Der Schulverbund Nellenburg hat einen positiv auf das Coronavirus getesteten Schüler. Entsprechende Informationen hat Schulleiterin Beate Clot auf Nachfrage bestätigt. Das betroffene Kind gehe in eine fünfte Klasse. Weil es eine Überschneidung mit einer anderen fünften Klasse gegeben habe, seien nun beide Klassen in Quarantäne. Aus dem gleichen Grund müssen nun auch einige Lehrer zu Hause bleiben, wobei das Gesundheitsamt des Landkreises die Regeln dafür festlege, erklärt Clot weiter. Am Nachmittag berichtete sie, dass vier der elf Lehrer, die Kontakt zu dem Kind hatten, demnach für 14 Tage zu Hause arbeiten müssen. Zwei Lehrer dürften weiter in der Schule unterrichten, bei fünf Lehrern sei die Frage noch offen. Auch Elternabende hat die Schule mittlerweile abgesagt.

Erfahren habe sie von dem Fall am Samstag, berichtet die Schulleiterin. Die Eltern des betroffenen Kindes hätten sich direkt an sie gewandt, nachdem das positive Testergebnis ebenfalls am Samstag eingetroffen sei, sagt Clot. Für die rasche Meldung durch die Eltern zeigt sie sich dankbar. Denn so konnte die Schule am Wochenende Lehrer und Eltern von Schülern in den betroffenen Klassen kontaktieren, sodass Lehrer und Schüler sich am Montag gar nicht erst mehr auf den Schulweg gemacht haben. Clot lässt allerdings auch durchblicken, dass manche Familien schwierig zu erreichen gewesen seien. Um andere Kinder zu schützen, sei es aber wichtig, dass eine Schule Kontakt zu Eltern aufbauen könne.

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Mehr Hintergründe zu dem Fall kenne sie indes nicht, sagt Clot. Auch das Landratsamt ließ, abgesehen von einer Bestätigung des Falls, die meisten Fragen am Montag unbeantwortet – beispielsweise dazu, ob sich das Kind möglicherweise im Urlaub oder eher hier in der Region infiziert hat. Auch die Frage, ob Betroffene durch einen negativen Corona-Test rascher in den Unterricht zurückkehren können, blieb unbeantwortet. Personen mit engem Kontakt zum infizierten Kind, etwa durch mindestens 15-minütiges Gespräch, würden nach Hause geschickt, hieß es noch.

Rückkehr zum Fernunterricht

Wie geht es für die Schüler und Lehrer in Quarantäne weiter? „Wir gehen jetzt wieder in den Fernunterricht über“, sagt Schulleiterin Clot. Das Problem dabei sei, dass die neuen Fünftklässler, die erst in der vergangenen Woche an die Schule gekommen sind, den Fernunterricht am Schulverbund noch nicht kennen.

Die Schule habe aus ihrer Sicht richtig reagiert, sagt Clot – und auch die Vorgaben des Kultusministeriums ergeben in ihren Augen Sinn. Doch mit dem Coronavirus sei es wie beim Leben: „Man kann nicht alle Risiken ausschließen.“ Entsprechend äußert sie sich auch über den Unterricht für die anderen Klassen: „Ich denke schon, dass das sicher ist. Aber hundertprozentige Sicherheit kann ich nicht geben.“ In Quarantäne komme die infizierte Person und deren unmittelbare Kontakte, wobei das Gesundheitsamt sehr genau die Details des Kontakts überprüfe.

Elternbeirat spürt keine übermäßige Verunsicherung

Eltern, die sich wegen des Corona-Falls Sorgen machen, hätten den Elternbeirat nicht kontaktiert, sagt dessen scheidender Vorsitzender Alexander Kuhn. Auch Eltern aus den betroffenen Klassen hätten sich nicht an ihn gewandt. Für ihn zeige das, dass die Eltern sich keine allzu großen Sorgen machen. Und er vertraue darauf, dass die Schulleitung die Situation richtig bewältige. Unter den Eltern des Schulverbunds sei die Corona-Problematik allerdings allgemein kein großes Thema, sagt Kuhn auch noch. Ähnlich stellt sich seiner Stellvertreterin Antonia Becher die Situation dar. Auch sie berichtet, dass keine große Welle der Besorgnis beim Elternbeirat angekommen sei. Zumindest bei ihr hätten sich keine Eltern gemeldet. Ihre Einschätzung ist trotzdem: „Es schwingt immer ein bisschen Ungewissheit mit.“ Und sie hoffe, dass es bei dem einen Fall bleibe.

Beim benachbarten Nellenburg-Gymnasium beobachtet man die Lage gründlich. Schulleiter Holger Seitz sagt, von dem infizierten Kind gebe es nach dem derzeitigen Stand keine direkten Verbindungen zu Schülern des Gymnasiums, etwa über Geschwister – insofern bestehe für ihn kein Anlass zur Sorge. Der Schulweg oder private Aktivitäten könnten allerdings ein Risiko sein. Verunsicherung bei Eltern und Lehrern könne er durchaus verstehen, sagt Seitz. Daher plädiere er für Wachsamkeit und Verantwortungsbewusstsein. Panik sollte jedoch niemand haben, denn diese verhindere kluges Handeln: „Man muss aufpassen, dass man nicht überreagiert.“ Um genau feststellen zu können, mit wem eine infizierte Person Kontakt hatte, sei es daher wichtig zu wissen, wen man getroffen hat. Deshalb sollte man etwa in einem Restaurant korrekte Kontaktdaten angeben.

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