Samstag, 15. August, am Frühstückstisch: Beim Grübeln über den zweiten Teil des OB-Interviews geht im Kopf eine Kerze an. 26 Millionen Euro will die Bahn einfach so im Bahnhof Radolfzell für die Barrierefreiheit und anderes vergraben. Sagt Martin Staab. Und die Seetorquerung, also eine komplett neue Unterführung, kürzer und breiter, hätte man für gut 30 Mille haben können. Vielleicht. Bei diesem Projekt hat sich die Bahn ja zu keiner verbindlichen Kostenübernahme hinreißen lassen. Sagte der OB früher mal. Wir haben noch einmal die Pressemitteilung von Land und Bahn zum neuen Bahnhofsmodernisierungsprogramm – klingt zügig – hervorgekramt. Immerhin, von 22 Bahnhöfen mit über 1000 Reisenden am Tag steht Radolfzell in der Prioritätenliste auf Rang 22! Sigmaringen steht da auf Rang 6 und Singen auf Rang 9. Die Abstufung erscheint logisch: In Sigmaringen steigt der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann in den Zug. Singen ist der natürliche Heimatbahnhof von Kretschmanns Schwägerin Dorothea Wehinger, die grüne Landtagsabgeordnete wohnt in Steißlingen. Das Schlusslicht in dieser Tabelle hat die grün-schwarze Regierung unter gütiger Mithilfe der Bahn einem Liberalen in die Hand gedrückt, in Böhringen wohnt „unser“ FDP-Landtagsabgeordneter Jürgen Keck. Noch Fragen, warum Radolfzell auf Platz 22 gelandet ist? Um es mal so in aller Hinterhältigkeit zu formulieren: Danke Keck.

Vor dem Konzertsegel: Manche Klimaanlagen brauchen ein Plakat, damit man sie als solche erkennt.
Vor dem Konzertsegel: Manche Klimaanlagen brauchen ein Plakat, damit man sie als solche erkennt. | Bild: Becker, Georg

Sonntag, 16. August, vor dem Konzertsegel: Kurze Nachschau, ob die Plakate „Wir leben 2000 Watt“ immer noch um die Bäume entlang der Karl-Wolf-Straße geschnürt sind. Sind sie. „Ich bin eine Klimaanlage“, protzt es da an einem Stamm. Wir zweifeln nicht die These an, dass so ein Baum eine Klimaanlage ist. Wir fragen uns, warum man dieses Klimaanlagenreservoir, kurz Wald, im Streuhau für Nebelbader und andere Touristen abholzen will, um dann ein paar Meter weiter rund um den Bodenseereiter irgendwann einmal ein paar Klimaanlagen zu pflanzen? Nur mal so: Ein Kettensägenmassaker an gewachsenen Klimaanlagen kann einheimische Gemüter erhitzen.

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Montag, 17. August, in der Redaktion: Anruf eines Kurgasts von der Mettnau, er dringe im Gesundheitsamt auf der Corona-Hotline und auf anderen Apparaten nicht durch. Er hätte da Fragen zu Hygienestandards und so. Stattdessen müsse er den Abba-Song „Take a chance on me“ in Endlosschleife anhören. Wir geben dem Gesundheitsamt Konstanz eine Chance. Abba dudelt keine Minute, schon ist eine nette Ansprechpartnerin am Apparat. Ja am Morgen sei es schwierig gewesen, über 70 Anrufe seien zeitgleich eingegangen. Montags ist wohl Hygienestandardfragetag.

Zur Kolumne: Das Corona-Tagebuch der Redaktion Radolfzell begreift sich als hoffentlich vorübergehende Erscheinung.

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