Ist ein Krieg je zu Ende? Ist es naiv, an eine Zukunft ohne Krieg zu glauben? Lernen wir aus der Geschichte? Das sind nur einige von vielen Fragen, die sich in der Fotoausstellung „Krieg ohne Krieg“ von Meinrad Schade im Kunstmuseum stellen.

Seit 2003 reist der Fotograf in die Staaten der ehemaligen Sowjetunion, nach Israel und Palästina, wo er die Auswirkungen von Kriegen auf den Alltag der Menschen dokumentiert.

Von Schlachten und Waffenmessen

Dem gegenüber stehen Bilder aus Großbritannien, wo jährlich Schlachten und Paraden in der beliebten War & Peace (Krieg und Frieden-) Show nachgespielt werden und Bilder einer Waffenmesse in Frankreich, wo Rüstungsfirmen verschiedener Länder ihr neuestes Waffenarsenal anbieten.

„Meinrad Schade rückt das Davor, Danach und das Daneben kriegerischer und langandauernder Konflikte in den Fokus“, hob Museumsleiter Christoph Bauer hervor, dass Schade kein Kriegsfotograf sei. Schade gehe es um Schauplätze, die sich in räumlicher oder zeitlicher Distanz zu den Kriegen befinden.

Menschen, von Krieg und Gewalt gezeichnet

Seine Bilder berühren und fordern zum Nachdenken heraus. Sie zeigen Menschen, von Krieg und Gewalt gezeichnet, die inmitten von Trümmern ihrem Alltag nachgehen, darunter Opfer der Atombombenversuche in Kasachstan. Palästinensische Studenten trainieren mit Gewehrattrappen. Einst Helden, präsentieren Veteranen mit Stolz ihre Orden für ihren Einsatz im „Großen Vaterländischen Krieg“ in Russland und der Ukraine.

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Schades Landzeitstudie zeige keine spektakulären Bilder der Gewalt, sondern er zeichne seismografisch auf, wie die Bildsprache des Krieges ganze Gesellschaften, ihre Erinnerungen, Räume und Orte bestimmt, erläuterte Bauer.

Bilder in den Medien zeigen einen Ausschnitt des aktuellen Kriegsgeschehens, Schade fotografiert das Abseits – die Nebenschauplätze von vergangenen oder noch schwelenden Konflikten und Orte, die nicht mehr im Zentrum des medialen Interesses stehen.

Zu sehen ist die Ausstellung „Krieg ohne Krieg“ bis 10. Januar im Kunstmuseum. Zum Programm: www.kunstmuseum-singen.de

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