Blumberg – Der Neujahrsempfang der Stadt Blumberg war auch 2019 gut besucht. Mehr als 300 Menschen füllten die Blumberger Stadthalle, neben mehreren Abgeordneten, Justizminister Guido Wolf und Landrat Sven Hinterseh war sogar der neue Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen, Jürgen Roth, anwesend. Auch die Wirtschaft war stark vertreten, darunter Steffen Würth, Vizepräsident der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, Firmengründer Albert Metz und sein Sohn Christian von Metz Connect oder Andreas Pöschel vom Schwarzwaldhof.

Neujahrsempfang der Stadt Blumberg in der Stadthalle am Samstag, 5. Januar 2019
Neujahrsempfang der Stadt Blumberg in der Stadthalle am Samstag, 5. Januar 2019 | Bild: Roland Sigwart
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Bürgermeister Markus Keller, der seine zehnte Neujahrsrede hielt, dankte den Abgeordneten, dem Landrat und den Unternehmern für ihren Einsatz. Die Wirtschaft habe in den vergangenen Jahren Millionen in den Standort investiert, weitere Investitionen zeichneten sich ab. Hier gelte es, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehören der weitere Breitbandausbau und die Erweiterung des Gewerbegebiets B 27 in Riedböhringen. Und dazu gehörten auch die B 27-Umfahrungen von Blumberg-Zollhaus und Randen.

Bürgermeister Markus Keller gratuliert Friedel Gerber, Witwe des früheren Blumberger Bürgermeisters nachträglich zu hrem 95. Geburtstag. Bild: Roland Sigwart
Bürgermeister Markus Keller gratuliert Friedel Gerber, Witwe des früheren Blumberger Bürgermeisters nachträglich zu hrem 95. Geburtstag. Bild: Roland Sigwart | Bild: Roland Sigwart

Blumberg wachse, habe entgegen den Prognosen wieder mehr als 10 000 Einwohner, Tendenz steigend. Um Grundstücke für weitere Baugebiete zu erwerben, so Keller, stehen drei Millionen Euro im Haushalt 2019.

Zwei, die sich verstehen: der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei (links) und Blumbergs Bürgermeister Markus Keller Bild: Roland Sigwart
Zwei, die sich verstehen: der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei (links) und Blumbergs Bürgermeister Markus Keller Bild: Roland Sigwart | Bild: Roland Sigwart

Ausgebaut werde auch der Pflegebereich mit einer zweiten Tagespflege und einem zweiten Pflegeheim, für Familien wurden unter anderem etliche Spielplätze neu geschaffen, die restlichen Orte erhalten dieses Jahr neue Spielplätze. Und das sanierte Panoramabad erhält ein neues Planschbecken.

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Für die Planung des Schulcampus in der Kernstadt, das größte Vorhaben in den nächsten Jahren, hofft der Bürgermeister bald auf erste Entwürfe.

Sanierung von Hallen überdenken

Die Sanierung der Mehrzweckhallen und Gemeinschaftshäuser soll zwar fortgesetzt werden, doch bei der Planung sei zu überdenken, ob die Größe dieser Gebäude, die meist aus den 1970er Jahren stammten, noch zeitgemäß sei, oder ob nicht zusätzliche Nutzungen, zum Beispiel durch Kindergärten oder Schulen möglich seien.

Werbung für Europawahl

Zum Schluss wies Bürgermeister Markus Keller darauf hin, dass 2019 ein Wahljahr für Baden-Württemberg und Europa sei. Er appellierte, sein Wahlrecht auszuüben und auch selbst zu kandidieren. Die Europäische Gemeinschaft habe zwar viele Schwächen gezeigt, insbesondere in der Flüchtlingsfrage, und die Fragen beim Brexit seien auch noch nicht beantwortet. Doch der Europäische Annäherungsprozess und die wachsende Zusammenarbeit der Staaten habe "uns allen auch sehr viel gebracht". Die Europäische Gemeinschaft habe sich zu einem Garanten für Wohlstand und Stabilität entwickelt.

Umrahmung durch die Stadtkapelle Blumberg

Den Empfang umrahmte die Stadtkapelle Blumberg unter Musikdirektor Michael Jerg. Zum Schluss spielte die Stadtkapelle die Europahymne, die Nationalhymne und das Badnerlied.

Thorsten Frei würdigt Blumberg

Der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei (CDU) würdigte Blumberg in seinem Grußwort: Es sei der "größte, beste und schönste Neujahrsempfang hier" in der Region. In Blumberg werde viel getan, "man sieht es dem Stadtbild an, wenn man in die Stadt hineinfährt." Die Investitionen würden vor allem durch kommunales Engagement getragen.

Guido Wolf setzt auf Blumberg und Europa

Der Abgeordnete und Landesminister für Justiz, Europa und Tourismus, Guido Wolf (CDU), setzte Blumberg in den Zusammenhang mit Europa. Blumberg, so erklärte Wolf, sei für ihn "der Inbegriff eines kleinen Europa". In Blumberg werde grenzübergreifende Zusammenarbeit mit der Schweiz gepflegt, davon profitiere auch die Wirtschaft. In Blumberg lebe man schon lange die Einheit in der Vielfalt, von A wie Achdorf bis Z wie Zollhaus. Man müsse nicht aufgeben, im Herzen Blumberger zu sein und gleichzeitig leidenschaftlicher Europäer zu sein. Wolf bat die Anwesenden, Europa zu einer Herzensangelegenheit zu machen.

Der Landtagsabgeordnete Lars Patrick Berg (AfD) brachte allgemeine Themen wie Digitalisierung oder Gewalt gegen Polizeibeamte zur Sprache und forderte insbesondere eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte.

Landrat betont Gemeinsamkeiten

Landrat Sven Hinterseh betonte, Blumberg und der Schwarzwald-Baar-Kreis hätten viele gemeinsame Themen, etwa das atomare Endlager der Schweiz in Grenznähe oder der geplante Nordanflug auf den Schweizer Flughafen Zürich-Kloten. Dort wünscht Hinterseh sich endlich eine Lösung, die "südbadenverträglich" sei. Gemeinsame Themen seien auch der Breitbandausbau, wobei Blumberg vorne dabei sei, und der Nahverkehr. Wenn die Breigau-S-Bahn ab Dezember 2019 bis in die Südbaar fahre, erhalte Blumberg ein darauf abgestuftes Nahverkehrskonzept. Dank einer Landesförderung erhalte Blumberg dann auch eine Schnellbuslinie nach Donaueschingen.