Lange lief die Arbeit am Stockacher Ärztehaus eher auf Papier, jetzt wird gebaut. Gestern gab es den symbolischen Spatenstich für das neue Gebäude neben dem Krankenhaus. Nächste Woche soll der Bagger damit anfangen, die Baugrube auszuheben, sagen Generalunternehmer Bernd Schuler und Klemens Gerhard, Projektleiter für den Bau, bei dem Anlass. Geplant wird mit 18 Monaten Bauzeit, im Herbst 2021 soll das Gebäude fertig werden, sagt Investorin Petra Reinhard.

Wer einzieht

Von einem reinen Ärztehaus ist das Projekt inzwischen zu einem Ärzte- und Geschäftshaus geworden. Im Erdgeschoss werde ein Operationssaal für ambulante Eingriffe eingerichtet, sagt Reinhard. Der Fußchirurg Frank Mattes, der schon seit Jahren auch am Stockacher Krankenhaus arbeitet, wird seine Praxis von Überlingen in das neue Gebäude verlegen. Außerdem werde ein Stockacher Physiotherapeut eine Zweitpraxis dort eröffnen, sagt Reinhard. Geplant sei außerdem, einen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen dort anzusiedeln, dies sei aber noch nicht sicher.

Drei Vertreter von zwei künftigen Mietern des Stockacher Ärztehauses stellen sich fürs Foto kurz zusammen (von links): Michael Hanke, Geschäftsführer des Krankenhauses, Angela Häusling, Pflegedienstleiterin des ZfP Reichenau, und Jochen Reutter, Betriebsdirektor und stellvertretender Geschäftsführer des ZfP Reichenau.
Drei Vertreter von zwei künftigen Mietern des Stockacher Ärztehauses stellen sich fürs Foto kurz zusammen (von links): Michael Hanke, Geschäftsführer des Krankenhauses, Angela Häusling, Pflegedienstleiterin des ZfP Reichenau, und Jochen Reutter, Betriebsdirektor und stellvertretender Geschäftsführer des ZfP Reichenau. | Bild: Freißmann, Stephan

Das Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Reichenau will eine psychiatrische Tagesklinik in dem Gebäude einrichten. Diese soll zunächst zwölf Plätze haben, sagt Jochen Reutter, Betriebsdirektor und stellvertretender Geschäftsführer am ZfP. Wichtig seien ihm die Synergien, die sich durch das benachbarte Krankenhaus ergeben, etwa durch die Küche oder durch beratende Untersuchungen von Fachärzten. Dieser Teil des Landkreises sei schon länger im Fokus des ZfP für eine Tagesklinik gewesen, sagt Reutter. Behandelt werden sollen dort laut Häusling etwa Menschen mit affektiven Erkrankungen oder Psychosen, die nicht vollstationär aufgenommen werden müssen. Für diese Patienten soll der Weg zu einem Angebot kürzer werden. Und: Mit Tageskliniken habe das ZfP gute Erfahrungen gemacht, etwa in Konstanz, Singen, Reichenau und Bad Säckingen.

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Schließlich sollen neben einem Backshop noch zwei nicht-medizinische Mieter in das neue Gebäude einziehen. Rechtsanwalt Joachim Lohner will seine Kanzlei in das neue Gebäude verlagern. Und die Verwaltung des Krankenhauses soll ebenfalls ins Ärztehaus ziehen. Dann könnten in die früheren Verwaltungsbüros die Sekretariate und Büros der Krankenhaus-Chefärzte einziehen. Der freiwerdende Platz werde für die Patienten genutzt, sagte Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Hanke beim Spatenstich. Und das Krankenhaus werde auch den Ambulanz-OP mit nutzen.

Dass nun keine Stockacher Ärzte in das Ärztehaus einziehen, bedauert Petra Reinhard. Sie berichtet auch, dass sie mit mehreren von ihnen verhandelt und geplant habe, es am Ende aber nur Absagen gegeben habe.

Eine Animation des Ärztehauses neben dem Krankenhaus auf einem Pressebild von Investorin Petra Reinhard.
Eine Animation des Ärztehauses neben dem Krankenhaus auf einem Pressebild von Investorin Petra Reinhard. | Bild: Hospital und Labormanagement Petra Reinhard GmbH

Wer baut

Als Investorin tritt Petra Reinhard mit ihrem Unternehmen Hospital- und Labormanagement Petra Reinhard auf. Dieses hat seinen Sitz in Sinsheim bei Stuttgart. Der Generalunternehmer, der das Gebäude errichtet, ist die Firma Schuler Wohnbau von Bernd Schuler. Er hatte das jetzige Projekt Ärztehaus 2016 maßgeblich angestoßen und trat anfangs auch als Investor auf.

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Für ihn sei es immer wichtig gewesen, auf dem Grundstück etwas anzusiedeln, was mit dem Krankenhaus zusammenpasst, sagte Bürgermeister Rainer Stolz beim Spatenstich. Und er wirft einen Blick auf das benachbarte alte Gesundheitsamt. Auch dort wolle er etwas ansiedeln, was für das Krankenhaus dienlich ist, sagte Stolz. Das denkmalgeschützte Gebäude steht leer, seit der Ortsverband des Roten Kreuzes in die Alemannenstraße gezogen ist.

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Was es kostet

Die Investition für das Ärztehaus beziffert Petra Reinhard mit etwa 8 Millionen Euro. Etwa 2600 Quadratmeter seien zu vermieten, Stellplätze gebe es im benachbarten Parkdeck und am Gebäude. Das Ärztehaus ist nur eines von mehreren Gebäuden, die auf dem früheren Grundstück der Stadtgärtnerei (siehe Kasten) entstehen. Dazu gehören außerdem drei Mehrfamilienhäuser, die bereits der Fertigstellung entgegen gehen. Bauherr ist Schuler Wohnbau. Das dritte Element ist ein zweistöckiges Parkdeck, das rasch wächst. Bauherr ist dabei die Stadt. Schuler Wohnbau errichtet all diese Gebäude. Das Investitionsvolumen für alle Teile der Bebauung gibt das Unternehmen mit etwa 20 Millionen Euro an.

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