Die Verarbeitung von Karton und Klarsichtfolie ist für die Singener Spezialisten des Verpackungsproduzenten Pawi tägliche Übung. Jetzt produziert das Unternehmen, das lange Jahre auf dem ehemaligen Schiesser-Areal in Rielasingen angesiedelt war, ein ganz neues Produkt. „In außergewöhnlichen Zeiten entstehen oft innovative Ideen“, erklärt Ralf Kautzmann, Geschäftsführer beim Verpackungshersteller Pawi. Ansonsten stellt das Schweizer unternehmen am Standort Singen vorwiegend Verpackungen für die Lebensmittelindustrie her. „Und daher gelten wir als systemrelevant“, so Kautzmann. Ganz neu sei die Produktion nun aber auch auf Einweg-Gesichtsschutzmasken umgestellt worden.

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„Wie andere Unternehmen auch, hat die Pawi-Gruppe gleich zu Beginn der Corona-Krise ein sogenanntes Pandemie-Team gegründet, Verhaltensregeln zum Schutz der Mitarbeitenden, Kunden und Geschäftspartner getroffen und Maßnahmen zur Sicherstellung der Produktion umgesetzt“, erläutert der Geschäftsführer in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Zeitgleich habe man von überall auf der Welt Meldungen wahrgenommen, dass ein Mangel an Ausrüstung für Schutzkleidung, Mund- und Gesichtsschutz herrscht. „Aus Verzweiflung und mangels einer adäquaten Lösung haben sich Ärzte bereits selbst einen Gesichtsschutz gebastelt“, berichtet der Unternehmer. Das habe das Innovationsteam der Firma auf die Idee gebracht, selbst eine Gesichtsschutzmaske zu entwickeln, zu fertigen und zu vertreiben. „Findige Köpfe haben sich sofort mit diesem Thema auseinandergesetzt, da für deren Anfertigung die technischen Voraussetzungen innerhalb der Pawi-Gruppe gegeben sind.“ Schnell sei ein technische Lösung für die Produktion gefunden worden.

Den Einsatzbereich für die Gesichtsschutzmasken aus singener Produktion sieht Pawi-Geschäftsführer Ralf Kautzmann nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in Alten- und Pflegeheimen oder Verbraucher- und Supermärkten. „Eigentlich überall dort, wo Menschen aufeinander treffen und sich zusätzlich schützen möchten“, so Kautzmann. Bild: Pawi
Den Einsatzbereich für die Gesichtsschutzmasken aus singener Produktion sieht Pawi-Geschäftsführer Ralf Kautzmann nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in Alten- und Pflegeheimen oder Verbraucher- und Supermärkten. „Eigentlich überall dort, wo Menschen aufeinander treffen und sich zusätzlich schützen möchten“, so Kautzmann. | Bild: PAWI Packaging GmbH

Der Gesichtsschutz von Pawi besteht aus Karton und einem Sichtfenster aus einer PET-Fensterfolie und kann daher auf einfachste Weise nach Gebrauch über die normale Mülltrennung entsorgt werden – wie eine ganz normale Faltschachtel auch. „Dank des universellen Steckverschlusses am Kopfband lässt sich die Maske je nach Kopfumfang für jeden passend verschließen“, so Kautzmann.

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Zwar würden für die Gesichtsmaske gewisse Einschränkungen gelten, er sei nicht geeäß de europäischen CE-Norm geprüft und somit nicht offiziell für medizinische Pflegeeinrichtungen und Kliniken zugelassen. „In Krisensituationen wie der aktuellen Pandemie ist ein solcher Gesichtsschutz jedoch sicher ein willkommenes Mittel, um besonders exponierte Personen zusätzlich zu schützen“, erklärt der Pawi-Geschäftsführer. Ein Schutz vor Ansteckung könne nicht garantiert werden, dennoch sei es eine ideale Ergänzung zu einem herkömmlichen Mundschutz und könne die Anwender zusätzlich vor direktem Kontakt mit sogenannten Tröpfchen schützen, wenn andere Personen im direkten Umfeld niesen oder husten müssen. Krankenhäuser in der Region hätten großes Interesse am Einweg-Gesichtsschutz gezeigt. Die Produktion der Einweg-Gesichtsschutzmasken ist angelaufen und sind in Kürze lieferbar.