Fast zwei Jahre waren größere Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie nicht möglich – jetzt ist es wieder so weit. Die Stadt Singen präsentiert sich beim Martinimarkt mit verkaufsoffenem Sonntag am 7. November. Es ist die 20. Auflage des Martinimarktes und das erste Mal, dass die Stadt mit der erneuerten Fußgängerzone, dem neuen Busbahnhof und dem Einkaufszentrum Cano ein größeres Publikum empfangen kann. Bei früheren Ausführungen des Martinimarktes kamen jeweils Tausende von Menschen in die Stadt.

Doch dieses Jahr wird manches anders sein. So werde es keinen Martinsumzug geben und auch keine Verteilung von gebackenen Martinsgänsen an die Kinder. Auch das gewohnte Bühnenprogramm müsse in diesem Jahr ausfallen. Dies erklärt Claudia Kessler-Franzen, Geschäftsführerin des Standortmarketing-Vereins Singen aktiv. Zu groß wäre der Andrang, Abstände zum Schutz vor Ansteckungen mit dem Coronavirus könnten nicht eingehalten werden. Dennoch gibt es wieder viel Programm (siehe Text unten).

Mit Aktionstagen konnte der Singener Einzelhandel zusätzlich Publikum in die Stadt und in die Geschäfte locken. Die Besucher konnten sogar, wie auf dem Bild in der Hegaustraße, ausgelassen zu musikalischen Aufführungen von Bands tanzen. (Archivbild)
Mit Aktionstagen konnte der Singener Einzelhandel zusätzlich Publikum in die Stadt und in die Geschäfte locken. Die Besucher konnten sogar, wie auf dem Bild in der Hegaustraße, ausgelassen zu musikalischen Aufführungen von Bands tanzen. (Archivbild) | Bild: Christel Rossner

Und Kessler-Franzen sagt auch: „Wir freuen uns sehr, das möglich machen zu können.“ Da man für den Martinimarkt wie ein Wochenmarkt auftreten könne, komme man auch ohne 3G-Kontrolle aus, wie sie weiter erklärt. „Der Wunsch der Menschen ist, einfach vorbeizukommen“, lautet ihre Einschätzung. Daher solle die Veranstaltung einfach einladend und nicht zu kompliziert sein.

Appell an die Eigenverantwortung der Besucher

Dennoch appelliert sie an die Eigenverantwortung der Besucher, zum Schutz vor der Corona-Pandemie Masken zu tragen und Abstand zu halten. Der Martinimarkt sei nach den Samstagsaktionen ein weiterer Anlass, um die Stadt interessant zu machen und im Gespräch zu halten, sagt Kessler-Franzen. Und das ist offenbar auch ein Wunsch des Publikums: „Viele Besucher der Stadt haben uns bereits in der Sommerzeit gefragt, ob der schöne Markt für die ganze Familie wieder durchgeführt wird“, erklärt Gerd Springe, der Vorsitzende von Singen aktiv, laut einer Pressemeldung des Standortmarketing-Vereins.

Ein wichtiges Zeichen für den Handel und die Besucher

Auch für den Handel sei der verkaufsoffene Sonntag, der mit dem Martinimarkt verbunden ist, ein wichtiges Zeichen, sagt Hans Wöhrle, Vorsitzender des Singener Einzelhandelsverbandes – und zwar ein Zeichen der Normalität nach 20 Monaten, in denen für den Einzelhandel nicht viel normal gelaufen ist. Für den Handel sei der Sonntagsverkauf auf jeden Fall wichtig, beispielsweise als Anlass für Familien, gemeinsam einkaufen zu gehen. Diese Einschätzung teilt auch Oberbürgermeister Bernd Häusler: „Der Martini-Sonntag im November ist für unsere Stadt ein wichtiger Handelstag. Mit dem traditionellen Martinimarkt und den verkaufsoffenen Geschäften schaffen wir einen sympathischen Mix aus Shopping-Erlebnissen, facettenreichen Angeboten und Mitmach-Aktivitäten für die kleinen und großen Gäste unserer Stadt“, wird er in der Pressemeldung zitiert.

Auch City-Ring und IG Süd machen mit

Wie schon seit vielen Jahren sind auch die beiden Vereinigungen City-Ring und IG Singen Süd wieder beteiligt. In der Mitteilung zur Veranstaltung wirbt Alexander Kupprion, Vorsitzender des City-Rings, für ein umfangreiches Einzelhandel-Angebot, gute Beratung und freundliche Atmosphäre. „Mit dem verkaufsoffenen Martini-Sonntag können wir endlich wieder die Power der ganzen Stadt in den Fokus der Region stellen“, wird Dirk Oehle, Vorsitzender der IG Singen Süd, zitiert. Kessler-Franzen sagt ebenfalls, der Martini-Sonntag sei auch ein Signal, dass Singen weiter am Markt sei: „Bisher sind wir in der glücklichen Lage, dass wir nach Corona eine viel stärkere Stadt haben als vorher.“ Und: Man denke nun positiv, dass die „mit Hauruck“ organisierte Veranstaltung wie geplant stattfinden könne.

Das wird geboten – was bei Martinimarkt und verkaufsoffenem Sonntag los ist

  • Öffnungszeiten: Der eigentliche Martinimarkt auf dem Singener Rathausplatz öffnet am Sonntag, 7. November, von 11 bis 19 Uhr seine Tore. Vertreten sein werden unter anderem Marktbeschicker des Singener Wochenmarkts und andere Lebensmittelhändler, Kunsthandwerker, soziale Einrichtungen, Kindergärten und ähnliche Institutionen. Die Geschäfte in der Innenstadt und im Singener Süden haben von 13 bis 18 Uhr geöffnet, wie die Veranstalter mitteilen. Demnach gibt es auch im Handel viele Spezialaktionen.
  • Programm: An unterschiedlichen Standorten auf dem Marktgelände wird es am Sonntag Musik geben. Laut den Veranstaltern treten die Gruppen Hontes Brass des Singener Blasorchesters auf (11 bis 14 Uhr), die Talheimer Straßenmusikanten (12 bis 16 Uhr), die Beurener Alphornbuben (13 bis 15 Uhr) und ab 17 Uhr die kleine Formation des Singener Blasorchesters, die Martinslieder spielen wird. Außerdem gibt es verschiedene Vorführungen und Mitmach-Aktionen, unter anderem von einem Glasbläser, einem Seiler und einem Goldschmied. Und die Singener Kriminalprävention stellt das Maskottchen Muti vor und bietet ebenfalls verschiedene Aktionen an.
  • Kinder: Die Abteilung Kinder und Jugend der Singener Stadtverwaltung wird eine abgespeckte Version ihres Spielraums präsentieren, teilen die Marktveranstalter mit. Mit dabei sind Großspiele, eine Reaktionswand und verschiedene Spiele des Jahres, die man mit Unterstützung der Mitarbeiter direkt auf dem Markt ausprobieren kann. Zudem sind Singener Kindergärten mit Bastelangeboten beim Martinimarkt dabei.
  • Museen: Die Singener Museen beteiligen sich ebenfalls mit Aktionen am Martini-Sonntag. Das städtische Kunstmuseum in der Ekkehardstraße öffnet seine Türen mit der Ausstellung von René Acht von 11 bis 17 Uhr, mit einer Sonderführung um 11 Uhr (5 Euro inklusive Eintritt) und einem Kinder-Workshop von 15 bis 17 Uhr (3,50 Euro inklusive Material). Das MAC Museum Art and Cars ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass um 17 Uhr. Dort ist unter anderem weiter die Retrospektive über den Designer Gianni Versace zu sehen. Führungen mit je höchstens 20 Personen gibt es um 14.30 Uhr (MAC 1) und 16 Uhr (MAC 2). Und das Hegau Museum im Schloss neben dem Rathaus öffnet von 14 bis 17 Uhr, Kinderführung unter dem Titel „Finster und zugig – das Leben auf der Burg“ für Kinder ab 6 Jahren um 14.30 Uhr (kostenlos).
  • Anfahrt: Alle Singener Parkhäuser haben zum Martinimarkt geöffnet. Die Veranstalter rechnen allerdings mit einigem Andrang und raten dazu, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Stadtbusse der Linie 10, Regionalbusse der Linie 300 und Anrufsammeltaxis der Linien 8 und 9 halten beim Marktgelände am Rathaus. (sk)