Das ist ungewöhnlich für einen Samstagmittag in Konstanz: Kein Stau an den Grenzen, kein Stau in der Bodanstraße und das Lagoparkhaus hat noch hunderte freie Plätze.

Im Parkhaus Lago sind noch hunderte Plätze frei.
Im Parkhaus Lago sind noch hunderte Plätze frei. | Bild: Claudia Rindt

Selbst auf dem ebenerdigen Stephansplatz sind noch einige Stellplätze frei. Der erste Samstag, an dem Deutschland die ganze Schweiz wegen der Corona-Infektionszahlen zum Risikogebiet erklärt hat, beschert Konstanz einen ruhigen Tag.

Ungewöhnlich: Es ist Samstagmittag und der Stephansplatz hat noch freie Plätze.
Ungewöhnlich: Es ist Samstagmittag und der Stephansplatz hat noch freie Plätze. | Bild: Claudia Rindt

Einkäufer aus den Schweizer Grenzregionen dürften eigentlich weiterhin für maximal 24 Stunden ohne Quarantänezwang einreisen, doch nur wenige machen davon Gebrauch. Die Stadt ist belebt, aber bei weitem nicht übervoll, so wie üblicherweise an einem Samstag.

Die Marktstätte am Samstagmittag.
Die Marktstätte am Samstagmittag. | Bild: Claudia Rindt

Die Thurgauer und St. Galler, die gekommen sind, um einzukaufen, Päckchen oder Hemden abzuholen, geben an, ohne Probleme über die Grenze gekommen zu sein. Sie seien einfach durchgewunken worden von den deutschen Zollbehörden. An den Grenzen ist für einen Samstag ausgesprochen wenig los. Der Verkehr staut sich nicht.

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Auch der Einzelhandel stellt das Fehlen der Schweizer schnell fest

Ulrike Schmidt, die den Integrationsbetrieb des Bügelservice Indigo im Paradies leitet, hat viele Schweizer Kunden. „Heute ist ein extrem ruhiger Tag“, sagt sie. Normalerweise brumme an so einem Samstag das Geschäft.

Ulrike Schmidt vom integrativen Bügelbetrieb Indigo blickt auf einen ungewöhnlich ruhigen Samstag.
Ulrike Schmidt vom integrativen Bügelbetrieb Indigo blickt auf einen ungewöhnlich ruhigen Samstag. | Bild: Claudia Rindt

Sie habe schon letzte Woche festgestellt, dass besonders viele Kunden aus der Schweiz ihre Hemden, Tischdecken und Bettdecken abholen, aber keine neuen Bügelaufträge mehr vergeben, so Ulrike Schmidt. Manche gingen wohl davon aus, dass es früher oder später zu Grenzschließungen komme.

Schmidt hofft, dass die Grenzen offen bleiben, anders als im März, als die Grenzübergänge teilweise verbarrikadiert wurden. Damals habe ein Teil ihrer Beschäftigten bis Ende Juni in Kurzarbeit gehen müssen. Ein paar der damaligen Kunden seien abgesprungen.

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Bis heute schlage die Heimarbeit negativ zu Buche, so Schmidt. Viele brauchten nun keine akkurat gebügelten Hemden mehr. Bis Anfang Oktober habe Indigo dennoch drei gute Monate gehabt.

Schmidt geht davon aus, dass die Schweizer aus der Grenzregion wieder kommen, wenn sie verstanden haben, dass sie bei einem Kurzaufenthalt nicht in Quarantäne müssen.

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Selbst viele Kreuzlinger wissen nicht, dass sie über die Grenze dürfen

Michael Hepp, Inhaber des Optikergeschäfts Hepp, geht davon aus, dass viele Schweizer nicht gut informiert sind. „Die meisten wissen nicht, ob sie kommen dürfen oder nicht.“ Er habe einige Anrufe von Schweizern gehabt, die sich erkundigten, ob sie ihre Brille abholen dürften oder nicht.

Michael Hepp, Inhaber des Optikergeschäfts Hepp, geht davon aus, dass viele Schweizer nicht gut informiert sind.
Michael Hepp, Inhaber des Optikergeschäfts Hepp, geht davon aus, dass viele Schweizer nicht gut informiert sind. | Bild: Claudia Rindt

Selbst Kreuzlinger wüssten oft nicht Bescheid. Hepp vermutet, dass mit dem Ansteigen der Infektionszahlen der Konsum eingeschränkt wird. Aktuell sei deutlich weniger los als an einem Samstag zu erwarten wäre. Zudem habe er einige Absagen wegen notwendiger Quarantänen bekommen, so Hepp: „Man merkt, dass das Virus näher rückt.“

Schweizer Kunden sind verunsichert

Michaela Preuß vom Buchgeschäft „Homburger und Hepp“ hat selbst dafür gesorgt, dass die Schweizer Kunden mit Informationen versorgt werden. Sie habe einen Artikel des SÜDKURIER über die 24-Stunden-Regel ausgehängt.

Michaela Preuß vom Buchladen Homburger und Hepp berichtet: Die Schweizer Stammkunden kommen, zeigten sich aber verunsichert.
Michaela Preuß vom Buchladen Homburger und Hepp berichtet: Die Schweizer Stammkunden kommen, zeigten sich aber verunsichert. | Bild: Claudia Rindt

An diesem Samstag seien zwar wie gewohnt die Stammkunden gekommen, auch die aus der Schweiz. Eine gewisse Unsicherheit habe sie aber bei den Schweizer Kunden feststellen können, sagt Michaela Preuß.

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Keine Umsatzeinbußen hat bisher Musa Chebe vom Imbiss Kervani, mit einem umfangreichen veganen Angebot. Am ersten Tag der Ferien sei bei ihm immer viel los.

Musa Chebe gibt sich noch gelassen. Bisher habe sein Imbiss keinen Rückgang der Umsätze verzeichnen können.
Musa Chebe gibt sich noch gelassen. Bisher habe sein Imbiss keinen Rückgang der Umsätze verzeichnen können. | Bild: Claudia Rindt

Sein besonderes Angebot werde von allen geschätzt, betont Chebe. Er selbst mache sich noch keine Sorgen. Er hoffe nur, dass es nicht wieder werde wie im März, als die Straßen wie leer gefegt waren.

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