Eigentlich hätte das Wetter für das Straßenfest in Blumberg nicht besser sein können. Eigentlich. Um aber trotzdem etwas mit dem schon lange im Kalender stehenden Termin zu machen, haben sich die drei Vereine Gaszug Randen, Landfrauen Randen und der Skiclub Nordhalden ein „Straßenfest to go“ ausgedacht.

Initiator beim Gaszug Randen war das aktive Mitglied Thomas Müller. Er hatte die Idee, für den ausgefallenen Stand in Blumberg eine Hähnchenbraterei im Dreschschuppen in Randen zu machen, bei der die Besucher wie in einem Drive-In-Schnellrestaurant ihre Bestellung ohne Kontakt abholen können.

Zeitfenster für die Bestellungen

Die aktiven Mitglieder waren schnell begeistert und so wurde der Plan umgesetzt. Für die Bestellungen wurden Zeitfenster angegeben, sodass das Küchenteam genau wusste, wer wann seine Bestellung abholt. Und so gingen im Laufe des Samstags 560 halbe Hähnchen über den Ladentisch. Dazu gab es wahlweise Pommes oder von Thomas Müller selbst gebackenes frisches Bauernbrot.

„Mit den über 500 bestellten Hähnchen haben wir den ganzen Tag zu tun“, sagt Kassierer Marius Gleichauf „aber finanziell wiegt das Straßenfest-to-go unseren Stand am Straßenfest nicht auf. Schließlich fehlen die Einnahmen der Getränke“. Trotzdem waren alle Mitglieder mit Feuereifer dabei. Die erste Crew startete schon um 5.30 mit den Vorbereitungen, denn die „geheimnisvolle Randemer Hähnchengewürzmischung“ musste auf die Hähnchen aufgetragen werden.

Genau im Zeitplan ist die Bestellung von Benny Sabjan, Bernhard Heer und Katja Heer, die bei Martina Flies ihre frischen Haxen abholen.
Genau im Zeitplan ist die Bestellung von Benny Sabjan, Bernhard Heer und Katja Heer, die bei Martina Flies ihre frischen Haxen abholen. | Bild: Susanne Freitag

Gebraten wurde dann in zwei Schichten. Und die Stimmung der Helfer war währenddessen sehr gut. Dass alles super organisiert war, zeigte sich am kurzen Zeitfenster des Drive-Ins. Die Kunden kamen in ihren Autos, währenddessen wurde ihre Bestellung fertig gemacht. Nach dem Bezahlen konnten die Besucher ihre Hähnchen mit nach Hause nehmen.

Euro Carneval ist abgesagt

Alles funktionierte kontaktlos, unter den Hygienebestimmungen und unter fünf Minuten. Die Zukunft für kommendes Jahr sieht beim Gaszug Randen indes eher düster aus. Alle anstehenden Termine wurden abgesagt, darunter auch das beliebte internationale Guggenmusiktreffen „Euro Carneval“ in der Toskana. Wie es weiter geht, bleibt bisher offen.

14 verschiedene Kuchen zur Auswahl

Neben der Hähnchenbraterei des Gaszugs hatten auch die Landfrauen Randen ihren Kuchenstand mit „Torte-to-go“ aufgebaut. Sie hatten 14 Kuchen im Angebot, welche ebenfalls mit Vorreservierung verkauft waren. „Unsere Frauen hatten fünf Sorten zur Auswahl, die sie backen konnten“, so Martina Zepf. Darunter waren Schwarzwälder, Käse-Sahne, Bananensahne, Eierlikör- und Windbeuteltorte.

Die beiden Landfrauen Martina Zepf und Silke Neukum von den Landfrauen Randen verkaufen mit ihrer Aktion „Torte-to-go“ insgesamt 14 Torten. Natürlich alle selbst gebacken.
Die beiden Landfrauen Martina Zepf und Silke Neukum von den Landfrauen Randen verkaufen mit ihrer Aktion „Torte-to-go“ insgesamt 14 Torten. Natürlich alle selbst gebacken. | Bild: Susanne Freitag

Zwei Ortschaften weiter duftete ganz Nordhalden nach frischen Schweinehaxen. Hier bot der Skiclub Nordhalden seine Haxen statt wie am Straßenfest, in der Dorferlebnisscheune an. Und auch hier wurde wahlweise frisches Brot vom Lauterbachhof in Uttenhofen oder frischer Kartoffelsalat dazu gereicht.

„Im Mai hatten wir eine virtuelle Vorstandssitzung und überlegten, dass wir was machen wollen, um zu zeigen, dass es auch mit Corona weiter geht“, gibt der Vorsitzende Johannes Lohberger Auskunft. „Dann war schnell klar, dass wir an diesem Straßenfesttermin einen Hausverkauf unserer Haxen machen wollen“, erzählt er weiter.

40 Kilogramm Kartoffelsalat

Auf dem Grill lagen bei der Außenstelle Nordhalden des „Straßenfest-to-go“ am Ende 200 Haxen, die mittels Vorbestellung innerhalb von zwei Stunden restlos ausverkauft waren. Und die 40 Kilogramm Kartoffelsalat wurden von den fleißigen Helfern frisch zubereitet.

„Natürlich kommen wir auf diese Weise nicht an die Verkaufszahlen, wie wir sie am Straßenfest haben. Da gehen 400 bis 450 Haxen und 150 Kilogramm Kartoffelsalat über die Theke“, stellt Lohberger den Vergleich zu „normalen Jahren“ her. Aber dem Verein sei es auch darum gegangen, mal wieder zusammen aktiv zu sein. Und auch hier war die Stimmung der Helfer sehr gut, wenngleich auch der Skiclub, wie viele Vereine, in eine ungewisse Wintersaison blickt.

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