Er hat einige Blumberger Bürgermeister porträtiert und im Sitzungszimmer des Rathauses ist sein Porträt von Alfred Teves zu sehen, dem ersten Blumberger Ehrenbürger: Die Rede ist von Bernhard Schneider-Blumberg, der sich in der südbadischen Kunstszene vor allem einen Namen als Bodensee- und Landschaftsmaler gemacht hat, lebte er doch von 1919 bis zu seinem Tod im Jahr 1956 auf der Insel Reichenau. Doch das Licht der Welt erblickte er 1881 in Randen (damals sprach man noch von Randendorf) und die innere Verbundenheit zu seinem Heimatort spiegelt sein Nachname wieder.

So sah das heutige Blumberger Zollhausried im Jahr 1935 aus, wie es der Blumberger Maler Bernhard Schneider-Blumberg festhielt. Im Aitrachtal wurde Landwirtschaft betrieben mit Gemüseanbau, wie die Kohlköpfe vorne links zeigen, Heu und Getreide. Rechts der Bahnhof Blumberg-Zollhaus, rechts hinten in der Kurve das Haus Reichmann, das später einem Zwischenausbau der B 27 in diesem Bereich weichen musste. Im Vordergrund ein Teil der Straße der heutigen B 27.
So sah das heutige Blumberger Zollhausried im Jahr 1935 aus, wie es der Blumberger Maler Bernhard Schneider-Blumberg festhielt. Im Aitrachtal wurde Landwirtschaft betrieben mit Gemüseanbau, wie die Kohlköpfe vorne links zeigen, Heu und Getreide. Rechts der Bahnhof Blumberg-Zollhaus, rechts hinten in der Kurve das Haus Reichmann, das später einem Zwischenausbau der B 27 in diesem Bereich weichen musste. Im Vordergrund ein Teil der Straße der heutigen B 27. | Bild: Lutz, Bernhard

Nun gibt der Museumsverein Reichenau ein Buch mit den Lebenserinnerungen des Malers heraus. Das Manuskript dafür stammt von dem Künstler selbst. Den mit der Schreibmaschine getippten Text hat seine inzwischen 91 Jahre alte Tochter Laetitia aufbewahrt, die auf der Reichenau lebt. Der dortige Museumsverein gibt die Lebenserinnerungen mit dem Titel „Meine Wege zur Kunstbetätigung“ nun im Original und nur mit einem Vorwort versehen als Buch heraus – unter anderem auf Wunsch der Tochter.

Die Burg Blumberg von Bernhard Schneider-Blumberg.
Die Burg Blumberg von Bernhard Schneider-Blumberg.

Woher kommt Schneider-Blumbergs Vorliebe für Landschaften? Gerd Zang vom Museumsverein Reichenau, ein promovierter Historiker, führt das auf die Blumberger Kindheit des Künstlers zurück: „Er musste eine Stunde zur Schule laufen. Da hat er Landschaft zu allen Jahreszeiten und in allen Stimmungen erfahren.“ Und in seinem Werk sei es später auch genau eine seiner Stärken gewesen, Stimmungen einzufangen. „Das konnte er meisterlich“, meint Zang.

Aus wirtschaftlichen Gründen, so Zang, habe Schneider-Blumberg aber auch viele Porträts gemalt. Zu seinen Auftraggebern zählte zum Beispiel die Wirtsfamilie Meister von der Achdorfer Scheffellinde, die ihre Haustöchter von dem Künstler in einem undatierten Ölbild festhalten ließ. Es hat einen Ehrenplatz im Scheffelsaal des Landgasthauses.

Der Museumsverein Reichenau hat etliche Bilder Schneider-Blumbergs erworben und zeigt diese im Museum in Mittelzell. Der Verein gibt ein Buch mit den Lebenserinnerungen des Künstlers unter dem Titel „Meine Wege zur Kunstbetätigung“ heraus. Es erscheint voraussichtlich in der ersten Oktober-Woche. Eine Buchvorstellung ist am 3. Dezember im Seniorenzentrum auf der Reichenau geplant.