dabei, so Rösner, werde es wahrscheinlich eine Begleitung durch ein Fachberater-Team geben, Rösner nannte das neue Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung mit der Regionalstelle Freiburg. Die Schulen könnten diese Begleitung selbst beantragen, ihres Wissens liefen dazu auch bereits erste Kontakte.

Timo Link, Geschäftsführender Schulleiter der Blumberger Schulen
Timo Link, Geschäftsführender Schulleiter der Blumberger Schulen | Bild: Lutz, Bernhard

„Die Veranstaltung war wichtig“, sagte der Geschäftsführende Schulleiter Timo Link. Link stellte ein großes Interesse fest, fast 50 Eltern seien gekommen. Die Eltern hätten ihre Informationen erst aus der Zeitung erfahren und hätten deutlich gemacht, dass sie sich eine andere Kommunikation gewünscht hätten. Sie hätten es als eigenartig empfunden, dass sie jetzt noch abstimmen müssten, nachdem der Gemeinderat schon entschieden habe. Die Eltern hätten ein großes Bedürfnis gehabt, mehr über die Pläne der Stadt zu erfahren.

Bürgermeister Markus Keller
Bürgermeister Markus Keller | Bild: Ruth Keller

Bürgermeister Keller fand den Abend auch informativ, allerdings hätten die Eltern auch viele Fragen gestellt, die die Stadt nicht habe beantworten können. Etwa, was ein G- und ein M-Niveau sei. Keller hatte schon kürzlich betont, dass es nicht Absicht der Stadt sei, Klassen von Realschule und Werkrealschule zu mischen, der Stadt gehe es vielmehr darum, die Werkrealschule zu erhalten und ihr eine Perspektive zu geben. Bei einem Schulverbund könnten die Hauptschüler, die inzwischen an der Realschule seien und einen Unterricht auf Grund-Niveau (G-Niveau) benötigten, mit den Werkrealschülern zusammen unterrichtet werden.

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