Nach einjähriger Corona-Pause ist es wieder so weit: Radolfzell wird für eine Nacht ganz im Zeichen der Kunst stehen. Von Samstag auf Sonntag, 2. auf 3. Oktober, stellen 43 Künstler und Künstlergruppen an 18 Orten in der Stadt sowie in Böhringen und Markelfingen aus. Es werden viele bildende Künstler ihre Werke präsentieren. Besucher können auch Literaturlesungen verfolgen und Musik hören oder Theaterstücke ansehen. In Anlehnung an die Heimattage soll auch die Kulturnacht ein besonderes Augenmerk darauflegen, wie Künstler das Thema Heimat interpretieren.

Mit dem Bändchen zu Veranstaltungen

Eröffnet wird die Kulturnacht von Oberbürgermeister Martin Staab um 18 Uhr im Milchwerk. Dort können Besucher sich registrieren und ihren 3G-Nachweis vorzeigen. Im Anschluss bekommen sie ein Armbändchen und haben damit Eintritt in alle weiteren Ausstellungen, ohne ihre Daten erneut abgeben zu müssen. Gleichzeitig dienen die Bändchen als Eintrittskarte für die kostenlosen Shuttlebusse der Stadtwerke, die zur Kaserne und in die Ortsteile fahren. Die Bändchen gibt es auch in der Villa Bosch, in der Buchhandlung am Obertor, der Stadtbibliothek, im Stadtmuseum, im Carl-Duisberg-Centrum sowie in Markelfingen und Böhringen.

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Nachdem die Liste der ausstellenden Künstler lang ist, dürfte es schwierig sein, alles anzusehen, ist Monika Laule der Auffassung. Die Bürgermeisterin empfiehlt, Schwerpunkte zu setzen und sich ein Programm zusammenzustellen. Allein im Milchwerk werden 16 Künstler und Künstlergruppen anzutreffen sein. Pandemiebedingt haben zwei Künstler abgesagt. Der Verein Compurama, Gabi Vogt und Jutta Kleinhempel werden deshalb nicht wie geplant in der Musikschule, sondern ebenfalls im Milchwerk ausstellen, informierte Murielle Orgé vom Kulturbüro.

Wie bereits in den vergangenen Jahren führt die Kulturnacht Künstler verschiedener Städte zusammen. So wollen der Konstanzer Fotograf Ulrich Riebe und Axel Reinhard Böhme, freischaffender Künstler aus Radolfzell, bei Anbruch der Dunkelheit etwa ab 20 Uhr auf die Fassade der Stadtbibliothek ihre Impressionen zur Heimat projizieren. Böhme hat Bilder und Videos in der Stadt und am See gemacht, unter anderem ein Unterwasser-Selfie mit El-Nino.

„In den nächsten Tagen und Nächten werden wir das Material gemeinsam sichten und auswählen. Dann wollen wir es zu abstrakten Form- und Farbspielen umwandeln und zu einem Film zusammenstellen“, erklärt Riebe. In der Stadtbibliothek wird ein Rückblick auf die Geschichte des Österreichischen Schlösschens, das in den Jahren 1619 bis 1621 erbaut wurde, zu sehen sein. „Corona hat uns ja leider etwas das 400-jährige Jubiläum vermasselt“, sagt Petra Wucherer, Leiterin der Stadtbibliothek. Nun soll zumindest die Kulturnacht einen kleinen Ersatz leisten. Ein Dokumentarfilm von Robert Werra wird die Geschichte des Umbaus nachzeichnen. In dieser Nacht der Künste können alle, die die Ausstellung „Patchwork Heimat“ noch nicht gesehen haben, das nachholen.