„Wir befinden uns im Moment in einer sehr, sehr schwierigen Lage.“ Das sagt Hans-Joachim Salomon vom „Hirschen“ in Blumberg. Er hat sich entschieden, ab dem heutigen Freitag seinen Betrieb „bis auf Weiteres“ komplett zu schließen, also Hotel und Restaurant dicht zu machen.

Der „Hirschen“ in Blumberg
Der „Hirschen“ in Blumberg | Bild: SK-Archiv

Übernachtungsangebote dürfen nach einer Verordnung der Landesregierung „nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden“. Gleichzeitig ist der Betrieb von Gaststätten nur dann erlaubt, wenn sichergestellt ist, dass ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Tischen gewährleistet ist. Die Gaststätten dürfen frühestens ab sechs Uhr geöffnet und müssen spätestens ab 18 Uhr geschlossen werden. Salomon begründet seinen Entschluss damit, sowohl seine bis zu 20 Mitarbeiter als auch seine Gäste nicht gefährden zu wollen. Es berge einfach ein viel zu hohes Gesundheitsrisiko, weiter Übernachtungsgäste aufzunehmen und das Restaurant fortzuführen. Der Gastronom kündigt an, keine Kündigungen aussprechen zu wollen.

Sie führen den Landgasthof Scheffellinde in der 19. Generation, von links Sabine Hille, ihre Schwägerin Cornelia Wiggert und ihr Bruder Karl Wiggert.
Sie führen den Landgasthof Scheffellinde in der 19. Generation, von links Sabine Hille, ihre Schwägerin Cornelia Wiggert und ihr Bruder Karl Wiggert. | Bild: Lutz, Bernhard

Im Achdorfer Tal hat sich das Leitungs-Trio der „Scheffellinde„ dazu entschieden, allen Mitarbeitern frei zu geben und nur zu Dritt weiterzumachen. Am Nachmittag bleibt das Traditionsgasthaus geöffnet. Der Gastraum bietet jetzt, also nachdem die Vorgaben der Landesregierung umgesetzt wurden, nur noch Platz für 20 Personen. Außerdem haben sich Karl Wiggert, seine Frau Cornelia und Schwester Sabine Hille dazu entschieden, einen Catering-Service einzurichten. Sie wollen täglich ein Gericht anbieten, wobei aber mindestens zehn Portionen geordert werden müssen.

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Auch in der Pizzeria „La Romantica“ in der Kernstadt bleibt der Ofen auf Temperatur. Nach 18 Uhr reicht Betreiber Giuseppe Deluca die Pizza aus dem Fenster zu seinen Kunden. Ähnlich läuft es in der „Grillbar“. Dort werden zum Mittagstisch zwei Gerichte angeboten, auch zum Mitnehmen.

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Alexander Paralidov vom „Belo More“ in Riedböhringen steht ebenfalls noch in der Küche. Aber nur bis 14 Uhr. Bei ihm sorgen Busreisende für viel Umsatz – und die gibt es zu Corona-Zeiten nicht mehr. Ab 17 Uhr kann bei ihm Essen zum Abholen bestellt werden. Das TuS-Restaurant beim Sportplatz in Blumberg hat laut Anrufbeantworter noch bis zum 26. März Betriebsferien. Und vor dem Ristorante „Mamaioa“ (früher Café Mitte) informiert ein Schild „Wir sind zu“. Ulrike Röthenbacher vom Gasthaus „Zum Kranz“ in Fützen war gestern nicht zu erreichen. Sie hat diese Woche wegen Urlaubs geschlossen.

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Der SÜDKURIER hat bei den Gaststätten nachgefragt, die regelmäßig geöffnet haben. Vor allem in den Blumberger Dörfern gibt es Gastronomiebetriebe, die nur sporadisch oder zu besonderen Anlässen öffnen. Die wurden nicht berücksichtigt, weil die Menschen wissen, dass hier vor einem Besuch der Griff zum Telefon angeraten ist.

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