Das eine Parkhaus soll nach den Sommerferien befahrbar sein, das andere existiert bisher nur in Architektenzeichnungen: Es tut sich was bei Singens Parkmöglichkeiten. An der Julius-Bührer-Straße, Ecke Rielasinger Straße, sollen rund 200 neue Parkplätze entstehen, wie aus einem Bauantrag im Ausschuss für Stadtplanung und Bauen hervorgeht. Das bestehende Parkhaus sei so beschädigt, dass die Eigentümer lieber neu bauen als teuer zu sanieren. Die dortigen Parkplätze sollen Dauerparkern zur Verfügung stehen. Anders ist es bei der Tiefgarage am Herz-Jesu-Platz, wo der bisherige Gemeinderat zuletzt die Tarife und Öffnungszeiten beschloss. „Die Eröffnung erfolgt – so wie es jetzt aussieht – nach den Sommerferien“, teilt Stadt-Pressesprecher Achim Eickhoff auf Nachfrage mit.

Mehr Parkplätze nahe der Innenstadt

Das soll das neue Parkhaus an der Julius-Bührer-Straße bieten. Patrick Wacker von der Abteilung Baurecht erklärte, dass aus bisher 173 künftig 380 Parkplätze werden sollen. „Das wäre eine sagenhafte Optimierung von jetzt schon versiegelter Fläche ohne zusätzlichen Flächenverbrauch.“ Auch wenn die Plätze erstmal privat genutzt werden und etwa von Arbeitgebern für ihre Mitarbeiter angemietet werden sollen, sieht Wacker einen Nutzen für die Allgemeinheit: Dann würden öffentliche Plätze frei, die bisher blockiert worden seien.

Bild: Arndt, Isabelle
Das könnte Sie auch interessieren

Es wird breiter, höher, tiefer

Das neue Parkhaus soll etwas breiter, um rund acht Meter höher und tiefer werden. Eine mit Streckmetall überzogene Oberfläche soll den Bau optisch aufbrechen und aufwerten. Außerdem ist ein einladender Platz samt Sitzquartier geplant – samt Weltkriegsbombe als Mahnmal.

Die Weltkriegsbombe soll als Mahnmal erhalten bleiben.
Die Weltkriegsbombe soll als Mahnmal erhalten bleiben. | Bild: Arndt, Isabelle

Manchmal sei es schön, wenn Bestehendes nicht so lange Bestand habe, sagte Klaus Niederberger (CDU) im Ausschuss. Das Parkhaus war 1991 eingeweiht worden. Das neue Parkhaus soll auch anders zugänglich sein: Die Brücke bleibt, die Rampe soll wieder unterhalb der Brücke sein, doch es ist eine Treppe weniger geplant. Damit das nicht zu Stau führt, haben Wacker und seine Kollegen das Fußgängeraufkommen bei Schulschluss beobachtet. Das Ergebnis: „Es gab keinerlei Irritationen.“

Rampe sowie Brücke sollen bleiben, es ist aber eine Treppe weniger geplant.
Rampe sowie Brücke sollen bleiben, es ist aber eine Treppe weniger geplant. | Bild: Arndt, Isabelle

Marktbesucher können kostenlos parken

Der Verkehr am Herz-Jesu-Platz kann voraussichtlich ab Mitte September fließen – unterirdisch in die Tiefgarage. Die soll dann Montag bis Sonntag rund um die Uhr geöffnet sein. Das Parken kostet je angefangene 25 Minuten 0,50 Euro und maximal zehn Euro pro Tag. Eine Ausnahme gilt für die Zeit samstags zwischen 6 und 10 Uhr. Dann ist das Parken auf Vorschlag der Marktbeschicker kostenlos, um den Wochenmarkt zu fördern. Die Aktion ist befristet bis Dezember 2020 und stieß auch auf Kritik: Der Marktplatz sei nun so attraktiv geworden, dass es keine solche Subventionierung brauche, sagte etwa Eberhard Röhm (Grüne). Dirk Oehle (NL) befürchtete, dass manche das ausnutzen werden, weshalb Kirsten Brößke (FDP) Kontrollen anregte.

Das könnte Sie auch interessieren